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FL18 - Frontline18 .:. Die Jagd auf die deutsche Mittelmeerdivision

:: Die Jagd auf die deutsche Mittelmeerdivision ::

Die Jagd auf die deutsche Mittelmeerdivision

Die Lage vor Kriegsausbruch

Die Lage im Mittelmeer war zu Beginn des Ersten Weltkrieges ungünstig für die Mittelmächte Deutschland und Österreich-Ungarn. Die österreichische Flotte war zwar relativ stark, konnte aber durch Blockadegeschwader der Entente leicht in der Adria eingeschlossen werden. Die einzigen Schiffe, die sich zu Kriegsausbruch im offenen Meer befanden, waren der Schlachtkreuzer Goeben und der Kleine Kreuzer Breslau, welche unter Konteradmiral Souchon die deutsche Mittelmeerdivision bildeten und gerade im österreichischen Flottenstützpunkt Pola lagen.
Ein weiterer Bündnispartner der Deutschen am Mittelmeer war das Osmanische Reich. Dort hatte man angesichts der Aufrüstung der russischen Schwarzmeerflotte mit neuen Dreadnought-Schlachtschiffen zwei derartige Schiffe auf englischen Werften in Auftrag gegeben. Jedoch beschlagnahmten die Engländer beide Schiffe kurz vor ihrer Fertigstellung für die Royal Navy, weil sie befürchteten, die Türken könnten sich gegen sie stellen. Daraufhin begannen die Osmanen schwankend zu werden und erwägten, das Geheimbündnis mit Deutschland zu kündigen und stattdessen einen Vertrag mit Russland abzuschließen. Um die Türken bei der Stange zu halten, stellten die Deutschen ihnen den Erwerb der beiden Schiffe der Mittelmeerdivision in Aussicht. Diese hatten sich ursprünglich der österreichischen Flotte anschließen sollen, weil eine Rückkehr in die Nordsee angesichts der britischen Übermacht als ausgeschlossen angesehen wurde. Jedoch erschien eine bessere Kontrolle des Schwarzen Meers für den Fall des Kriegseintrittes Russlands gegen die Türken als opportun, in der Adria hätten die beiden Schiffe kaum etwas ausrichten können. So machten sich Goeben und Breslau auf den Weg an den Bosporus. Von ihrem Eintreffen dort würde es abhängen, ob die Türken den Deutschen die Treue hielten und zu einem Kriegseintritt an ihrer Seite bewegt werden konnten.


SMS Goeben von Steuerbord vorn

Die Jagd beginnt

Die Briten wussten nichts von der deutsch-türkischen Allianz und erwarteten, daß die deutschen Schiffe versuchen würden, die Adria zu verlassen und im offenen Mittelmeer Handelskrieg zu führen. Möglich erschien auch ein Durchbruchsversuch in die Nordsee. Zu ihrer Jagd abgestellt wurde eine Flotte unter dem Kommando von Admiral Sir Berkeley Milne, der unter seinem Kommando drei Schlachtkreuzer, vier Panzerkreuzer, vier Kleine Kreuzer sowie vierzehn Zerstörer vereinte. Seine Befehle, ausgegeben am 30. Juli 1914, besagten, daß er gleichzeitig den Ausgang der Adria überwachen, französische Truppentransporte aus Algerien beschützen und auch Gibraltar abdecken sollte, um die deutschen Schiffe an allen befürchteten Aktionen zu hindern. Bei dem Versuch, alle drei Aufträge gleichzeitig durchzuführen, entstand umfassende Verwirrung, in der die beiden gesuchten Schiffe durch die Straße von Otranto schlüpften. Am 4. August beschossen sie die algerischen Häfen Bône und Phillipeville und drehten dann in Richtung Messina ab, um Kohlen für die Fahrt nach Konstantinopel zu bunkern. Auf dem Weg dorthin begegneten sie zwei von Milnes Schlachtkreuzern, der Indefatigable und der Indomitable. Diese konnten jedoch nicht das Feuer eröffnen, da Großbritannien Deutschland zu diesem Zeitpunkt noch nicht den Krieg erklärt hatte. So begnügten sie sich damit, die deutschen Schiffe zu beschatten, wurden aber von ihnen abgehängt – sowohl Goeben als auch Breslau waren in Pola frisch überholt worden und in bestem Zustand. Allerdings brach auf der Goeben unter Vollast eine Hochdruckdampfleitung und tötete vier Matrosen. Dennoch erreichten sie unangefochten Messina und konnten Kohlen von bereitliegenden deutschen Versorgungsschiffen bunkern.


Konteradmiral Wilhelm Souchon (3.v.l.) im Kreise seiner Offiziere im Dienst der Türken

Die Beute entwischt

Italien hatte sich mittlerweile für neutral erklärt, und nach einer alten Regel durften die Deutschen nur 24 Stunden in Messina bleiben. Admiral Milne rechnete damit, daß sie versuchen würden, die französischen Truppentransporte anzugreifen oder sich mit den Österreichern zu vereinen, und stellte seine Streitkräfte so auf, dass der Weg nach Nordwesten (zu den französischen Truppentransporten) und nach Nordosten (in die Adria hinein) von seinen Streitkräften abgedeckt wurde. Nur der Kleine Kreuzer Gloucester bewachte den Südausgang der Straße von Messina. Ihm entging nicht, dass die deutschen Schiffe am Spätnachmittag des 6. August mit Südkurs aus der Enge herauskamen, und hielt mit ihnen Fühlung, als sie Kurs Nordost einschlugen, direkt auf den Eingang der Adria zu. In der Nacht wechselte Konteradmiral Souchon jedoch erneut den Kurs und ließ Ostsüdost steuern, immer noch von der Gloucester beobachtet, die jede Bewegung weitermeldete, bis sie den Befehl erhielt umzukehren.
Konteradmiral Troubridge, der das Geschwader am Adriaausgang befehligte, hatte mittlerweise einen Abfangkurs für Goeben und Breslau eingeschlagen. Er hoffte mit seinen vier Panzerkreuzern im Morgengrauen auf die Deutschen zu treffen, um sie aus kurzer Entfernung angreifen zu können und den Nachteil der geringeren Reichweite seiner Schiffe zu vermeiden. Der Morgen des 7. August brach aber an, ohne dass die Gegner gesichtet wurden, und Troubridge wollte nicht riskieren, im vollen Tageslicht auf die Goeben zu treffen. Ihre schweren, weitreichenden Geschütze hätten aus sicherer Entfernung seine Panzerkreuzer einen nach dem anderen versenken können. Milne wandte sich mittlerweile mit seinen drei Schlachtkreuzern in Richtung Malta, um Kohlen für die bevorstehende Jagd zu bunkern. Gerade lief er nach erfolgter Versorgung in Richtung Osten, um die Deutschen einzuholen, da meldete ihm ein Funkspruch der Admialität irrtümlich den Kriegsausbruch mit Österreich. Sofort drehte er nach Norden ab, um den Eingang der Adria zu bewachen. Er glaubte die Deutschen im östlichen Mittelmeer in der Falle, immer noch ahnte niemand etwas von ihren Absichten, in türkische Gewässer zu laufen. Erst am nächsten Tag setzte ihn die Admiralität von ihrem Irrtum in Kenntnis und befahl, die Jagd auf die deutschen Schiffe wieder aufzunehmen. Aber es war zu spät, die beiden deutschen Kreuzer erreichten unbehelligt die Dardanellen und liefen in Konstantinopel ein.


SMS Breslau

Das weitere Schicksal der deutschen Schiffe

In Konstantinopel berieten nun die Diplomaten. Den Briten wurde eröffnet, sie hätten gegen den geschlossenen Vertrag zur Lieferung zweier Großkampfschiffe verstoßen, und man werde sich bei den Deutschen Ersatz verschaffen. Am 13. August 1914 gab die Türkei offiziell den Ankauf des Schlachtkreuzers Goeben und des Kleinen Kreuzers Breslau bekannt, sie wurden unter den Namen Yavuz Sultan Selim und Midilli in türkische Dienste gestellt. Die deutschen Besatzungen blieben allerdings an Bord, und Konteradmiral Souchon wurde zum türkischen Flottenchef. Ende Oktober führten beide Schiffe zusammen mit dem Rest der türkischen Flotte Angriffe gegen die russischen Schwarzmeerhäfen Novorossisk und Odessa. Sie legten auch Minen vor Sewastopol und versenkten ein russisches Kanonenboot, was zum Kriegsausbruch mit Russland führte.
Während des ganzen Krieges bildeten Goeben und Breslau als modernste Schiffe der Flotte das Rückgrat türkischer Seemacht im Schwarzen Meer. Sie bestanden zahlreiche Gefechte gegen die russische Übermacht, wobei die beiden Schiffe von den russischen Besatzungen sogar Spitznamen erhielten: die Goeben hieß „Dyadya“ (Onkel), die Breslau „Plaemyannik“ (Neffe). Beide überlebten bis zum Waffenstillstand mit Russland und versuchten danach, ins Mittelmeer auszubrechen. Dabei liefen sie nahe der Dardanellen auf ein Minenfeld, die Breslau wurde vesenkt und die Goeben schwer beschädigt, so daß sie für den Rest des Krieges ausfiel. Die Goeben verblieb nach dem Friedensschluß in türkischer Hand und diente lange Zeit als Flottenflaggschiff. Erst 1976 wurde sie abgewrackt.


Weg der deutschen Mittelmeerdivision (Quelle: www.worldwar1.com)
P.S.: Die Webseite www.battlecruiseryavuz.hypermart.net war für diesen Artikel hilfreich.

27. April 2004 - 13:49
( Jagdpanther )

Deutsche Foren >> Kommentare > Die Jagd auf die deutsche Mittelmeerdivision
Antwort erstellen
 Autor Thema: Die Jagd auf die deutsche Mittelmeerdivision
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4711-tom
16.11.2005 um 13:31 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
Postings: 25

gelöscht

[Editiert von 4711-tom am 23.Nov.2005 um 17:43]
 
Kaiserjäger Goldi
16.11.2005 um 14:22 QuoteProfileSend PM


Clan: [BEF]
Postings: 6163

Viribus Unitis
4711-tom hat folgendes geschrieben:
Wie? Die Osmanen befürchteten einen russischen Angriff?? Der Kauf galt der Seeherschaft über die Griechen.was sagt dir die schwarzmeerflotte?


__________________


 
Parabellum
16.11.2005 um 14:33 QuoteProfileSend PM


Clan: Team Frontline18
Postings: 5411

4711-tom hat folgendes geschrieben:
Das das Bild von Souchon garnicht Souchon zeigt ist noch das geringste.

Interessant, dann erklär mir mal bitte diese zeitgenössische Postkart:




4711-tom hat folgendes geschrieben:
Das den `Verkauf`der YAVUZ an die BRD angeht, so lief das auf der privaten Schiene. Habe das damals persönlich in Gölcük und in Cuxhaven erlebt. Warum wohl Cuxhaven???

Das das Verkaufsangebot an die BRD und nicht eine Privatperson/-organisation geht wird übereinstimmend in allen mir bekannten Quellen bestätigt (z.B. Gröner: Die deutschen Kriegsschiffe 1815-1945, Hildebrand/Röhr/Steinmetz: Die deutschen Kriegsschiffe und Breyer: Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer 1905-70).
Und was Cuxhaven angeht: Warum nicht Cuxhaven?


4711-tom hat folgendes geschrieben:
Mir liegt in Kopie das Maschinenlog der YAVUZ von 1940 bis zur AD.Stellung vor. Wann gab es dann Maschinezusammenbrüche? Was man brauchte waren 2 - 3 Hochseeschlepper. Warum konnte der Dampfer nicht in Schlepp nach Deutschland gehen? Ich war Anfang der 70ziger zwei mal an Bord, es war ein sauberes,geplegtes Schiff.

Wie bereits oben geschrieben: Diese Auskunft stammt von Herrn Israel und ich kann sie nur zitieren, nicht aber ihre Quellen überprüfen. Und das "sauber und gepflegt" glaube ich Dir gerne, schließlich war das Schiff zwischen 1958 und 1973 als stationäres Traditionsschiff eingesetzt.


4711-tom hat folgendes geschrieben:
Wie? Das Osmanische Reich war im Juni/Juli Verbündeter des Deut.Reiches????????
(...)
Dann kommt der größte Schwachsinn ...Osmanen wollen weg von DR und Bündnis oder so mit Rußland.usw, usw.

Dazu kann ich nichts sagen, weil ich JP's Quellen nicht kenne. Aber ich denke, er wir dazu gerne noch was sagen


4711-tom hat folgendes geschrieben:
Wie? Die Osmanen befürchteten einen russischen Angriff?? Der Kauf galt der Seeherschaft über die Griechen.

Die türkische Flottenaufrüstung galt beiden Gegnern - sowohl Griechen, als auch Russen. Schließlich hatte Rußland seit Jahrhunderten das Ziel verfolgt, einen direkten Mittelmeerzugang zu erlangen. Dazu wurde allein im 19. Jahrhundert vier mal ein Krieg mit der Türkei vom Zaun gebrochen, um die Meerengen unter Kontrolle zu bringen (1806-12, 1827-29, 1853-56 und 1877-78). In allen vier Fällen bestand eine der wichtigsten Aufgaben der russischen Schwarzmeerflotte darin, die türkische Marine auszuschalten, um die Nachschubrouten über See zu sichern:

- Seeschlacht bei Lemnos (1.7.1807)
- Seeschlacht bei Navarino (20.10.1827)
- Seeschlacht bei Sinope (30.11.1853)

Im Krieg von 1877/78 überließ die türkische Flotte ihrem Gegner kampflos die See. Grund dafür war die desolate Lage der Marine, nachdem ihr Sultan Abdülhamid II. aus Angst vor einem Putsch fast sämtliche Etatmittel entzogen hatte.


Ganz allgemein zu Deinen Aussagen:
Wir geben uns ernsthaft Mühe hier eine Plattform zu schaffen, um historisches Wissen über den Zeitraum 1914-18 auszutauschen. Wenn wir dabei tatsächlich Fehler machen ist das garantiert nicht unsere Absicht. Aber genausowenig, wie wir allwissend sind, wirst Du es wohl sein -d.h. vielleicht stimmt auch eine Deiner Informationen nicht?
Wenn von Deiner Seite Interesse besteht, die Menge an "Müll" im Internet zu reduzieren, dann sind wir gerne Bereit den Artikel (und evtl. auch andere zu denen Du Informationen hast) zusammen mit Dir zu überarbeiten. Sollte es Dir dagegen nur darum gegangen sein, über die vermeintlichen Fehler anderer zu lästern, dann ist die Sache hiermit wohl gegessen.

[Editiert von Parabellum am 16.Nov.2005 um 14:35]
__________________
Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat. (Napoléon Bonaparte)
 
Makin
16.11.2005 um 16:44 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
Postings: 1198

Use the Dark Side and you are stronger than everything
@ 4711-tom: Wenn du Zweimal auf Goeben warst, aber erst 35 Jahre alt bist müssen deine Erinnerungen ziemlich verschommen sein oder hast du Bilder? Außerdem glaube ich das die Türken damals keine Zivilisten auf eines ihrer Schiffe gelassen haben
__________________
Kein Plan überlebt die erste Feindberührung. (Helmuth von Moltke)
 
4711-tom
16.11.2005 um 19:46 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
Postings: 25

gelöscht

[Editiert von 4711-tom am 23.Nov.2005 um 17:44]
 
Kaiserjäger Goldi
16.11.2005 um 20:41 QuoteProfileSend PM


Clan: [BEF]
Postings: 6163

Viribus Unitis
4711-tom hat folgendes geschrieben:
1)Mir ging es darum, zu zeigen was das Internet wirklich bringt. Gutes im Bezug auf allgemeine Fragen, Schwächen im Detail. Nun ist eine Tendenz zu sehen, weg vom Buch ,hin zum Internet, die solch Schwachsinn fördert.

ich hab eine frage bitte ned negativ auffassen weil das soll es jetzt ned sein:
kennst du dich nur mit marine aus?
ich interessiere mich nämlich besonders für fahrzeuge aller art
des ersten weltkrieges ich besitze zwar ein buch dazu aber leider sind
die schwer zu bekommen und dann meist sehr teuer.
deswegen wollte ich fragen ob du quellen weißt
egal ob besonders gute bücher oder i-net seiten.

mfg. Sir Alfred
__________________


 
Parabellum
16.11.2005 um 21:20 QuoteProfileSend PM


Clan: Team Frontline18
Postings: 5411

4711-tom hat folgendes geschrieben:
1)Mir ging es darum, zu zeigen was das Internet wirklich bringt. Gutes im Bezug auf allgemeine Fragen, Schwächen im Detail. Nun ist eine Tendenz zu sehen, weg vom Buch ,hin zum Internet, die solch Schwachsinn fördert.

Das Internet hat als Quelle den Vorteil, daß man hier oft auch Sachen findet, ob die ein Buch zu schreiben sich nicht lohnt oder wo die Fachliteratur für 90% der Interessierten schlichtweg nicht erreichbar ist (weil zu teuer oder nicht mehr aufgelegt).

4711-tom hat folgendes geschrieben:
2) Ich bin 1970 und 1972 natürlich nicht als Schulkind in Seymen auf der YAVUZ gewesen. Es ist ja üblich sich hier zu verschleiern. Bin seit 2004 Pensionär .Bilder von damals habe ich auch. War im Begleitung eines Türken, der 1916 auf B111 war. Zu besuchen war das Schiff immer. Meldung beim Stützpunkt Gölcük oder bei der MKE in Seymen direkt. Die YAVUZ lag ja nicht im militärischen Berich, sondern vor den Abwrackbetrieb.

Interessant. Hast Du vielleicht die Möglichkeit, ein ein oder zwei dieser Bilder einzuscannen und hier zu posten? Das "modernste" Bild der Yavuz das ich persönlich kenne stammt von 1947.

4711-tom hat folgendes geschrieben:
3) Nicht immer ist Souchon drauf, wo Souchon draufsteht. Das Foto zeigt Herbert von Rebeur-Paschwitz. Müßte man aber wissen, wenn man mal ein Bild von Souchon gesehen hat.

Ich kenne nur zwei Bilder von Souchon, die sich zugegeben nicht ein bischen ähnlich sehen, und beide sind auch etwa gleichhäufig in der Literatur zu finden. Damit ist dann wohl der "andere Souchon" der richtige?

=> Wird korrigiert!

4711-tom hat folgendes geschrieben:
4) Gröner, Hildebrand in allen Ehren. Ich habe Gröner noch gekannt und mit Jung, Maass lange Jahre Briefwechsel gehabt. Hildebrand war oft bei mir zu Haus. Nun, Es gab kein Kaufangebot der türkischen Regierung and die westdeutsche Regierung. Die Bundesmarine war so wie so nicht der richtige Ansprechpartner, denn die durfte überhaupt nur reagieren. Es war ein Herr aus Cuxhaven, der sich dafür eingesetzt hat und natürlich auch in Bonn war. Es wäre Sache des AA gewesen und dort konnte ich bisher noch nix über den Fall finden. Also der Herr K. aus Cuxhavwen und das MKE..das war es.
Es kam überhaupt nicht zu engen Verhandlungen, somit sind alle Aussagen über das Verhalten der Westdeutschen Regierung in diesem Fall, reine Spekulation

Interessant. Wenn das stimmt, dann verstehe ich langsam Deinen Kommentar über den "Müll"...

4711-tom hat folgendes geschrieben:
5) zu Israel läßt sich viel sagen. Ich kenne DDR Marinesammler, die ihn noch aus derDDR Zeit kannten und (mal vorsichtig gesagt) nettes in ihrer Stasi-Akte lesen konnten. Isreal war damal überhaupt nicht in West-Deutschalnd und ist zudem kein Fachman für die MMD

Ich bin ihm nur einmal begegnet und das war zu oben genanntem Anlaß. Das war nach einer Signierstunde für sein Buch Panzerschiffe um 1900 und er machte eigentlich einen recht guten und fachkundigen Eindruck auf mich.

4711-tom hat folgendes geschrieben:
6) Der Bündnisvertrag wurde am 2. August 1914 unterzeichnet. Vorher waren die Beziehungen zu Deutschland nicht beser, wahrscheinlich schlechter als zu GB und Frankreich.
Über das Hickhack im Herbst 1914 siehe die Superarbeit von Yusuf Hikmet Bayur.

Die sit dann wohl in Türkisch, womit ich passen muß...

4711-tom hat folgendes geschrieben:
7) Der Ankauf der Schiffe in England stand im Zusammenhang mit der Seerüstung Griechenlands und den erfahrungen aus den Balkankriegen. Angriff auf Rußland 1913/14 ohne Partner ( und denn hatte man nicht ) kam nicht in Frage. Bitte die neuere türkiche oder us-amerikaniche Literatur dazu lesen.
Der Seekrieg 1877-1878 spielte sich auch, mit osmanichen Kriegsschiffen, vor russischen Häfen ab. Vor mir legt gerade (aus dem Bücherregal geholt) 1877-1878 Türk.Rus hardinde -Deniz hareketleri- Istanbul 1935. Hat so 186 Seiten mit vielen Karten und Bildern und enthält ne Menge über den Seekrieg im schwarzen Meer. Warship International hat auch was darüber gebracht.
Das auflegen der Flotte fand erst nach 1880 statt

Ich meinte keinen Angriff, sondern schlichtweg das Vermeiden eines Debakels wie in den vorherigen Kriegen durch Herstellung eines qualitativen Gleichgewichts. Was hätten die Türken denn schon mit einem Angriff gewinnen können? mE nichts, sondern sie hätten sich die Unterstützung der europäischen Großmächte, die sie in allen Kriegen gegen Rußland zuvor vor dem Schlimmsten bewahrt hatten, verspielt.

Was den Seekrieg 1877/78 angeht, so sind in Pemsel: Seeherrschaft (Bd.2) ausschließlich Aktionen von auf der Donau bzw. vor der Küste Rumäniens erwähnt.

4711-tom hat folgendes geschrieben:
8) Bleibt zum Schluß die Frage, ob man bei der Masse an Fehlern sich überhaupt die Mühe machen soll darauf hinzuweisen.Gruß

Warum nicht? Einen Versuch ist es sicher wert.
__________________
Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat. (Napoléon Bonaparte)
 
4711-tom
16.11.2005 um 22:21 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
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[Editiert von 4711-tom am 23.Nov.2005 um 17:44]
 
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