Frontline18
    Frontline18    |    BF1918    |    History    |    Forum [ ? ] User Online    |    Login    German English
Menu - FALSE
Forum
18:17 [B] Games Co... (11)
13:58 [N] Birthday... (0)
13:32 Call to arms (4)
10:05 Interesting ... (6)
00:18 about the in... (0)
18:57 Monatsspam (5)
19:28 NEW BLOOD (1)
18:10 [N] In Kürze... (1)
09:26 Gas? (2)
19:22 [A] 2. Septe... (12)
17:50 Österreich?!... (1)
18:32 [A] Die Woch... (0)
17:50 LEVELS fehle... (4)
17:51 Pushable MGs? (17)
12:57 [N] Geburtst... (24)
Suchen
Buddyliste [0/0]
Du musst eingeloggt sein um die Buddyliste zu nutzen.
FL18 - Frontline18 .:. Russische Zerstörer des "Novik"-Typs

:: Russische Zerstörer des "Novik"-Typs ::

Russische Zerstörer des "Novik"-Typs

Nach dem verlorenen Krieg gegen Japan 1905 war Rußland durch die großen Schiffsverluste mit einem Schlag von Platz drei auf Platz sechs unter den Seemächten herabgesunken. Das Vertrauen von Zar und Parlament in die Marine war durch die Niederlage praktisch zerstört, und für mehrere Jahre verweigerte die Duma jegliche Mittel für einen Wiederaufbau der Flotte.
Erst nach der Bosnien-Krise von 1908, in der Rußland mangels Kriegsschiffen nicht in der Lage war, die Ansprüche seines Schützlings Serbien zu unterstützen, gelang es Zar Nikolaus durch öffentliche Sammlungen die stattliche Summe von 127 Millionen Rubel für den Neuaufbau der Flotte zusammenzubringen. Diese war zum Bau von vier neuen Dreadnoughts vorgesehen. Die Schiffe kamen zusammen jedoch nur auf 125 Millionen Rubel, so daß noch zwei Millionen übrigblieben. Diese beabsichtigte die Marine zum Bau eines Zerstörer-Prototypen zu nutzen, nach dessen Vorbild man in den folgenden Jahren die langsam aber sicher überalternden Zerstörer und Torpedoboote ersetzen wollte.


'Novik' währen der Probefahrten

Da Rußland die letzten vier Jahre im internationalen Kriegsschiffbau quasi "verschlafen" hatte, wurde das Schiff zwar in der Putilov-Werft in St. Petersburg gebaut. Die Konstruktionspläne und die Antriebsanlage kamen jedoch aus dem Ausland, genauer aus der deutschen Vulkan-Werft in Stettin. Die ursprünglichen Pläne sahen dabei ein Schiff mit zwei 10,2 cm-Geschützen und vier 45,7 cm-Torpedorohren in zwei Zwillingssätzen vor. Die Geschwindigkeit sollte 36 kn betragen. In dieser Konfiguration lief das Schiff am 4. Juli 1911 unter dem Namen Novik vom Stapel.
Anfang 1912 jedoch änderte die russische Admiralität ihre Meinung und verlangte jetzt vier Geschütze und acht Torpedorohre in vier Zwillingssätzen. Dies wurde auch der Vulkan-Werft mitgeteilt, die jedoch weiterhin für 36 kn Höchstgeschwindigkeit garantierten. Was die Deutschen nicht wußten war, daß durch Rechenfehler russischerseits auch der Schiffskörper um 140 t zu schwer ausgefallen war. Dementsprechend kam die Novik bei den Probefahrten selbst unter optimalsten Bedingungen nicht über 35,8 kn hinaus. Damit wurde das Schiff zum Garantiefall, und die Ingenieure der Vulkan-Werft brauchten bis August 1913, um die Kessel und Schrauben der Novik so weit zu modifizieren, daß sie schließlich gigantische 37,2 kn auf den Probefahrten erreichte - sie war damit das damals schnellste Schiff der Welt!


Rißzeichnung der 'Novik'

Nach dem überwältigenden Erfolg der Novik gab die russische Marine in den folgenden Jahren eine ganze Reihe weiterer Zerstörer nach ihrem Vorbild in Auftrag, die allerdings in Größe und Bewaffnung merklich variierten:

  • Unter dem Bauprogramm 1911 neun Boote der Bespokoiny-Klasse für die Schwarzmeerflotte (1.100 ts; drei 10,2 cm L/60, 10 Torpedorohre)
  • Unter dem Bauprogramm 1912 acht Boote der Leitenant Ilin-Klasse, acht Boote der Orfei-Klasse und sieben Boote der Gavriil-Klasse für die Baltische Flotte (je 1.260 ts; vier 10,2 cm L/60, 9 Torpedorohre)
  • Ebenfalls unter dem Bauprogramm 1912 fünf Boote der Izyaslav-Klasse für die Baltische Flotte (je 1.350 ts; fünf 10,2 cm L/60, 9 Torpedorohre)
  • Unter dem Bauprogramm 1914 acht Boote der Kerch-Klasse für die Schwarzmeerflotte (1.330 ts; vier 10,2 cm L/60, 12 Torpedorohre)

Weitere sieben Boote (Gogland-Klasse) des 1912er-Programmes sollten in der Außenstelle der deutschen Schichau-Werft in Reval gebaut werden, wurden aber durch den Kriegsausbruch nie fertiggestellt. Nicht einmal auf Kiel gelegt wurden weitere zwölf Boote der Kerch-Klasse, die nach dem Kriegsprogramm 1916 in Nikolayev gebaut werden sollten.


'Grom' aus der 'Orfei'-Klasse

Auch wenn nicht alle dieser Zerstörer rechtzeitig zum Kriegsausbruch fertiggestellt wurden (einige wurde sogar nie fertig!), stellten die einsatzbereiten Boote doch eine wertvolle Bereicherung für die russischen Flotten in Ostsee und Schwarzem Meer dar, zumal Rußland auf keinem der beiden Kriegsschauplätze über moderne Kreuzer verfügte. Dank ihrer eindrucksvollen Größe und Geschwindigkeit waren sie bei den Deutschen und Türken zu Recht als offensive Minenleger gefürchtet. Einziger Kriegsverlust war die Grom (Orfei-Klasse), die im Oktober 1917 nach schweren Treffern des deutschen Schlachtschiffes Kaiser in der Ostsee sank.
Sehr viel Kritik ernteten die Schiffe des Novik-Typs allerdings für ihre Bewaffnung: Aufgrund der Forderung der russischen Marine nach möglichst vielen Torpedorohren waren die Oberdecks ausgesprochen beengt. Außerdem waren die achteren Geschütze ungünstig aufgestellt und behinderten sich im Einsatz gegenseitig.
Nach dem Waffenstillstand übergaben die Alliierten fünf erbeutete Boote der Bespokoiny-Klasse den "Weißen" unter General Wrangel. Sie flohen nach dem Ende des Bürgerkrieges nach Bizerta und wurden dort Mitte der 20er Jahre von den Franzosen verschrottet.
Von den restlichen Booten gingen neun im Bürgerkrieg durch Selbstversenkung oder die britischen Angriffe auf Kronstadt verloren. Die übrigen verblieben in den Händen der Bolschewisten und bildeten später mit dreien der (erst nach dem Krieg fertiggestellten) Kreuzer des Bauprogrammes 1912 den Kern der sowjetischen Flotte.


'Novik' im 2.Weltkrieg, umbenannt in 'Yakov Sverdlov'
Technische Daten
Abmessungen
Verdrängung: 1.280 ts
Länge über alles: 102,5 m
Breite: 9,5 m
Tiefgang: 3,0 m
Besatzung: 130

Bewaffnung
vier 10,2 cm L/60
vier 45,7cm Zwillingstorpedorohre
60 Minen

Antrieb
Drei AEG-Turbinen auf drei Wellen, 6 Vulkan-Kessel

Leistung
Gesamtleistung: 40.000 WPS
Höchstgeschwindigkeit: 36 kn


25. August 2004 - 23:05
( Parabellum )

Deutsche Foren >> Kommentare > Russische Zerstörer des "Novik"-Typs
Antwort erstellen
 Autor Thema: Russische Zerstörer des "Novik"-Typs
NOCKZ
05.09.2004 um 16:13 QuoteProfileSend PM

Clan: Anti - Clan
Postings: 626

Punk's not dead ! :|
Novik im Mod *träum*....



__________________
Früher oder später sterben wir alle - ihr früher, ich später ;-)
 
Parabellum
05.09.2004 um 18:27 QuoteProfileSend PM


Clan: Team Frontline18
Postings: 5411

Könnte im MR3 durchaus Realität werden...

Diese Zerstörer waren in Ostsee, Pazifik und Schwarzem Meer immerhin mangels moderner Kreuzer das Rückgrat der russischen Flotte.
__________________
Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat. (Napoléon Bonaparte)
 
Makin
23.12.2005 um 11:05 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
Postings: 1198

Use the Dark Side and you are stronger than everything
Hinzuzufügen währe noch, dass einige Schiffe ab Mai 1918 von den Deutschen in Sevastopol übernommen und in fahrt gebracht wurden.


__________________
Kein Plan überlebt die erste Feindberührung. (Helmuth von Moltke)
 
Parabellum
23.12.2005 um 15:53 QuoteProfileSend PM


Clan: Team Frontline18
Postings: 5411

Falls es interessiert, hier eine Liste aller in deutsche Hände gefallenen Schiffe der Schwarzmeerflotte:

Dreadnought der Imperatritsa Mariya-Klasse ('14; 22600ts)
  • Volya - von Ukraine übernommen; Juni-November 1918 unter deutscher Flagge in Dienst; Umbenennung in Wolga beabsichtigt, aber nie durchgeführt


Geschützter Kreuzer der (türk.) Medjidieh-Klasse ('03; 3300ts)
  • Prut (ex Medjidieh) - April 1915 vor Odessa in flachem Wasser auf Mine gelaufen und gesunken; von Russen repariert und indienstgestellt; von Ukraine übernommen; Mai 1918 an Türkei zurück


Zerstörer der Bespokoiny-Klasse / Novik-Typ ('13-'14; 1100ts)
  • R 01 (ex Schastlivy) - von Ukraine übernommen; August-November 1918 unter deutscher Flagge in Dienst
  • R 02 (ex Bystry) - von Ukraine übernommen; wegen Personalmangel nicht in Dienst
  • R 03 (ex Gnevny) - von deutscher Küstenartillerie beschädigt und gestrandet; Reperatur bei Kriegsende noch im Gange


Zerstörer der Leitenant Shestakov-Klasse ('07; 610ts)
  • R 04 (ex Kapitan Saken) - von Ukraine übernommen; Oktober-November 1918 unter deutscher Flagge in Dienst


Torpedoboote der 'Z'-Klasse ('03-'04; 350ts)
  • R 10 (ex Zorki) - von Ukraine übernommen; Mai-November 1918 unter deutscher Flagge in Dienst
  • R 11 (ex Zvonki) - von Ukraine übernommen; Juli-Oktober 1918 unter deutscher Flagge in Dienst (danach wegen Maschinenzusammenbruch gestrichen)
  • R 12 (I) (ex Zhutki) - von Ukraine übernommen; wegen schlechten Zustandes Juli 1918 gestrichen
  • R 12 (II) (ex Zhivoi) - von Ukraine übernommen; Oktober-November 1918 unter deutscher Flagge in Dienst
  • R 13 (ex Zavidni) - von Ukraine übernommen; wegen schlechten Zustandes Juli 1918 gestrichen


Unterseeboote der Bars-Klasse ('16-'16; 650/780ts)
  • US 1 (ex Burvestnik) - von Ukraine übernommen; wegen Personalmangel nicht in Dienst
  • US 2 (ex Orlan) - von Ukraine übernommen; wegen Personalmangel nicht in Dienst
  • US 3 (ex Utka) - von Ukraine übernommen; August-November 1918 unter deutscher Flagge in Dienst
  • US 4 (ex Gagra) - von Ukraine übernommen; ?-November 1918 unter deutscher Flagge in Dienst


Weitere 7 alte Linienschiffe, 3 Kreuzer, 10 U-Boote und 5 Seeflugzeugträger wurden von den Deutschen wegen Personalmangels oder Überalterung nie in Dienst gestellt.

(Quellen:
- Gröner: Die deutschen Kriegsschiffe 1815-1945 Bd. I & II
- Gardiner (ed.): Conway's all the World's Fighting Ships 1906-1921)

[Editiert von Parabellum am 23.Dec.2005 um 15:54]
__________________
Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat. (Napoléon Bonaparte)
 
Makin
23.12.2005 um 18:14 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
Postings: 1198

Use the Dark Side and you are stronger than everything
Ein teil dieser Schiffe bildete später die sogenannte Fluchtflotte.
__________________
Kein Plan überlebt die erste Feindberührung. (Helmuth von Moltke)
 
Makin
30.12.2005 um 16:31 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
Postings: 1198

Use the Dark Side and you are stronger than everything
Habe ein Bild der Grom gefunden, wie das Schiff von den Deutschen geentert wird.
__________________
Kein Plan überlebt die erste Feindberührung. (Helmuth von Moltke)
 

Dateianhang:    JPG image Grom.JPG    36 KB
[ Antwort erstellen ]
  WebSystem © 2003 by Griffon · DOTLAN · info @ dotlan.net · www.dotlan.net