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| FL18 - Frontline18 .:. Russische Zerstörer des "Novik"-Typs |
 | :: Russische Zerstörer des "Novik"-Typs :: |  |
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Russische Zerstörer des "Novik"-Typs
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Nach dem verlorenen Krieg gegen Japan 1905 war Rußland durch die großen Schiffsverluste mit einem Schlag von Platz drei auf Platz sechs unter den Seemächten herabgesunken. Das Vertrauen von Zar und Parlament in die Marine war durch die Niederlage praktisch zerstört, und für mehrere Jahre verweigerte die Duma jegliche Mittel für einen Wiederaufbau der Flotte.
Erst nach der Bosnien-Krise von 1908, in der Rußland mangels Kriegsschiffen nicht in der Lage war, die Ansprüche seines Schützlings Serbien zu unterstützen, gelang es Zar Nikolaus durch öffentliche Sammlungen die stattliche Summe von 127 Millionen Rubel für den Neuaufbau der Flotte zusammenzubringen. Diese war zum Bau von vier neuen Dreadnoughts vorgesehen. Die Schiffe kamen zusammen jedoch nur auf 125 Millionen Rubel, so daß noch zwei Millionen übrigblieben. Diese beabsichtigte die Marine zum Bau eines Zerstörer-Prototypen zu nutzen, nach dessen Vorbild man in den folgenden Jahren die langsam aber sicher überalternden Zerstörer und Torpedoboote ersetzen wollte.
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'Novik' währen der Probefahrten
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Da Rußland die letzten vier Jahre im internationalen Kriegsschiffbau quasi "verschlafen" hatte, wurde das Schiff zwar in der Putilov-Werft in St. Petersburg gebaut. Die Konstruktionspläne und die Antriebsanlage kamen jedoch aus dem Ausland, genauer aus der deutschen Vulkan-Werft in Stettin. Die ursprünglichen Pläne sahen dabei ein Schiff mit zwei 10,2 cm-Geschützen und vier 45,7 cm-Torpedorohren in zwei Zwillingssätzen vor. Die Geschwindigkeit sollte 36 kn betragen. In dieser Konfiguration lief das Schiff am 4. Juli 1911 unter dem Namen Novik vom Stapel.
Anfang 1912 jedoch änderte die russische Admiralität ihre Meinung und verlangte jetzt vier Geschütze und acht Torpedorohre in vier Zwillingssätzen. Dies wurde auch der Vulkan-Werft mitgeteilt, die jedoch weiterhin für 36 kn Höchstgeschwindigkeit garantierten. Was die Deutschen nicht wußten war, daß durch Rechenfehler russischerseits auch der Schiffskörper um 140 t zu schwer ausgefallen war. Dementsprechend kam die Novik bei den Probefahrten selbst unter optimalsten Bedingungen nicht über 35,8 kn hinaus. Damit wurde das Schiff zum Garantiefall, und die Ingenieure der Vulkan-Werft brauchten bis August 1913, um die Kessel und Schrauben der Novik so weit zu modifizieren, daß sie schließlich gigantische 37,2 kn auf den Probefahrten erreichte - sie war damit das damals schnellste Schiff der Welt!
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Rißzeichnung der 'Novik'
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Nach dem überwältigenden Erfolg der Novik gab die russische Marine in den folgenden Jahren eine ganze Reihe weiterer Zerstörer nach ihrem Vorbild in Auftrag, die allerdings in Größe und Bewaffnung merklich variierten:
- Unter dem Bauprogramm 1911 neun Boote der Bespokoiny-Klasse für die Schwarzmeerflotte (1.100 ts; drei 10,2 cm L/60, 10 Torpedorohre)
- Unter dem Bauprogramm 1912 acht Boote der Leitenant Ilin-Klasse, acht Boote der Orfei-Klasse und sieben Boote der Gavriil-Klasse für die Baltische Flotte (je 1.260 ts; vier 10,2 cm L/60, 9 Torpedorohre)
- Ebenfalls unter dem Bauprogramm 1912 fünf Boote der Izyaslav-Klasse für die Baltische Flotte (je 1.350 ts; fünf 10,2 cm L/60, 9 Torpedorohre)
- Unter dem Bauprogramm 1914 acht Boote der Kerch-Klasse für die Schwarzmeerflotte (1.330 ts; vier 10,2 cm L/60, 12 Torpedorohre)
Weitere sieben Boote (Gogland-Klasse) des 1912er-Programmes sollten in der Außenstelle der deutschen Schichau-Werft in Reval gebaut werden, wurden aber durch den Kriegsausbruch nie fertiggestellt. Nicht einmal auf Kiel gelegt wurden weitere zwölf Boote der Kerch-Klasse, die nach dem Kriegsprogramm 1916 in Nikolayev gebaut werden sollten.
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'Grom' aus der 'Orfei'-Klasse
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Auch wenn nicht alle dieser Zerstörer rechtzeitig zum Kriegsausbruch fertiggestellt wurden (einige wurde sogar nie fertig!), stellten die einsatzbereiten Boote doch eine wertvolle Bereicherung für die russischen Flotten in Ostsee und Schwarzem Meer dar, zumal Rußland auf keinem der beiden Kriegsschauplätze über moderne Kreuzer verfügte. Dank ihrer eindrucksvollen Größe und Geschwindigkeit waren sie bei den Deutschen und Türken zu Recht als offensive Minenleger gefürchtet. Einziger Kriegsverlust war die Grom (Orfei-Klasse), die im Oktober 1917 nach schweren Treffern des deutschen Schlachtschiffes Kaiser in der Ostsee sank.
Sehr viel Kritik ernteten die Schiffe des Novik-Typs allerdings für ihre Bewaffnung: Aufgrund der Forderung der russischen Marine nach möglichst vielen Torpedorohren waren die Oberdecks ausgesprochen beengt. Außerdem waren die achteren Geschütze ungünstig aufgestellt und behinderten sich im Einsatz gegenseitig.
Nach dem Waffenstillstand übergaben die Alliierten fünf erbeutete Boote der Bespokoiny-Klasse den "Weißen" unter General Wrangel. Sie flohen nach dem Ende des Bürgerkrieges nach Bizerta und wurden dort Mitte der 20er Jahre von den Franzosen verschrottet.
Von den restlichen Booten gingen neun im Bürgerkrieg durch Selbstversenkung oder die britischen Angriffe auf Kronstadt verloren. Die übrigen verblieben in den Händen der Bolschewisten und bildeten später mit dreien der (erst nach dem Krieg fertiggestellten) Kreuzer des Bauprogrammes 1912 den Kern der sowjetischen Flotte.
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'Novik' im 2.Weltkrieg, umbenannt in 'Yakov Sverdlov'
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Abmessungen
Verdrängung: 1.280 ts
Länge über alles: 102,5 m
Breite: 9,5 m
Tiefgang: 3,0 m
Besatzung: 130
Bewaffnung
vier 10,2 cm L/60
vier 45,7cm Zwillingstorpedorohre
60 Minen
Antrieb
Drei AEG-Turbinen auf drei Wellen, 6 Vulkan-Kessel
Leistung
Gesamtleistung: 40.000 WPS
Höchstgeschwindigkeit: 36 kn
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| Autor |
Thema: Russische Zerstörer des "Novik"-Typs |
 | NOCKZ |
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Clan: Anti - Clan
Postings: 626
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Novik im Mod *träum*....
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Früher oder später sterben wir alle - ihr früher, ich später ;-)
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 | Parabellum |
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Clan: Team Frontline18
Postings: 5411
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Könnte im MR3 durchaus Realität werden... 
Diese Zerstörer waren in Ostsee, Pazifik und Schwarzem Meer immerhin mangels moderner Kreuzer das Rückgrat der russischen Flotte.
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Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat. (Napoléon Bonaparte)
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 | Makin |
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Clan: Kein Clan
Postings: 1198
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Hinzuzufügen währe noch, dass einige Schiffe ab Mai 1918 von den Deutschen in Sevastopol übernommen und in fahrt gebracht wurden.
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Kein Plan überlebt die erste Feindberührung. (Helmuth von Moltke)
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 | Parabellum |
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Clan: Team Frontline18
Postings: 5411
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Falls es interessiert, hier eine Liste aller in deutsche Hände gefallenen Schiffe der Schwarzmeerflotte:
Dreadnought der Imperatritsa Mariya-Klasse ('14; 22600ts)
- Volya - von Ukraine übernommen; Juni-November 1918 unter deutscher Flagge in Dienst; Umbenennung in Wolga beabsichtigt, aber nie durchgeführt
Geschützter Kreuzer der (türk.) Medjidieh-Klasse ('03; 3300ts)
- Prut (ex Medjidieh) - April 1915 vor Odessa in flachem Wasser auf Mine gelaufen und gesunken; von Russen repariert und indienstgestellt; von Ukraine übernommen; Mai 1918 an Türkei zurück
Zerstörer der Bespokoiny-Klasse / Novik-Typ ('13-'14; 1100ts)
- R 01 (ex Schastlivy) - von Ukraine übernommen; August-November 1918 unter deutscher Flagge in Dienst
- R 02 (ex Bystry) - von Ukraine übernommen; wegen Personalmangel nicht in Dienst
- R 03 (ex Gnevny) - von deutscher Küstenartillerie beschädigt und gestrandet; Reperatur bei Kriegsende noch im Gange
Zerstörer der Leitenant Shestakov-Klasse ('07; 610ts)
- R 04 (ex Kapitan Saken) - von Ukraine übernommen; Oktober-November 1918 unter deutscher Flagge in Dienst
Torpedoboote der 'Z'-Klasse ('03-'04; 350ts)
- R 10 (ex Zorki) - von Ukraine übernommen; Mai-November 1918 unter deutscher Flagge in Dienst
- R 11 (ex Zvonki) - von Ukraine übernommen; Juli-Oktober 1918 unter deutscher Flagge in Dienst (danach wegen Maschinenzusammenbruch gestrichen)
- R 12 (I) (ex Zhutki) - von Ukraine übernommen; wegen schlechten Zustandes Juli 1918 gestrichen
- R 12 (II) (ex Zhivoi) - von Ukraine übernommen; Oktober-November 1918 unter deutscher Flagge in Dienst
- R 13 (ex Zavidni) - von Ukraine übernommen; wegen schlechten Zustandes Juli 1918 gestrichen
Unterseeboote der Bars-Klasse ('16-'16; 650/780ts)
- US 1 (ex Burvestnik) - von Ukraine übernommen; wegen Personalmangel nicht in Dienst
- US 2 (ex Orlan) - von Ukraine übernommen; wegen Personalmangel nicht in Dienst
- US 3 (ex Utka) - von Ukraine übernommen; August-November 1918 unter deutscher Flagge in Dienst
- US 4 (ex Gagra) - von Ukraine übernommen; ?-November 1918 unter deutscher Flagge in Dienst
Weitere 7 alte Linienschiffe, 3 Kreuzer, 10 U-Boote und 5 Seeflugzeugträger wurden von den Deutschen wegen Personalmangels oder Überalterung nie in Dienst gestellt.
(Quellen:
- Gröner: Die deutschen Kriegsschiffe 1815-1945 Bd. I & II
- Gardiner (ed.): Conway's all the World's Fighting Ships 1906-1921)
[Editiert von Parabellum am 23.Dec.2005 um 15:54]
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Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat. (Napoléon Bonaparte)
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 | Makin |
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Ein teil dieser Schiffe bildete später die sogenannte Fluchtflotte.
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Kein Plan überlebt die erste Feindberührung. (Helmuth von Moltke)
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 | Makin |
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Habe ein Bild der Grom gefunden, wie das Schiff von den Deutschen geentert wird.
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Kein Plan überlebt die erste Feindberührung. (Helmuth von Moltke)
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