"Nach langer, zäher Abwehr ruft uns der Befehl Seiner Majestät des Kaisers und Königs zum Angriff.
Seien wir von dem Bewusstsein durchdrungen, dass das Vaterland Großes von uns erwartet.
Es gilt, unseren Feinden zu zeigen, dass der eiserne Wille zum Siege Deutschlands Söhnen lebendig geblieben ist und dass das deutsche Heer, wo es zum Angriff schreitet, jeden Widerstand überwindet.
In fester Zuversicht, dass jeder an seiner Stelle sein höchstes dransetzen wird, gebe ich den Befehl zum Angriff! – Gott mit uns!
Wilhelm
Kronprinz des Deutschen Reiches
und von Preußen"
Am 21. Februar um 8 Uhr 12 Minuten beginnt im Frontabschnitt Verdun die Hölle . Das Unternehmen Gericht bricht mit dem Feuer aus 1225 Geschützen auf einer Frontbreite von 112 Kilometern los. Die Druckwelle ist so stark, dass um 8 Uhr 17 ein dumpfes Grollen über die Stadt Trier hinweg zieht; um 8 Uhr 18 erzittert die Luft über Saarbrücken. Um 8 Uhr 20 klirren in Straßburg die Fensterscheiben; um 8 Uhr 23 schreckt man in Paris auf. Als um 17 Uhr die Infanterie losstürmt und nach 9 Stunden sie Geschütze schweigen, endet das stärkste Trommelfeuer des Ersten Weltkrieges. Gerechnet auf Granaten pro Quadratmeter pro Minute übertrifft der Beschuss vor Verdun sogar das 7 Tage andauernde Trommelfeuer an der Somme kein halbes Jahr später. Und Millionen Granaten werden noch folgen.
Schon im Ziel unterscheidet sich diese Schlacht von allen vorausgegangenen. Es geht nicht um Boden, die Schlacht verfolgt keine Strategie. Der Gegner soll "ausbluten", "weißbluten" so der Wille des Generalstabes. Die Schlacht reduziert sich auf die schreckliche Basis jeden Krieges: Der Feind soll vernichtet werden.
Konzentriert sich die Schlacht zunächst nur auf die östliche Seite der Maas, zeigt sich doch sehr schnell, dass die Höhen 304 und Toter Mann der französischen Seite als Beobachtungsposition und zur Einweisung der Artillerie einen Vorteil verschaffen. Am 6. März beginnt die deutsche Offensive auch auf dem linken Maasufer. Ziel der Angriffe: Der Tote Mann. Es gelingt den Deutschen, sich auf der niedrigeren der beiden Anhöhen des Doppelgipfels des Toten Mannes festzusetzen. Das Gelände zwischen der Höhe 304 und dem Toten Mann ist ein einziges Trichterfeld. Die Kampflinie nur noch durch zerschlagene Gräben, Ausrüstungsgegenstände und Tote zu erkennen; bis zum nächsten Artillerieschlag.
Nach drei Monaten haben die Deutschen 174.215 Ausfälle an Toten und Verwundeten, die Franzosen 190.000 Mann. Die französische Artillerie hat 9.795.000 Granaten verschossen, beide Seiten zusammen weit über 20 Millionen Granaten aller Kaliber. Dass sind 10.000 Granaten pro Stunde, dass sind 3 pro Sekunde. Und die Schlacht tobt weiter. Die "Menschenmühle an der Maas" läuft auf Hochtouren.
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