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| FL18 - Frontline18 .:. Griechischer Panzerkreuzer "Georgios Averof" |
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Griechischer Panzerkreuzer "Georgios Averof"
Die Griechische Marine im 19. Jahrhundert
Seit seiner Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich 1830 war die Angliederung aller griechischsprachigen Teile des kränkelnden Osmanischen Reiches ein erklärtes Ziel Griechenlands - die sogenannte "Megali Idea" (Große Idee). Dies umfaßte neben den damals noch osmanischen Provinzen Epirus und Makedonien vor allem die Hunderten von Inseln der Ägäis - allen voran Kreta und den Dodekanes -, Zypern, die ägäische Küste Kleinasiens und selbst Konstantinopel. Eine solche Zielsetzung verlangte aber auch eine starke Flotte, die in der Lage war der türkischen Seemacht die Stirn zu bieten - eine Flotte, die sich Griechenland schlichtweg nicht leisten konnte.
Stattdessen beschränkte man sich bis in die 80er Jahre auf zwei kleine Küstenpanzer (Basileos Georgios & Basilissa Olga). Erst dann begann angesichts der zunehmend gespannten Beziehungen mit Konstantinopel ein moderater Flottenaufbau durch den Kauf von insgesamt 17 Torpedobooten und 4 Kanonenbooten in England, Frankreich und Deutschland, sowie dreier moderner Küstenpanzer (Hydra, Psara & Spetsai) in Frankreich.
Mit dieser Flottte zog Griechenland 1897 in den Türkisch-Griechischen Krieg, der vor allem auf Kreta und in Thessalien ausgefochten wurde. Dank geschickter Führung und modernerer Schiffe gelang es dem Befehlshaber Admiral Koundouriotis dabei, die zahlenmäßig überlegene, aber veraltete und schlecht geführte osmanische Flotte in Schach zu halten. So konnten die Griechen ihren Nachschub über See sicherstellen und ohne Behinderung Truppen entlang der Küste verlegen. Leider verlief der Krieg an Land nicht so glücklich und Griechenland mußte schließlich unter internationalem Druck Frieden schließen.
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'Georgios Averof' im Jahre 1911
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Ein großzügiges Geschenk
Zwar hatte sich die Marine im Krieg gut bewährt, aber für einen Ausbau standen keine ausreichenden Finanzen zur Verfügung. Erst 1906 konnte sich die griechische Regierung durch Anleihen genügend Geld für eine Modernisierung der Flotte beschaffen und gab je vier Zerstörer in England und Deutschland in Auftrag. Damit wären die zur Verfügung stehenden Gelder bereits ausgeschöpft gewesen, hätte nicht der 1899 verstorbene griechische Geschäftsmann und Philanthrop Georgios Averof der Marine in seinem Testament eine Million Pfund Sterling zur Beschaffung eines neuen Schulschiffes für die Marineakademie hinterlassen.
Mit dieser Summe in Händen wurde die hellenische Marine 1909 bei der italienischen Werft Orlando in Livorno vorstellig. Allerdings ging es dabei nicht um den Neubau eines Schulschiffe, sondern um etwas wesentlich größeres: Auf den Helligen der Werft lag zu diesem Zeitpunkt nämlich ein halbfertiger Panzerkreuzer modernster Konstruktion, der eigentlich für die italienische Marine bestimmt war. Diese jedoch war mittlerweile in einem Wettrüsten mit der k.u.k.-Marine und hätte das Geld nun lieber für einen Dreadnought, als für einen Panzerkreuzer ausgegeben. Dementsprechend wurden sich die drei Parteien recht schnell handelseinig, und der Kreuzer wurde von nun ab auf griechische Rechnung weitergebaut. Dank der großzügigen Anzahlung aus dem Averof-Erbe ließ sich die Werft dabei auch zu sehr günstigen Zahlungsmodalitäten für das insgesamt 3,5 Millionen Pfund teure Schiff überreden.
Am 12. März 1910 lief es vom Stapel und wurde im Gedenken an den Mann, der seinen Kauf überhaupt möglich machte, auf den Namen Georgios Averof getauft. Von da ab waren es dann noch knappe 14 Monate bis zur Indienststellung. Die Jungfernfahrt führte den Kreuzer ab nicht ins heimische Griechenland, sondern von Italien aus direkt nach Spithead in Südengland, wo die Averof Griechenland bei den Feierlichkeiten zur Krönung König Georg V. vertrat. Erst danach fuhr sie nach Griechenland und erreichte Anfang September die Bucht von Faliro, wo sie von der Bevölkerung enthusiastisch begrüßt wurde.
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Die Griechische Flotte während der Balkankriege:
Vorn die 'Averof', dahinter die drei Küstenpanzer der 'Hydra'-Klasse
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Die Balkankriege
Die Friedeslaufbahn des Panzerkreuzers, in der er tatsächlich vor allem als Schulschiff eingesetzt wurde, wurde aber bald unterbrochen, als im Oktober 1912 der Erste Balkankrieg ausbrach. In diesem Krieg versuchten Bulgarien, Griechenland, Serbien und Montenegro erfolgreich, das Osmanische Reich vom Balkan zu vertreiben. Für Griechenland kam auch noch das Bestreben dazu, sich die griechisch bewohnten Inseln der östlichen Ägäis zu sichern.
Der griechische Flottenchef Konteradmiral Paul Kontouriotis verlegte dazu die Georgios Averof und die drei Küstenpanzer Hydra, Psara und Spetsai in die Bucht von Mudros auf der Insel Limnos, von wo aus sie die Türken an einem Ausbruch aus den Dardanellen hindern sollten. Die Türken hatten dagegen nur zwei ehemalige deutsche Linienschiffe der Brandenburg-Klasse und eine Handvoll mehr schlecht als recht modernisierter Panzerschiffe aus den 60er und 70er Jahren. In zwei unentschiedenen Seeschlachten bei Ellis (3. Dezember 1912) und Limnos (5. Januar 1913) erwies sich die Georgios Averof dank ihrer Schnelligkeit und modernen Bewaffnung als Rückgrat der Hellenischen Marine, dem die Türken nichts entgegensetzen konnten. Daher zogen sich diese hinter die massiven Küstenbatterien der Dardanellen zurück und überließen den Griechen die Seeherrschaft in der Ägäis.
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'Georgios Averof' mit Tarnanstrich im Zweiten Weltkrieg
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Der Erste Weltkrieg und der Griechisch-Türkische Krieg
Während des Ersten Weltkrieges blieb Griechenland anfangs strikt neutral, da die Befürworter der Neutralität im Parlament die Mehrheit hatten und auch König Konstantin diese Ansicht teilte. Die Kriegsbefürworter um Premierminister Eleutherios Venizelos und die Entente-Mächte waren jedoch angesichts der strategischen Bedeutung Griechenlands im Zusammenhang mit der Rückeroberung Serbiens und der Gallipoli-Operation nicht bereit das zu akzeptieren: im September 1916 marschierte die vereinigte britisch-französische Mittelmeerflotte vor Salamis auf, um die Regierung in Athen einzuschüchtern, gefolgt von der Wegnahme der griechischen Flotte im Monat darauf. Während die Zerstörer und der Kleine Kreuzer Helli von der französischen Marine übernommen wurden, wurden die großen Einheiten - darunter die Georgios Averof - von den Briten in Alexandria demilitarisiert.
Im Juli 1917 gab Griechenland schließlich dem Druck nach und trat auf Seiten der Entente in den Krieg ein. Die Schiffe der Flotte wurden nun nach und nach wieder zurückgegeben und die Georgios Averof operierte bis Kriegsende von Mudros aus mit dem britischen Ägäis-Geschwader.
Nach dem Krieg übernahm der Panzerkreuzer wieder die Rolle als Flottenflaggschiff und hißte als Zeichen des Sieges die griechische Flagge in Konstantinopel. Danach war er in den Jahren 1919 bis 1922 hauptsächlich zur Sicherung von Truppentransporten während des griechisch-türkischen Krieges eingesetzt.
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Die 'Georgios Averof' im heutigen Zustand
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Vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart
Der Zweite Weltkrieg erwies sich für Griechenland als ein Spiegelbild des Ersten: Wieder versuchte Athen Neutralität zu wahren, und wieder wurde es durch Waffengewalt von außen zum Eintritt auf Seiten der Alliierten gezwungen. Doch in diesem Krieg waren es die Deutschen und Italiener, die in Griechenland einmarschierten. Ein Großteil der griechischen Flotte sank dabei durch Präzisionsangriffe der deutschen Stukas, doch die Georgios Averof und einige kleine Einheiten konnten nach Ägypten entkommen. Bis Mitte 1944 diente sie dann im Indischen Ozean als Konvoi-Begleitschiff für Truppentransporte aus Bombay, bevor sie nach der Befreiung ihres Heimatlandes im Okober 1944 schließlich die griechische Exilregierung aus Kairo wieder nach Athen zurück brachte.
Bis 1952 diente sie noch als Schulschiff, bevor sie schließlich hoffnungslos überaltert außer Dienst gestellt wurde. Von 1956 bis 1983 lag die Georgios Averof dann rostend vor Poros, ohne daß die griechische Regierung sich um ihr Schicksal kümmerte. 1984 schließlich brachte die Hellenische Marine den Vorschlag ein, das Schiff als schwimmendes Museum herzurichten. Finanziert durch Gelder aus dem Marineetat und zahlreiche Spenden wurde sie 1985 in die Bucht von Faliro - den Ort, wo sie erstmals in griechischen Gewässern angelegt hatte - gebracht und dort wieder in ihren Originalzustand versetzt. Dort kann sie seitdem als beeindruckendes Denkmal ein lang vergangenen Ära bewundert werden: Der letzte noch existierende Panzerkreuzer der Welt.
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| Technische Daten |
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Abmessungen
Verdrängung: 9.960 ts normal
Länge über alles: 140,8 m
Breite: 21,0 m
Tiefgang: 7,5 m
Besatzung: 670
Bewaffnung
vier 23,4 cm L/45
acht 19,0 cm L/45
sechzehn 7,6 cm L/45
eine 7,6 cm Flak
drei 45,7 cm Torpedorohre (Seiten, Heck)
Panzerung
Seite: 203 mm
Deck: 50 mm
Kommandoturm: 178 mm
Geschütztürme: 203 mm
Antrieb
zwei Dreifach-Expansionsmaschinen auf zwei Wellen,
22 Belleville-Kessel
Brennstoffvorrat: 1.500 t Öl
Reichweite: 7.100 sm bei 10 kn
Leistung
Gesamtleistung: 19.000 PSi
Höchstgeschwindigkeit: 22,5 kn
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Anmerkung: In Google Earth (oder vergleichbaren Programmen) findet man die Georgios Averof> auf 37° 56' N, 23° 41' O.
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| Autor |
Thema: Griechischer Panzerkreuzer "Georgios Averof" |
 | Makin |
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Clan: Kein Clan
Postings: 1198
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Guter Artikel Parabellum.
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Kein Plan überlebt die erste Feindberührung. (Helmuth von Moltke)
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 | Parabellum |
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Clan: Team Frontline18
Postings: 5411
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Efcharisto! 
[Editiert von Parabellum am 02.Nov.2005 um 12:52]
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Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat. (Napoléon Bonaparte)
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 | =DFL= Feldwebel Schultz |
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Clan: DFL - L´Legion Etrangere
Postings: 2407
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Stark!
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 | Sentenza |
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Clan: 0
Postings: 1344
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Toller Artikel, jawohl!
Welche wichtigen Prä-/Inklusive-WWI Großkampfschiffe sind eigentlich erhalten geblieben?
- Georgios Averof
- Mikasa
- Aurora
- ?
Der Schlachtkreuzer Goeben/Yavuz hätte es fast geschafft....1976(iirc?) abgewrackt...
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 | Makin |
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Clan: Kein Clan
Postings: 1198
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Da gibts naoch die USS Texas
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Kein Plan überlebt die erste Feindberührung. (Helmuth von Moltke)
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 | Jagdpanther |
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Clan: Team Battlefield 1918
Postings: 3348
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In Peru gibt es glaube ich noch ein altes Turm-Panzerschiff oder so was ähnliches. Dazu kommt ein amerikanischer Kreuzer, der am Spanisch-Amerikanischen Krieg teilgenommen hat - der liegt irgendwo an der Ostküste, komm jetzt nicht auf den Namen. In Schweden gibt es noch einen alten Küstenmonitor, und die Türkei besitzt noch die Überreste des Minenschiffs Nusrat, das in den Dardanellen die verhängnisvolle Sperre legte, welche die Alliierten mehrere Linienschiffe kostete.
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Im Krieg verrohen die Sitten. Warum soll man eine Tür aufschließen, wenn man auch mit dem Sturmgeschütz dagegenfahren kann?
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 | Sentenza |
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Clan: 0
Postings: 1344
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Ah, interessant!
| Jagdpanther hat folgendes geschrieben: | | ...Dazu kommt ein amerikanischer Kreuzer, der am Spanisch-Amerikanischen Krieg teilgenommen hat - der liegt irgendwo an der Ostküste, komm jetzt nicht auf den Namen... |
Stimmt - USS Olympia, die hatte ich vergessen. Ist aber auch ein sehr schönes Schiff und liegt glaube ich in Philadelphia.

(Quelle: latinamericanstudies.org)
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 | Parabellum |
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Clan: Team Frontline18
Postings: 5411
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Warum so umständlich? => Pre-Dreadnought Preservation
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Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat. (Napoléon Bonaparte)
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 | Sentenza |
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Clan: 0
Postings: 1344
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Heiliger Jesus - alles auf 1 Seite....danke, JP u. Para!
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 | FragThief |
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Clan: -=LoR=- Legion of Rebels
Postings: 1
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Was genau zeichnet denn nun einen Dreadnought oder einen Panzerkreuzer aus?....
Bzw. wo kann man sowas (online!) nachschlagen?...
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 | Parabellum |
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Clan: Team Frontline18
Postings: 5411
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Für eine ausführliche Erklärung solltest Du Dir am besten die beiden Artikel Die Entwicklung des Panzerschiffes - Teil I: Von der Krim nach Lissa und Die Entwicklung des Panzerschiffes - Teil II: Von Lissa zum Skagerak von Jagdpanther durchlesen.
Für den eiligen Leser will ich mal versuchen, eine kurze Erklärung zusammenzutippen:
Ein Dreadnought (benannt nach HMS Dreadnought, dem ersten Schiff dieses Typs) ist ein gepanzertes Großkampfschiff mit einer möglichst starken Bewaffnung einheitlichen Kalibers. Gebaut wurden Dreadnoughts von 1905 bis in die frühen 1920er.
Vor 1905 hatten Großkampfschiffe (damals als "Linienschiffe" bezeichnet, weil sie im Gefecht in Schlachtlinie auffuhren) üblicherweise eine gemischte Bewaffnung aus drei bis vier verschiedenen Kalibern, um so eine ausgewogene Mischung aus hoher Feuergeschwindigkeit (leichte Kaliber) und großer Wirkung (schwere Kaliber) auf mittlere Entfernungen zu erzielen. Als typisches Bespiel mag hier das englische Linienschiff HMS King Edward VII dienen, welches vier 30,5cm, vier 23,4cm, zehn 15,2cm und 14 7,6cm führte.
Die Seeschlachten um die Jahrhundertwende vor Santiago (1898), im Gelben Meer (1904) und vor Tsushima (1905) zeigten jedoch, daß durch bessere Feuerleittechniken mittlerweile Seeschlachten auf so große Entfernungen ausgefochten wurden, daß die kleineren Kaliber kaum noch eine Rolle spielten. Die Konsequenz daraus war der Bau von Schiffen, auf denen die Anzahl der leichteren Geschütze zugunsten von mehr weitreichenden Geschützen schwersten Kalibers stark reduziert wurde. Außerdem bestand diese schwere Artillerie nun durchgehend aus gleichartigen Geschützen (d.h. gleiches Kaliber, gleiche Rohrlänge) um die Feuerleitung auf große Distanzen zu vereinfachen.
Da ein derartiger Dreadnought auf große Distanzen die doppelte bis dreifache Feuerkraft eines Linienschiffs der vorhergehenden Generation zum tragen bringen konnte, galten sämtliche Linienschiffe fortan als veraltet und jede Seemacht, die ihren Status behalten wollte, mußte ebenfalls zum Dreadnoughtbau übergehen.
Im Laufe dieses Wettrüstens gingen die Flotten auch zu immer größeren Hauptkalibern und immer schwerer Panzerung über, die entsprechend auch größere Schiffe, stärkere Maschinenanlagen, leistungsfähigere Werften und neue Technologien verlangten. So entwickelte sich der Flottenbau bis zum Ersten Weltkrieg zu einem Gradmesser für die industrielle und finanzielle Kapazität der Großmächte und die Dreadnoughts erhielten eine politische Bedeutung, die weit über ihren eigentlichen Kampfwert hinaus ging - vergleichbar den Atomwaffen unserer Tage.
Ein Panzerkreuzer ist der Definition nach ein (vollständig) gepanzerter Kreuzer. Unter einem "Kreuzer" versteht man dabei ein mittelgroßes schnelles Kriegsschiff, das als Aufklärer für die Flotte oder Begleitschiff für leichte Seestreitkräfte (Zerstörer, Torpedoboote) dient. Auch für Auslandseinsätze und seepolizeiliche Aufgaben in den der Kolonien wurden Kreuzer oft eingesetzt, da sie meist nicht so mit Waffen und Panzerung beladen waren, wie die Großkampfschiffe und dementsprechend bessere Seeeigenschaften hatten.
Aufgrund des höheren Gewichtsaufwandes für die Panzerung waren Panzerkreuzer meist deutlich größer als die sogenannten Geschützen Kreuzer, die nur ein Panzerdeck aber keine Seitenpanzerung besaßen, und üblicherweise auch schwächer bewaffnet waren.
Gegen Ende des 19. Jhd. wurde es üblich, der Schlachtflotte einen Verband Panzerkreuzer zu unterstellen, die dem Gros voranfuhren um den Gegner zu suchen und das Gefecht einzuleiten, bevor die eigentliche Konfrontation der Großkampfschiffe begann. In einigen Fällen (spanische Flotte bei Santiago, japanische Flotte bei Tsushima) operierten die Panzerkreuzer auch als Teil der Schlachtlinie, um einen Mangel an Linienschiffen auszugleichen.
Als ab 1905 das Linienschiff vom Dreadnought abgelöst wurde, wandelte sich der Panzerkreuzer analog dazu zum Schlachtkreuzer mit einheitlicher schwerer Bewaffnung - üblicherweise kalibergleich mit gleichzeitig gebauten Dreadnoughts.
Im Laufe ihrer Entwicklung näherten sich Dreadnought und Schlachtkreuzer in ihren Eigenschaften immer weiter an und so entstand in den 20er und 30er Jahren das moderne Schlachtschiff mit ausgewogener Mischung aus Schlagkraft, Standfestigkeit und Geschwindigkeit.
Für weitere Fragen zum Thema stehe ich gerne zur Verfügung... 
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Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat. (Napoléon Bonaparte)
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