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FL18 - Frontline18 .:. Forum > [Artikel]Die englischen Luftangriffe auf den Luftschiffhafen Tondern

Deutsche Foren >> Kommentare > [Artikel]Die englischen Luftangriffe auf den Luftschiffhafen Tondern
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 Autor Thema: [Artikel]Die englischen Luftangriffe auf den Luftschiffhafen Tondern
Tjaden
11.02.2006 um 22:08 QuoteProfileSend PM

Clan: clanlos
Postings: 2078

Der Spinner
Bei den Angriffen auf die Luftschiffhallen wurden anfangs die Seeflugzeuge Short 184 und Sopwith Baby eingesetzt.




Technische Daten der Sopwith Baby:

Länge: 7. 01 m
Höhe: 3. 05 m
Spannweite: 7.82 m
Leergewicht: 556 kg
max. Startgewicht: 778 kg (max.)
Höchstgeschwindigkeit: 161 km/ h
max. Reichweite: 2 h 45 min
Dienstgipfelhöhe: 3217 m
Kolben-Umlaufmotor - Clerget 9 B: 130 PS
Besatzung: 1
Bewaffnung: 1 MG 7,7 mm Vickers oder
(1 MG 7,7 mm Lewis-Prototypen in Hanriot-Lizenz gebaut)
59 kg Bomben

Nach dem Angriff auf die Luftschiffhallen in Tondern im März 1916 mußten drei englische Seeflugzeuge auf Jordsand und im Hörnumer Seegebiet notwassern. Eine Maschine wurde durch den Piloten zerstört. Die Flugzeuge und die Besatzungen wurden von der Hörnumer Wache und der Seeflugstation geborgen. Die auf dem Bild demonstrierte militärische Stärke bei der Bergung einer niedergegangenen Short 184 stand in keinem rechten Verhältnis zur Bergung eines kampflos geborgenen Flugzeugs. Genau genommen lag hier Seenotfall vor, der zur Hilfe verpflichtete.





Diese Motive sind einmalig, da die während des ersten Weltkriegs auf Sylt stationierten Truppen infolge fehlender Feindberührung keine militärischen Erfolge vorweisen konnten.
Die fünf gefangenen Engländern wurden nach dem Verhör mit der Inselbahn in ein Gefangenlager auf dem Festland gebracht. Damit sie den militärischen Ausbau Sylts nicht einsehen konnten, wurden die Abteilfenster der Wagons verhängt.


Der Luftangriff im Juli 1918

Der Angriff vom 19.Juli 1918 auf die Luftschiffhallen von Tondern war der erste erfolgreiche, von einem Flugzeugmutterschiff -die Bezeichnung Flugzeugträger war damals noch nicht geläufig- aus geführte Luftangriff der Kriegsgeschichte. Das folgende Bild zeigt die zum Flugzeugmutterschiff umgebaute H.M.S. Furious in vollem Tarnanstrich. Das eingesetzte Bild in der linken oberen Ecke zeigt die Furious vor dem Umbau zum Flugzeugträger.



Die Engländer setzen bei dem Angriff am 19. Juli 1918 Sopwith Camel Jäger ein.



Die Camel ist eine Weiterentwicklung der Pub. Feuerkraft, Beweglichkeit und Geschwindigkeit machten sie zu einem beliebten Flugzeug. Die Camel war aber nicht einfach zu fliegen, so daß etliche unerfahrene Piloten mit ihr abstürzten. Sie wurde zur Snipe weiterentwickelt.

Technische Daten der Sopwith Camel:

Länge : 5.72 m
Höhe : 2.59 m
Spannweite : 8.53 m
max. Startgewicht : 659 kg
Höchstgeschwindigkeit : 185 km/h
max. Reichweite : 230 km
Dienstgipfelhöhe : 5791 m
Besatzung : 1
Bewaffnung : 2* MG 7,7mm Lewis

Die Auswirkungen auf den Luftschiffhafen:

Die durch die Bomben getroffenen Zeppeline in TOSKA verbrennen vollständig. Dicke Rauchschwaden treten aus den Einschlaglöchern der Bomben im Dach von TOSKA aus.

Neben Konstruktionsteilen erkennt man ganz deutlich den feinen, weißen Sand, den man aufgefahren hat, um das sehr feuchte Gelände zu befestigen.



Im Vordergrund erkennt man Konstruktionsteile, die wahrscheinlich zur bereits demontieren Halle TONI gehören.



Deutlich sind die Einschlaglöcher der Bomben im Dach von TOSKA zu erkennen.

Das Ende von L 54 und L 60:

Lediglich die Aluminiumgrippe erinnerten daran, daß es einmal Zeppeline waren. TOSKA selbst wurde bis auf die Einschlaglöcher im dach kaum beschädigt. Welchem Zeppelin welches Foto zuzuordnen ist, ist derzeit nicht klar.









Einige Bomben verfehlten das Ziel. Eine ging auf dem Viehmarktplatz von Tondern nieder. Diese war bei Bauarbeiten wiedergefunden worden. Zwei Exemplare befinden sich heute im Zeppelin-Museum. Eine der Bomben ist nachträglich angemalt worden; es handelt sich jedoch nicht um den Originalanstrich.





QUELLE:http://www.zeppelin-museum.dk/D/german/historie/angriff/angriff.html

[Editiert von [83]SexxyTjaden am 11.Feb.2006 um 23:25]
__________________

 
Lord_Pyro
11.02.2006 um 22:16 QuoteProfileSend PM

Clan: 0
Postings: 1216

Blut wäscht, Feuer reinigt!
sehr schöner beitrag, wo haste dass den recherchiert?
__________________


 
Kaiserjäger Goldi
11.02.2006 um 22:20 QuoteProfileSend PM


Clan: [BEF]
Postings: 6163

Viribus Unitis
guter beitrag.
nur schau dass ned so viele bilde rmehrfach vorkommen

[Editiert von Kaiserjäger Goldi666666 am 11.Feb.2006 um 22:23]
__________________


 
Tjaden
11.02.2006 um 22:36 QuoteProfileSend PM

Clan: clanlos
Postings: 2078

Der Spinner
Das war mein erster beitrag.Aber es kommen balt noch mehr.
Ich hoffe ich bekomme das balt noch besser hin.
Freut mich aber das es euch gefallen tut
Ist aber abgeschrieben
Der nächste wird mein selbgeschriebener sein.

[Editiert von [83]SexxyTjaden am 12.Feb.2006 um 03:40]
__________________

 
TS18UfO
20.02.2006 um 10:39 QuoteProfileSend PM

Clan: 0
Postings: 3

Geiles Bild....
__________________
Der zweite ist der erste Verlierer.
 
Jagdpanther
20.02.2006 um 14:06 QuoteProfileSend PM


Clan: Team Battlefield 1918
Postings: 3348

He's watching YOU...
Eine Anmerkung: das Bild der Furious zeigt in der linken oberen Ecke nicht dasselbe Schiff vor dem Umbau. Dabei handelt es sich klar um einen älteren Panzerkreuzer, wohl den Vorgängerbau der während des Krieges in Auftrag gegebenen und fertiggestellten neuen Furious. Diese war ursprünglich als "Large Light Cruiser" konzipiert, eine Art Kreuzung aus Leichtem Kreuzer und Schlachtkreuzer - sehr schnell (33 kn), fast ungepanzert und mit riesigen Geschützen ausgestattet (2x1 18"). Da man für sie kaum Verwendung hatte, wurde der Umbau zum experimentellen Flugzeugmutterschiff beschlossen, die anderen beiden Schiffe ihrer Klasse (Glorious und Courageous) wurden ebenfalls zu Trägern konvertiert.
__________________
Im Krieg verrohen die Sitten. Warum soll man eine Tür aufschließen, wenn man auch mit dem Sturmgeschütz dagegenfahren kann?


 
Makin
20.02.2006 um 15:25 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
Postings: 1198

Use the Dark Side and you are stronger than everything
War die Furious nicht ursprünglich für die Geplante Britische Landung in Pommern geplant worden?
__________________
Kein Plan überlebt die erste Feindberührung. (Helmuth von Moltke)
 
Jagdpanther
20.02.2006 um 17:48 QuoteProfileSend PM


Clan: Team Battlefield 1918
Postings: 3348

He's watching YOU...
Genau, daraus wurde dann allerdings nichts. Vermutlich deshalb, weil Admiral Lord Fisher, dessen Lieblingskinder die Large Light Cruisers waren, seinen Hut nehmen mußte. Vielleicht hatte man aber auch Angst, sich in ungünstigen Seegebieten zu verzetteln, oder konnte nicht genug Truppen freimachen. Gallipoli wird den Briten auch noch schwer im Magen gelegen haben.

Außerdem kann ich mir nicht recht vorstellen, was diese Schiffe gegen ein größeres Detachement der Hochseeflotte hätten ausrichten sollen. Durch den Kaiser-Wilhelm-Kanal konnten die doch verlegen, was sie wollten. Und diese LLCs waren zwar blitzschnell und schwer bewaffnet, aber beim ersten Treffer wären sie wohl schon in die Knie gegangen.
__________________
Im Krieg verrohen die Sitten. Warum soll man eine Tür aufschließen, wenn man auch mit dem Sturmgeschütz dagegenfahren kann?


 
Makin
20.02.2006 um 18:42 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
Postings: 1198

Use the Dark Side and you are stronger than everything
Das glaube ich auch, wenn die Briten in Pommern hätten landen wollen, hätten sie als Schutz ihre ganze Flotte einsetzen und dann hätte die Hochseeflotte nur noch den Großen und den Kleinen Belt sperren müssen und die Briten wären geliefert gewesen.
__________________
Kein Plan überlebt die erste Feindberührung. (Helmuth von Moltke)
 
Parabellum
21.02.2006 um 12:14 QuoteProfileSend PM


Clan: Team Frontline18
Postings: 5411

Wenn man sich die entsprechenden Quellen im Detail ansieht (auszugsweise in Roberts: Battlecruisers und Brown: The Grand Fleet besprochen), dann stellt man fest, daß die "Large Light Cruisers" keine herkömmlichen Kriegsschiffe sein sollten. Speziell waren sie nicht für Seegefechte gegen andere Schiffe vorgesehen.
Schon alleine ihre Kombination aus sehr geringem Tiefgang und extrem schwerer Artillerie machten sie dafür ungeeignet: Die beiden Schwesterschiffe der Furious durften beispielsweise keine vollen Breitseiten abfeuern, sondern nur halbe (von jedem Zwillingsturm ein Geschütz), weil das zum einen die Schiffsverbände beschädigt hätte und zum anderen die Rollstabilität bei Querabfeuer zu gering war. Auf gut Deutsch: man befürchtete, daß das Schiff unter ungünstigen Bedingen umkippte!
Stattdessen war es offenbar so, daß die "Large Light Cruisers" nahe an der gegnerischen Küste Landziele beschießen sollten, wobei ihr geringer Tiefgang ihnen zum einen erlaubte, näher an der Küste zu operieren, und sie zum anderen zu schlechten Zielen für gegnerische Torpedos machte.
Die hohe Geschwindigkeit hätte ihnen dann ein schnelles Entkommen im Falle des Auftauchens feindlicher Flottenverbände ermöglicht, während die starke Sekundärbewaffnung (18x 10,2cm) feindliche T-Boote auf Abstand hielt. Auch der erstmalige Einbau von engrohrigen Wasserrohrkesseln in britische Großkampfschiffe diente diesem Zweck, denn dadurch konnten die Schiffe schnell von eher behäbiger Fahrt bei Küstenbeschießung auf Maximalfahrt um einem Angreifer zu entkommen beschleunigen.

Das die Schiffe tatsächlich dann doch als traditionelle Schlachtkreuzer eingesetzt wurden und sich in dieser Rolle als weitestgehend unbrauchbar erwiesen, liegt schlichtweg daran, daß mit dem Wegfall der Ostseelandung irgendein anderer Verwendungszweck für diese teuren Schiffe gefunden werden mußte - eben der naheliegende als Schlachtkreuzer.
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Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat. (Napoléon Bonaparte)
 
Kopernikus
21.02.2006 um 12:34 QuoteProfileSend PM


Clan: The Ameland Rockers
Postings: 2319

Zitat:

War die Furious nicht ursprünglich für die Geplante Britische Landung in Pommern geplant worden?


Von der Idee höre ich gerade das erste mal, hat da einer noch ein paar Infos mehr zu?
__________________
SI VIS PACEM, PARA BELLUM
http://www.tar-clan.de/


 
Parabellum
21.02.2006 um 12:50 QuoteProfileSend PM


Clan: Team Frontline18
Postings: 5411

Kopernikus hat folgendes geschrieben:
Von der Idee höre ich gerade das erste mal, hat da einer noch ein paar Infos mehr zu?

Das ist eine der typischen "Entlastungsideen" des Duos Fisher/Churchill. Während des Krieges lancierten die beiden eine ganze Reihe mehr oder weniger durchdachter Vorschläge, wie man durch waghalsige Landungsoperationen den festgefahrenen Krieg wieder in Bewegung bringt und die Westfront entlasten kann.
Darunter waren neben dem tatsächlich durchgeführten Gallipoli-Unternehmen auch Landungen auf Helgoland (als vorgeschobene Basis für eine enge Blockade der deutschen Küste), auf Borkum (dito) und an der pommerschen Küste, sowie eine Offensive die Donau hinauf mit einer Kanonenbootflotte (siehe "China-Gunboats").

Die Ostseelandung war dabei als massiver Durchbruch durch Skagerrack und Kattegatt gedacht, bei dem die Grand Fleet die Hochseeflotte binden sollte, während eine eigens dafür gebaute Landungsflotte mit den drei "Large Light Cruisers" britische und russische Truppen in Vorpommern landet, die dann direkt auf Berlin marschieren. Nach dem zweiten Weggang Lord Fishers wurde die Planung jedoch halbgar auf Eis gelegt und so gibt es massenhaft ungeklärte Fragen, wie die RN eigentlich vorgehen wollte.
Was jedoch erhalten blieb, war eine Reihe halbfertiger Schiffe (darunter die "Large Light Cruisers"), die speziell für diese Operation in Auftrag gegeben worden waren.
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Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat. (Napoléon Bonaparte)
 
Jagdpanther
21.02.2006 um 12:58 QuoteProfileSend PM


Clan: Team Battlefield 1918
Postings: 3348

He's watching YOU...
Die Sache wäre vermutlich übel nach hinten losgegangen. Gallipoli war ja schon eine Katastrophe, und das waren nur die relativ schlecht ausgerüsteten Türken! In der Ostsee hätten die Deutschen den Landungsverband leicht mit Seestreitkräften angreifen können, und eine Landung von britischen und russischen Soldaten hätte ebenfalls eine Schwächung der West- und Ostfront bedeutet, selbst wenn dadurch einige deutsche Soldaten gebunden worden wären. Die Deutschen hätten binnen weniger Tage genug Truppen freimachen können, um der Offensive entgegenzutreten - das haben wir oft genug gesehen.
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Im Krieg verrohen die Sitten. Warum soll man eine Tür aufschließen, wenn man auch mit dem Sturmgeschütz dagegenfahren kann?


 
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