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| FL18 - Frontline18 .:. Das Wunder an der Marne |
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Das Wunder an der Marne
Der Schlieffen-Plan
Seit Deutschland sich neben der Feindschaft mit Frankreich auch im Gegensatz zu England und Rußland befand, hatte die Heeresleitung einen Operationsplan für den Fall eines Zweifrontenkrieges ausgearbeitet. Zunächst sollten alle verfügbaren Kräfte im Westen konzentriert werden und Frankreich in einem schnellen Feldzug niederwerfen, bevor Rußlands Kriegsmaschinerie auf vollen Touren lief. Dann wollte man die im Westen freiwerdenden Kräfte nach Osten werfen und den Kampf mit der „russischen Dampfwalze“ aufnehmen.
Für das deutsche Vorgehen waren die Überlegungen des Generalfeldmarschalls Alfred von Schlieffen (Generalstabschef 1891-1905) ausschlaggebend. Seine Angriffsplanung ging als „Schlieffen-Plan“ in die Geschichte ein. Die deutschen Truppen sollten entlang der belgischen Grenze massiert werden und unter Bruch der belgischen Neutralität schnell vorrücken, um die Franzosen in der Flanke zu fassen und zu überrumpeln. Etwa standhaltende Teile der feindlichen Armee sollten durch einen weit ausholenden Schwenk in Richtung Westen überflügelt und eingekreist werden, um den Gegner in einer schnellen Kesselschlacht zu überwältigen und den größten Teil der feindlichen Streitkräfte zu vernichten. Danach wäre der Weg nach Westen in Richtung Paris und Atlantikküste frei. Währenddessen sollten nur geringe Kräfte in Elsaß-Lothringen bleiben, um eine etwaige französische Gegenoffensive aufzuhalten. Schlieffen kam zu dem Ergebnis, daß Frankreich mit diesem Plan innerhalb von vier Wochen niedergerungen werden könnte.
Schlieffens Nachfolger, Generaloberst Helmuth von Moltke, änderte den seiner Ansicht nach zu riskanten Plan in mancher Hinsicht ab. Er stärkte die Truppen am linken deutschen Flügel auf Kosten des rechten, entscheidenden Flügels, um eine doppelte Offensive zu erreichen, ließ dabei jedoch außer acht, daß dadurch der Erfolg des Vorstoßes des rechten Flügels durch Belgien in Frage gestellt wurde. Der Vormarsch durch Belgien war zwar militärisch sinnvoll und notwendig, jedoch politisch höchst riskant, weil man damit England in den Krieg hineinzuziehen fürchtete, wie es schließlich auch geschah.
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Der Schlieffen-Plan: die französischen Armeen sollten in einer riesigen Umfassungsbewegung zerschlagen werden
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Vorbereitungen und Pläne
In den frühen Morgenstunden des 4. August 1914 überschritten deutsche Truppen die Grenze nach Belgien und drangen tief ins Landesinnere vor. Die belgische Armee leistete Widerstand, der jedoch durch die große deutsche Übermacht schnell gebrochen wurde, die Grenzfestung Lüttich fiel innerhalb weniger Tage weitgehend in deutsche Hand. Durch den Bruch der belgischen Neutralität traten auch die Engländer in den Krieg ein und bereiteten die Entsendung von Bodentruppen nach Frankreich vor.
Bis zum 17. August war der deutsche Aufmarsch gegen Frankreich im wesentlichen abgeschlossen, 1,6 Millionen Soldaten standen bereit. Der Operationsplan folgte weitgehend Schlieffens Vorgaben, der rechte deutsche Flügel mit der 1. bis 5. Armee, dem 1., 2. und 4. Kavalleriekorps und 3674 Geschützen sollte durch Belgien und Nordfrankreich vorstoßen, die französischen Festungen umgehen und Paris einschließen. Im weiteren Verlauf sollten die Franzosen gegen die Schweizer Grenze gedrückt und eingekesselt werden.
Die Franzosen überließen den Deutschen die Initiative und planten lediglich einen Angriff auf das Elsaß. Inzwischen kamen die ersten englischen Kräfte – vier Infanteriedivisionen und eine Kavalleriedivision – in Frankreich angekommen und wurden unter französisches Oberkommando gestellt. Beide Seiten gingen von einem kurzen Krieg aus, jedoch hatte keine an einem der Kriegsschauplätze eine entscheidende Überlegenheit.
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Deutsche Truppen auf dem Weg zur Front
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Der deutsche Angriff
Die Deutschen begannen am 18. August mit ihrem Vormarsch und gewannen gegen die unterlegenen Belgier schnell an Boden, bereits am 20. August rückte die 1. deutsche Armee in Brüssel ein. Die Belgier zogen sich auf Antwerpen zurück und leisteten zähen Widerstand, was einiges an deutschen Kräften band. Währenddessen versuchten die Franzosen, ihren linken Flügel zu stärken und mit einer Gegenoffensive auf die deutschen Flanken den Vormarsch des Gegners zu stoppen, jedoch vergeblich. Die Deutschen waren stark überlegen, jedoch gelang es ihnen nicht, Teile der feindlichen Kräfte zu umfassen und ihnen den Rückzug abzuschneiden. Zwischen dem 24. und 26. August eroberten die Deutschen die Festungen Namur und Longwy, während die deutsche 6. und 7. Armee die Franzosen auf ihre Festungslinie zurückwarf. Jedoch wurden die deutschen Versorgungslinien immer länger, und die Ententetruppen genossen den Vorteil der inneren Linie mit kurzen Verbindungswegen. Auch war der äußerste deutsche rechte Flügel jetzt gefährlich schwach und den ihm gegenüberstehenden Kräften nicht mehr überlegen. Trotzdem befahl die deutsche Oberste Heeresleitung der 1., 2. und 3. Armee, zum Angriff auf Paris einzuschwenken, in der Annahme, daß ihnen nur noch schwache und unorganisierte Feindverbände gegenüberstünden. Das erwies sich als Irrtum, die Franzosen hatten bei Amiens eine neue Widerstandslinie gebildet, an der sich die deutschen Angriffe festliefen. Zugleich drohte ein Gegenangriff der französischen 5. Armee die deutsche Front zu zerreißen, so daß die deutschen Armeen des rechten Flügels die Besetzung von Paris aufgaben und nach Südosten und Süden einschwenkten, um die Franzosen zu umfassen.
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Deutsche Kavalleristen in Brüssel
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Die Marneschlacht
Währenddessen drohte in Paris eine Panik auszubrechen, die deutschen Angriffsspitzen waren nur noch 40 Kilometer von der Stadt entfernt. Die Franzosen hatten schwere Verluste erlitten, und die Regierung war bereits aus der Hauptstadt nach Bordeaux geflohen. Flüchtlingsströme verstopften die Straßen in Richtung Südwesten. Doch der deutsche Vorstoß zielte nicht mehr in Richtung Paris, sondern nach Süden und Südosten. Die deutsche 1. und 2. Armee stießen östlich an Paris vorbei und überschritten am 3. und 4. September die Marne, die 3. Armee nahm Reims und überschritt ebenfalls den Fluß. Dabei waren die deutschen Nachschublinien bis aufs äußerste gestreckt, die Reserven praktisch verbraucht. Damit ergab sich für die Franzosen eine günstige Gelegenheit, den Deutschen mit einem Angriff in die offene Flanke von Paris aus eine Niederlage beizubringen. Die französische 6. Armee wurde von Norden her in den Raum Paris verlegt, hinter der Marne sammelte sich die neu aufgestellte 9. Armee. Am 4. September beschlossen die Franzosen, innerhalb von zwei Tagen anzugreifen und den deutschen rechten Flügel zu umfassen. Dabei hing das Gelingen der Offensive von der schnellen Zuführung einer frischen, kampfstarken Division vom Raum Paris an die Marne. Zu diesem Zweck wurden 700 Taxis aus Paris requiriert, welche im unaufhörlichen Pendelbetrieb zwischen Bahnhof und Front jeweils vier Infanteristen an die Front transportierten und die Division rechtzeitig in Position brachten. Diese Begebenheit ging als das „Wunder an der Marne“ in die Geschichtsbücher ein.
Der französische Angriff, der sich vom 9. bis zum 12. September zur Marne-Schlacht entwickelte, war erfolgreich, unter Beteiligung der britischen Expeditionsstreitmacht wurden die deutschen Armeen zum Rückzug gezwungen und konnten Paris nicht länger bedrohen. Damit war der deutsche Angriffsplan gescheitert, Frankreich innerhalb kurzer Zeit zu überrennen. Bald schon verhärteten sich die Fronten im Stellungskrieg und bewegten sich für die nächsten vier Jahre kaum noch.
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Karte der Truppenbewegungen. Statt Paris zu umfassen, werden die deutschen Truppen an der Marne gestoppt
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Nachwirkungen
Durch Fehler in der Planung und falsche Gewichtung ihrer Streitkräfte hatten die Deutschen einen schnellen Sieg über Frankreich verschenkt. Statt einem schnellen, kurzen Feldzug entwickelte sich der Krieg zu einer langwierigen, unmenschlichen Abschlachterei. Die Überlegenheit der Entente an Menschen und Material kam mit fortschreitendem Kriegsverlauf immer mehr zur Geltung, insbesondere mit dem Kriegseintritt der USA, und verhinderte einen Sieg der Mittelmächte. Hätte die deutsche Armee Frankreich zerschlagen können, wäre der ganze Krieg mit Sicherheit völlig anders verlaufen.
Schlieffens Planungen waren aber weiterhin bestimmend für die Strategie der Deutschen gegen Frankreich. 1940 sollte Schlieffens Absicht in modernisierter Form wieder zu Ehren kommen: die Deutschen durchstießen mit ihren gepanzerten Kräften durch die unwegsamen Ardennen hindurch das Zentrum der französischen Front und spalteten die alliierten Armeen in zwei Teile. Der eine Teil wurde gegen den Kanal gedrängt, während der andere auf Paris zurückfiel. Das brachte den Deutschen den Sieg, denn die eingeschlossenen britischen und französischen Armeen mußten über den Kanal flüchten oder sich ergeben. Die verbliebenen französischen Truppen waren nun deutlich unterlegen und konnten rasch überwältigt werden.
Auch 1944 sah der Operationsplan der Ardennenoffensive vor, durch die gegnerische Front nach Antwerpen vorzustoßen und die alliierten Truppen zu spalten. Dafür reichten allerdings die Kräfte nicht mehr aus, und der Vorstoß blieb auf halbem Wege stecken.
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Deutscher Panzer 1940 in Frankreich
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| Autor |
Thema: Das Wunder an der Marne |
 | Easy69 |
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Clan: Kein Clan
Postings: 12
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He Jagdpanther, toller Bericht.
Hab allerdings mal gelesen, dass die Taxis nicht entscheidend für die verstärkung der Truppen bei der Marneschlacht waren, da die Transportkappazität viel zu gering war um genügend Truppen an die Front zu bringen.
Die neue Variante des Schliefenplans war übrgens der von Mahnstein erdachte "Sichelschnittplan", welcher starke Panzerverbände durch die Ardennen ? schickte, etwas womit bei den Franzosen niemand gerechnet hatte, die gingen von einer Neuauflage des Schliefenplans aus und wurden somit überrumpelt.
Greets
Easy
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 | Rommel |
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Clan: Kein Clan
Postings: 260
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Welche Offensive meinst du Easy69?
Die Ardennenoffensive gegen Ende des Krieges oder die Offensive der Deutschen am Anfag des 2. WK gegen Frankreich?
Zumindest am Anfag des WK2 gingen die Franzosen davon aus, wie du schon sagstest, dass es ein zweites Mal den Schlieffenplan geben wird, alelrdings täuschten sie sich da gewaltig, während sie sich hinter ihrer Magniotlinie verschanzten brachen die Deutsche mit schnellen motorisierten Verbänden einfach durch und standen hinter der Verteidigung, womit die Franzosen überrumpelt wurden.
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Stalin
The death of one man is a tragedy. The death of millions is a statistic
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 | Easy69 |
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Clan: Kein Clan
Postings: 12
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Hey Rommel, ich meinte schon die Offensive am Anfang des 2 WK.
Die Ardennenoffensive im Winter 1944 war ja der letzte Versuch der Wehrmacht das Blatt nochmal zu wenden. Hat aber nicht funktioniert, wie Jagdpanther schon gesagt hat. Zum einen, weil es zu wenig Treibstoff für die Panzer gab, zum anderen weil das Wetter aufklarte und die Amis ihre Luftüberlegenheit ausspielen konnten ( die deutsche Luftwaffe war ja nach der Operatin "Bodenplatte" quasi nicht mehr existent, da dabei ein Haufen guter Piloten und Flugzeuge verlorengingen, der verbleibende Rest hatte auch kaum noch Sprit).
Außerdem haben sich die Amis ja auch ziemlich verbissen gewehrt ;-)
Easy
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 | Emig |
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Clan: Kein Clan
Postings: 5
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Es gibt einen TV-Film aus den 80gern "Die Generäle". er zeigt "das Wunder an der Marne" aus der
Sicht des AOK. Wenn jemand Interesse hat kann ich diesen zukommen lassen.
Grüße
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