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Bei Ausbruch des Krieges besaß Großbritannien nur vier ältere Armeeluftschiffe, die zu Aufklärungszwecken sofort der Royal Navy überstellt wurden. Daneben existierten noch zwei alte Continental-Luftschiffe und ein Trainingsschiff, im ganzen Land gab es kaum Infrastruktur für Luftschiffahrt im größeren Stil. Dennoch gründete man schon bald den Royal Naval Air Service, d.h. die Marineluftwaffe. Die Marine forderte schon bald nach Kriegsausbruch ein leichtes Luftschiff zu Aufklärungszwecken, insbesondere nach den ansteigenden Verlusten durch deutsche U-Boote. Die Admiralität setzte folgende Leistungsdaten voraus: das Luftschiff sollte eine Geschwindigkeit von 40 bis 50 Meilen in der Stunde entwickeln, 160 Pfund Bomben und ein Funkgerät tragen können und genügend Treibstoff für acht Stunden Flug mitführen. Dazu sollten sie eine Mindesthöhe von 5000 Fuß erreichen und möglichst simpel konstruiert sein, um sowohl Produktion als auch Ausbildung der Mannschaften zu vereinfachen. All dies sollte innerhalb weniger Wochen entwickelt werden, da die Zeit drängte.
Bereits im März 1915 war der Prototyp bereit, fünf Wochen nach dem ersten Treffen der Admiralität mit den Entwicklern. Er war 140 Fuß lang und besaß ein Volumen von 70.000 Kubikfuß. Es handelte sich dabei um ein Pralluftschiff ohne tragende Struktur, als Gondel diente ein konvertierter Flugzeugrumpf. Mit nur geringen Modifikationen ging das neue Projekt in Serie und wurde bald bei der Navy in Dienst gestellt. Neue Luftschiffhäfen entstanden entlang der englischen Küsten, um als Basen für die neuartigen Aufklärer zu dienen.
Die Luftschiffe führten Patrouillen der Gewässer rund um England durch und blieben dabei über Funk in engem Kontakt mit ihren Basen. Sie stellten ein wichtiges Element der britischen U-Boot-Bekämpfung dar. Zwar konnte ein Luftschiff nur einen Bruchteil der Bewaffnung mitführen, die ein Kriegsschiff tragen konnte, andererseits konnte es kein Kriegsschiff mit der Geschwindigkeit der Luftschiffe aufnehmen. Die Aufgabe des Luftschiffes war es, U-Boote auszumachen und dann nach Verstärkung zu rufen. Sie fanden auch Verwendung bei der Überwachung der Straße von Dover, die gegen das Eindringen deutscher Kriegsschiffe und U-Boote gesichert werden sollte. Gelegentlich wurden die Schiffe auch zu Aufklärungsflügen über Land eingesetzt. Später verwendete man sie auch zur Bewachung von Geleitzügen auf hoher See, wobei sie von Bord eines Schiffes aus operierten. Das Flugzeugmutterschiff Furious führte ein SS-Luftschiff mit, welches das Schiff vor U-Bootattacken schützen sollte.
Trotz gelegentlicher Unfälle bewährten sich die Aufklärer gut, und es wurden neue, größere und stärkere Varianten mit besserer Bewaffnung gebaut. Am beliebtesten bei den Crews waren die Luftschiffe der Ausführung "Zero", die Maschinengewehre und eine Bombe trugen. Mit ihnen war es möglich, entdeckte U-Boote selbst anzugreifen.
Insgesamt wurden 158 Luftschiffe der "SS"-Klasse gebaut, davon gehörten 77 zum Typ "Zero". Jedes von ihnen kostete etwa 2500 Pfund.
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