Frontline18
    Frontline18    |    BF1918    |    History    |    Forum [ ? ] User Online    |    Login    German English
Geschichte
Suchen
Buddyliste [0/0]
Du musst eingeloggt sein um die Buddyliste zu nutzen.
FL18 - Frontline18 .:. Französischer leichter Panzer Renault FT 17

:: Französischer leichter Panzer Renault FT 17 ::

Französischer leichter Panzer Renault FT 17

Die Suche nach einer Alternative

Mit den beiden großen Kampfwagen von Schneider und St. Chamond besaß Frankreich im Ersten Weltkrieg die stärksten Tanks der Welt. Dennoch war die französische Heeresleitung nie wirklich zufrieden damit. Zu sehr war man von der Geländegängigkeit des, auf dem britischen Holt-Traktor basierenden, Fahrgestells mit kurzem und flachem Kettenlaufwerk überzeugt gewesen. Im Einsatz jedoch erwiesen sich beide als ungenügend angesichts eines von Granattrichtern und Schützengräben aufgewühlten Schlachtfeldes.
Aus diesem Grunde begann der Chefkonstrukteur des französischen Tankkorps, Colonel Jean-Baptiste Estienne, bereits sehr früh mit der Suche nach einem leichten Begleitpanzer für seinen CA 1. Dieser sollte die Infanterie beim Vorrücken gegen MG-Nester und Mörserstellungen unterstützen und von den schweren Tanks erkämpften Frontdurchbrüche ausnutzen, um weit ins feindliche Hinterland vorzudringen.
Da die beiden großen Spezialfirmen für Kettenfahrzeuge Schneider und FAMH bereits ausgelastet waren, wandte er sich dafür an den Automobilhersteller Louis Renault. Dieser wehrte sich anfangs, wegen der mangelnden Erfahrung mit Kettenfahrzeugen, ließ sich aber schließlich von Estienne überzeugen, in die Herstellung kettengetriebener Artilleriezugmaschinen umzusteigen, um dann später diese Erfahrungen beim Bau des projektierten leichten Panzerwagens umzusetzen.
Nachdem derart die notwendige Produktionskapazität gesichert war, legte Estienne schließlich im Oktober 1916 dem französischen Oberbefehlshaber General Joseph Joffre seine Pläne vor: Darin sah er einen relativ leichten Tank von gerade einmal 4.000 kg vor, der - eine Novität für die damalige Zeit - seine Hauptbewaffnung in einem 360° drehbaren Turm tragen sollte. Auch die selbsttragende Karosserie und die vorgesehene Geschwindigkeit von 12 km/h war ihrer Zeit weit voraus. Außerdem sollte nach Estiennes Vorstellungen ein Teil der 1.000 Fahrzeuge mit Funkgeräten ausgestattet werden.
All diese fast revolutionären Vorschläge fanden heftigen Widerstand im Kriegsministerium, so dass Renault vorerst nur den Auftrag für drei Prototypen erhielt. So verging eine ganze Weile, bis endlich im Februar 1917 der Bau einer ersten Serie von 150 Exemplaren unter dem Namen Char Faible Tonnage 1917 (kurz FT 17) bewilligt wurde. Diese bewährten sich an der Front aber so hervorragend, dass die Bestellungen auf Intervention des neuen französischen Oberbefehlshabers General Henri Pétain immer weiter erhöht wurden, und Ende 1918 schließlich einen Stand von über 7.800 Exemplaren erreichten. Um diese Zahl zu realisieren, wurde der FT 17 schließlich nicht nur bei Renault, sondern auch bei Belleville, Berliet, Delaunay und SOMUA gebaut.


Char Mitrailleuse Renault FT 17 mit dem frühen gegossenen Turm

Der Renault FT 17

Wie bereits oben angedeutet, basierte der FT 17 nicht auf einem konventionellen Chassis, sondern war im Prinzip eine selbsttragende „Kiste“ aus Panzerstahl von 6 bis 16 mm Dicke. Darauf saß auf auf Kugellagern der Geschützturm mit einem 8 mm-MG mit 4.800 Schuß Munition und einer pilzförmigen Beobachtungskuppel. Auf der Rückseite des Turmes war eine Einstiegsklappe für den Kommandanten/Schützen, während das zweite Besatzungsmitglied - der Fahrer - durch die aufklappbare Vorderfront des Rumpfes einstieg. Die ersten 83 Fahrzeuge besaßen einen Turm aus Gußstahl, der sich als teuer und kompliziert in der Herstellung erwies und daher in späteren Exemplaren durch einen achtseitigen genieteten Turm ersetzt wurde. Als man nach dem Krieg wieder zu gegossenen Türmen überging, wurde die so ausgerüsteten Fahrzeuge als FT 18 bezeichnet.
Leider fiel der FT 17 etwa 70% schwerer aus, als ursprünglich vorgesehen, so dass sich mit dem eingebauten 35 PS-Benzinmotor nur knapp unter 8 km/h erreichen ließen. Außerdem musste aufgrund der kompakten Form bei allen Serienexemplaren eine Heckverlängerung in Form einer etwa 1 m langen Metallplatte angesetzt werden, um zu verhindern, dass der FT 17 beim Überfahren eines Grabens steckenblieb.
Ab Mai 1918 wurde der MG-bewaffnete Char Mitrailleuse FT 17 durch einen Char Canon FT 17 ergänzt, der statt des Maschinengewehrs eine 37 mm-Puteaux-Kanone mit 237 Schuß trug. Außerdem gab es noch den FT 75S mit einer kurzläufigen 75 mm-Haubitze in einem speziell entworfenen Turm und den turmlosen Kommandopanzer FT 17 Télégraphie San Fil mit Funkgerät, die aber beide erst nach dem Waffenstillstand ausgeliefert wurden - hauptsächlich für den Dienst in den nordafrikanischen Kolonien.


Char Canon Renault FT 17 mit oktagonalem genietetem Turm

Im Einsatz in aller Welt

Beginnend mit seinem ersten Kampfeinsatz am 31. Mai 1918 im Forêt de Retz war der FT 17 nahezu omnipräsent an der Westfront und praktisch keine Kampfhandlung fand ohne ihn statt. Dabei erwies sich der FT 17 als unglaublich robust und handlich, obwohl er im Grunde eine ausgesprochen einfache Konstruktion war.
Diese Primitivität im Entwurf ging übrigens so weit, dass der Panzerkommandant seinem Fahrer Anweisungen üblicherweise per Fußtritt gab, weil der Lärm im Fahrzeug keine mündlichen Befehle erlaubte: Ein Tritt in den Rücken bedeutete „vorwärts“, ein Tritt an eine der Schultern „rechts/links abbiegen“ und ein Tritt an den Kopf „stopp“. Besonders unbeliebt muß der Rückwärtsgang gewesen sein, denn das Kommando dafür waren mehrere Tritte an den Kopf! (so zu lesen in Dale E. Wilson: Treat 'em Rough!).
Dennoch war der FT 17 bei Franzosen und US-Amerikanern im Ersten Weltkrieg hochbeliebt und wurde danach in gigantischen Zahlen in alle Welt exportiert, unter anderem nach Belgien, Brasilien, China, Finnland, Griechenland, Jugoslawien, Kanada, die Niederlande, Polen, Spanien und in die Tschechoslowakei. Dazu kamen mehr oder weniger modifizierte Lizenzbauten in Italien (Fiat 3000), Japan (Typ 97 Ko-Gata Sensha), der Sowietunion (KS, MS-1, MS-2) und den Vereinigten Staaten (6-ton Tank M1917).
Frankreich selber setzte den FT 17 noch bis 1940 im aktiven Dienst und als Schulfahrzeug ein und entwickelte 1927 sogar eine modernisierte Version mit stärkerer Panzerung (maximal 4 mm) und stärkerem Motor (60 PS) für 18 km/h Spitzengeschwindigkeit. Davon wurden aber nur einige Exportexemplare an Japan und Jugoslawien geliefert.


Renault FT 17 einer amerikanischen Einheit
Technische Daten:
Gewicht: 6.800 kg
Länge: 4,10 m (5,00 m mit Heckausleger)
Breite: 1,74 m
Höhe: 2,14 m
Antrieb: 4cyl Renault-Benzinmotor mit 35 PS
Geschwindigkeit: 7,7 km/h
Fahrstrecke: 35 km
Max. Panzerung: 16 mm
Bewaffnung: ein 8 mm-MG mit 4.800 Schuß oder eine 37 mm-Kanone mit 237 Schuß
Besatzung: 2 Mann
Anmerkung: Bei den Recherchen zu diesem Artikel bin ich unter anderem auf diese Seite gestoßen, auf der das komplette Bedienungshandbuch des FT 18 zu lesen ist, wenn auch leider nur auf französisch.

02. August 2004 - 13:55
( Parabellum )

Deutsche Foren >> Kommentare > Französischer leichter Panzer Renault FT 17
Antwort erstellen
 Autor Thema: Französischer leichter Panzer Renault FT 17
mysquirrel
17.08.2004 um 17:13 QuoteProfileSend PM


Clan: Kein Clan
Postings: 1759

Interessanter Artikel!

und das mit den Fusstriten klingt Lustig!
__________________



 
Kaiserjäger Goldi
17.08.2004 um 17:50 QuoteProfileSend PM


Clan: [BEF]
Postings: 6163

Viribus Unitis
klingt gut
nur was macht der britte bei den Amis?
__________________


 
Trenchnut
17.08.2004 um 17:58 QuoteProfileSend PM


Clan: Canadian Engineers
Postings: 640

-das ist ein Amerikaner Goldi....
Die hatten den gleichen Helm. Die ersten 100.000 US Soldaten erhielten sogar noch den original
britischen Brodie. Fotos von meiner Sammlung sind leider nicht online, aber vielleicht kann ich die ja hier
bei BF18 irgendwie einstellen.
Gruß Trenchnut

__________________
OLD SOLDIERS NEVER DIE
 
BlackJack
17.08.2004 um 18:03 QuoteProfileSend PM


Clan: Kein Clan
Postings: 2735

trenchnut wir ham ne usergallerie
__________________

 
Trenchnut
17.08.2004 um 18:56 QuoteProfileSend PM


Clan: Canadian Engineers
Postings: 640

Danke für den Hinweis.
Nachdem ich ein Bild hochgeladen hatte erschien folgender Kommentar:

* Beim Upload der Bilder sind folgende Fehler aufgetreten

* No ZIP File found in uploaded files
* Es wurden keine erlaubten Dateien gefunden


Uuih Schoisse....


__________________
OLD SOLDIERS NEVER DIE
 
Leibdragoner
17.08.2004 um 19:12 QuoteProfileSend PM

Clan: I.C.P.C.
Postings: 633

mysquirrel hat folgendes geschrieben:
Interessanter Artikel!

und das mit den Fusstriten klingt Lustig!


Stimmt.

Da heißt's sich möglichst nicht zu verfahren sonst Gehirnerschütterung löl.

__________________

 
Kaiserjäger Goldi
17.08.2004 um 22:43 QuoteProfileSend PM


Clan: [BEF]
Postings: 6163

Viribus Unitis
nun ja auf dem artikel den ich habe stand nur dass es ein
britte ist (auf dem bild)
__________________


 
nA
18.08.2004 um 17:40 QuoteProfileSend PM

Clan: 0
Postings: 3500

Der FT-17 wurde auch von den Japaneren im ersten Weltkrieg benutzt. Wie auch von Amerikanern, Franzosen ( wie erwähnt) und im 2. Weltkrieg wurde er als Beutefahrzeug in der Deutschen Wehrmacht eingesetzt.

[Editiert von Lebel am 18.Aug.2004 um 17:41]
 
[ Antwort erstellen ]
  WebSystem © 2003 by Griffon · DOTLAN · info @ dotlan.net · www.dotlan.net