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FL18 - Frontline18 .:. Französischer schwerer Panzer Schneider CA 1

:: Französischer schwerer Panzer Schneider CA 1 ::

Französischer schwerer Panzer Schneider CA 1

Wenn zwei das gleiche denken…

Etwa zur gleichen Zeit, als Lieutenant-Colonel Ernest Swinton dem War Office in England seine Pläne für ein gepanzertes Kampffahrzeug vorstellte, beschäftigte sich in Frankreich ebenfalls ein Mann mit einem derartigen Konzept: Der Artillerieoffizier Colonel Jean-Baptiste Estienne. Dieser war fasziniert von der Idee eines Cuirasse Terrestre (Landschlachtschiffes) auf Basis des äußerst geländegängigen Vollkettentraktors von Holt, der in der französischen Armee als Artilleriezugmaschine eingesetzt wurde.
Mit Hilfe des französischen Oberbefehlshabers General Joseph Joffre - dem jedes Mittel recht war, um den verlustreichen Stellungskrieg zu beenden - entwickelte Estienne bald darauf das Konzept einer etwa vier Tonnen schweren gepanzerten Zugmaschine, die in einem ebenso gepanzerten Schlitten von knapp sieben Tonnen Gewicht bis zu 20 Infanteristen über das Schlachtfeld befördern sollte - ein Konzept, dass stark an das britische 'Trojan Horse' erinnert und auch ebensoso verwundbar durch gezieltes Artilleriefeuer gewesen wäre.
Genauso wie sein englischer Kollege Swinton musste auch Estienne hinnehmen, dass man sein Projekt verwarf und ihn stattdessen aufforderte, mit kommerziellen Fahrzeugbauern ein realistischeres Konzept zu entwickeln. In seinem Falle war das Eugene Brillié vom Schneider-Creuzot-Konzern.


Ein fabrikneuer CA Schneider rollt auf den Tieflader zur Front

Der Char d’Assaut Schneider

Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit war der Ende 1915 vorgestellte Char d’Assault 1 (kurz CA 1 oder einfach Schneider), der das Fahrgestell des erprobten Holt-Traktors mit einem bootsförmigen Aufbau aus vernieteten Panzerstahlplatten verband. Die seltsame Form rührte dabei aus der geringen Länge und Höhe des Fahrwerkes her, die relativ ungeeignet für das Überwinden von Steigungen oder Schützengräben war. Zu groß erschien das Risiko, mit der Fahrzeugfront in einer Bodenwelle oder einem Granattrichter stecken zu bleiben. Durch die lange kielartige Vorderfront sollte der Schneider über derartige Hindernisse einfach hinwegrutschen, auch. Einem ähnlichen Gedanken entsprangen die beiden gebogenen Verlängerungen am Heck, die ein Zurückrutsch in gerade überschrittene Schützengräben verhindern sollten.
Die Hauptbewaffnung dieses 14,5 Tonnen schweren Vehikels sollte ursprünglich eine schnellfeuernde 37 mm-Kanone sein. Angesichts der Bedrohung durch die deutsche Feldartillerie wurde dies aber kurz vor Beginn der Serienproduktion noch in eine gekürzte 75 mm-Haubitze geändert. Montiert war diese Waffe in der abgeschrägten rechten Frontseite, direkt neben dem Fahrer, wodurch der Richtbereich nach rechts hervorragend (über 50°) war, während er nach links nur bei knapp 5° lag. Dazu kamen zwei Maschinengewehre in Kugellafetten auf den Fahrzeugseiten.


Char d'Assaut Schneider

Das "Rollende Krematorium"

Viele Hoffnungen setzte Frankreich in das neue Fahrzeug und so wurden Ende Januar 1916 gleich 400 Stück auf einen Schlag bestellt. Noch bevor der erste davon fertig war, wurde im August 1916 bereits die Artillerie d’Assaut - die französische Panzertruppe - unter dem Befehl Colonel Estiennes gegründet, um Fahrer und Kanoniere für die neue Waffe auszubilden.
Ab November des Jahres kamen dann die ersten Schneiders an die Front, aber es dauerte noch bis zum Frühjahr 1917, bis der erste Kampfeinsatz freigegeben wurde: Bei der Schlacht von Berry-au-Bac nahe Chemin des Dames wurden 132 Schneiders unter dem Befehl von Commendant Louis-Marie Bossut eingesetzt, um einen Frontdurchbruch zu erzwingen. Aber der Tag wurde eine Katastrophe, denn genau in diesem Frontabschnitt waren die Deutschen einige Tage zuvor mit neuentwickelter Wolframkern-Munition (sogenannten K-Geschossen) ausgerüstet worden. Diese durchschlugen die knapp 11 mm dicke Panzerung des CA 1 problemlos und entzündeten oft die über den Köpfen der Besatzung montierten Benzintanks. 57 Schneider-Tanks explodierten im deutschen Abwehrfeuer und viele weitere wurden von ihren Besatzungen in Panik auf dem Schlachtfeld verlassen. Schon bald breitete sich daher auf beiden Frontseiten der Spitzname "Rollendes Krematorium" aus.
Nach dem verheerenden ersten Einsatz wurden schnellstmöglich der interne Benzintank gegen zwei gepanzerte externe Tanks ersetzt und die Panzerung durch 500 kg an zusätzlichen Panzerplatten verstärkt. Dennoch war der Ruf des Schneider CA 1 damit hoffnungslos zerstört.
Auch spätere überarbeitete Versionen wie der CA 2 (mit einer 47 mm-Kanone in einem Drehturm) oder der CA 3 (mit verlängertem Rumpf und zwei 47 mm-Türmen) wurden auch für eine Serienproduktion auch nur in Erwägung gezogen. So endeten die letzten überlebenden CA 1 schließlich im Frühjahr 1918 als unbewaffnete Versorgungspanzer unter dem Namen Char de Ravitaillement Schneider.


Hier sieht man deutlich den Sinn der Heckausleger des CA Schneider
Technische Daten:
Gewicht: 14.600 kg
Länge: 6,32 m
Breite: 2,05 m
Höhe: 2,30 m
Antrieb: 4cyl Schneider-Benzinmotor mit 55 PS
Geschwindigkeit: 7,5 km/h
Fahrstrecke: 48 km
Max. Panzerung: 12 mm
Bewaffnung: eine 75 mm-Haubitze L/13 mit 90 Schuß und zwei 8 mm-MGs mit zusammen 4.000 Schuß
Besatzung: 6 Mann

03. August 2004 - 22:33
( Parabellum )

Deutsche Foren >> Kommentare > Französischer schwerer Panzer Schneider CA 1
Antwort erstellen
 Autor Thema: Französischer schwerer Panzer Schneider CA 1
NOCKZ
15.08.2004 um 14:27 QuoteProfileSend PM

Clan: Anti - Clan
Postings: 626

Punk's not dead ! :|
Klasse Artikel *lob*

Hab' wieder was gelernt. . .

Irgendwie verrückt: Die Franzosen dachten, sie würden siegen, und im endeffekt verloren sie durch einen dummen Zufall (Wolframkern Munition).

möp möp


da nox
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Admiral Graf Spee
15.08.2004 um 15:58 QuoteProfileSend PM

Clan: t.A.T.u.
Postings: 3314

Das rollende Krematorium hehe ja ist sehr gut
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Wir bleiben Kameraden



"Man muss das Wahre immer wiederholen,weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht nur von Einzelnen, sondern von der Masse.In Zeitungen und Enzyklopedien,auf Schulen und Universitäten,überall ist der Irrtum obendrauf,und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität,die auf seiner Seite ist ."

Goethe am 16.Dezember 1828 zu Eckermann
 
Sentenza
15.08.2004 um 18:45 QuoteProfileSend PM

Clan: 0
Postings: 1345

hm...das wäre trotz aller macken doch ein interessantes gefährt für das spiel.

btw, der lange, schräge ausleger am bug des fahrzeuges diente soviel ich weiß dazu, stacheldrahtverhaue zu plätten...
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kaltesklareswasser
15.08.2004 um 21:17 QuoteProfileSend PM

Clan: kein clan
Postings: 409

ich glaube mal, daß auch eine leichte ari alle tanks durschlagen hat
und das beim ersten treffer, kein wunder bei den dünnen panzerungen damals.
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Asperagus
15.08.2004 um 21:19 QuoteProfileSend PM


Clan: Kein Clan
Postings: 2747

kaltesklareswasser hat folgendes geschrieben:
ich glaube mal, daß auch eine leichte ari alle tanks durschlagen hat
und das beim ersten treffer, kein wunder bei den dünnen panzerungen damals.


Ja, davon kann man wohl getrost ausgehen. Anfangs reichten bei manchen Tanks sogar stinknormale Handgranaten, um die "Deckenpanzerung" zu durchdringen (so geschehen beim britischen Mark I).

Hier mal was zum dem - auch im 2. Weltkrieg noch verwendeten - Wolframkern-Geschoss:

Die Interessanteste war die Gewehrkugelart SmK(H). Das H, das für Hartkern stand (verhärteter Kern), diese wurde zum Rüstungs durchdringen benutzt. Das Geschoß hatte eine Länge von nur 28.2mm, wog 12,5g und enthielt einen Wolframkern, der eine Länge von 22,5 Millimeter betrug. Das Propellantschießpulver wurde bis 3,6 g erhöht, welches der Gewehrkugel eine sehr hohe Durchschlagskraft verlieh. 20mm Stahl auf 500m. Jedoch hörte Produktion dieser Munitions-Art im März 1942 wegen eines akuten Mangels an Wolfram auf.

Quelle: http://www.waffeninfo.net/mun_8x57_02.php

[Editiert von Asperagus am 15.Aug.2004 um 21:24]
 
Parabellum
16.08.2004 um 11:10 QuoteProfileSend PM


Clan: Team Frontline18
Postings: 5411

Asperagus hat folgendes geschrieben:
Ja, davon kann man wohl getrost ausgehen. Anfangs reichten bei manchen Tanks sogar stinknormale Handgranaten, um die "Deckenpanzerung" zu durchdringen (so geschehen beim britischen Mark I).

Jep, besonders anfällig dafür waren Tanks mit sehr flachem Dach (britische Marks, St.Chamond, A7V), denn da blieben die Handgranaten problemlos oben drauf liegen. Beim Schneider und vor allem den leichten Mark A Whippet und Renault FT 17 rollten sie dagegen oft herunter und landeten im Dreck neben dem Fahrzeug, was sie fast unwirksam machte.
Die St.Chamond- und Mark-Besatzungen behalfen sich dagegen oft mit einem "Spitzdach" aus Maschendraht, daß sie auf das Dach ihres Panzers motierten - primitiv, aber wirksam!

__________________
Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat. (Napoléon Bonaparte)
 
Sentenza
16.08.2004 um 12:27 QuoteProfileSend PM

Clan: 0
Postings: 1345

^
genau...als ob die ersten tanks nicht schon primitiv genug waren...
bittesehr ein pic des drahtgiebels


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Kaiserjäger Goldi
16.08.2004 um 13:22 QuoteProfileSend PM


Clan: [BEF]
Postings: 6162

Viribus Unitis
sieht aus wie ein gepazerter campingausflug
__________________


 
Sentenza
16.08.2004 um 14:06 QuoteProfileSend PM

Clan: 0
Postings: 1345

mwaahrhrhr....das stimmt...
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(TAR) Loki
18.08.2004 um 01:03 QuoteProfileSend PM

Clan: The Ameland Rockers
Postings: 37

endlich ma nen panzer, der meinem namen gerecht wird
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One bullet can change the history!
http://www.tar-clan.de
 
nA
18.08.2004 um 10:49 QuoteProfileSend PM

Clan: 0
Postings: 3500

Wer ist eigentlich auf die Idee gekommen den Benzintank am Schneider vorne anzubringen?
Kein Wunder dass der nicht lange eingesetzt wurde.
 
Parabellum
18.08.2004 um 11:51 QuoteProfileSend PM


Clan: Team Frontline18
Postings: 5411

Wieso vorne?

Parabellum hat folgendes geschrieben:
...die über den Köpfen der Besatzung montierten Benzintanks.

Die Tanks waren unter dem Dach, direkt über dem Motor aufgehängt. Zum einen sparte das kostbaren Platz, zum anderen brauchte man damit keine Kraftstoffpumpe.
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oSo
18.08.2004 um 12:14 QuoteProfileSend PM

Clan: Doomsdaywarriors.com
Postings: 885

Naja, der Fehler mit Benzintanks wurde ja auch später noch gemacht, siehe Sherman (aka Thommykocher). Oder diesen US Bmt im Vietnamkrieg.
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Kaiserjäger Goldi
18.08.2004 um 12:44 QuoteProfileSend PM


Clan: [BEF]
Postings: 6162

Viribus Unitis
darum nennt man den sherman
streichholz mir geht ein licht auf
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nA
18.08.2004 um 17:52 QuoteProfileSend PM

Clan: 0
Postings: 3500

Hat denen sicher nicht gefallen mit nem fahrenden Pulverfass durch die Gegend zu fahren.
 
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