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FL18 - Frontline18 .:. Deutsche Jagdflugzeuge "Pfalz D.III" und "Pfalz D.XII"

:: Deutsche Jagdflugzeuge "Pfalz D.III" und "Pfalz D.XII" ::

Deutsche Jagdflugzeuge "Pfalz D.III" und "Pfalz D.XII"


Pfalz D.IIIa der Jasta 16

Die Firma Pfalz Flugzeugwerke A.G. in Speyer wurde ursprünglich von den Gebrüdern Eversbusch vor dem Ersten Weltkrieg gegründet, um im Auftrag der bayerischen Regierung in Lizenz Flugzeuge der französischen Firma Morane-Saulnier zu bauen. Anfang 1916 erwarb die Firma dann von LFG (später Roland) die notwendigen Lizenzen für den Bau des Aufklärers C.II "Walfisch" - eine stromlinienförmige Maschine, mit hervorragender Geschwindigkeit und Steigleistung. Später kamen auch noch Lizenzen für die Jagddoppeldecker Roland D.I und D.II dazu.
Gestützt auf diese ersten Erfahrungen mit fremden Flugzeugkonstruktionen, begannen die drei Brüder ab Ende 1916, sich an eigenen Entwürfen zu versuchen. Diesen war stets die von LFG entwickelte Bauweise mit einem selbsttragenden Rumpf in Schichtbauweise gemeinsam, die bis zum Ende des Krieges ein Markenzeichen beider Firmen blieb.

Das Ergebnis war die im August 1917 einsatzbereite Pfalz D.III, die manchmal wegen ihrer ausgesprochen kurzen unteren Tragflächen fälschlich als Anderthalbdecker beschrieben wird. Sie war mit dem gleichen 180 PS starken Mercedes D.IIIa-Reihenmotor ausgestattet, wie die gleichzeitige Albatros D.V, war aber (bedingt durch die etwas ungünstigere Rumpfform) geringfügig langsamer. Auch ihre Manövrierfähigkeit konnte nicht mit dem Albatros-Jäger mithalten, so daß nur 600 Maschinen gebaut wurden (im Gegensatz zu über 1.500 Albatros D.V) und fast ausschließlich bei der bayerischen Fliegertruppe zum Einsatz kamen.
Diejenigen Einheiten jedoch, die mit der D.III ausgerüstet waren, schätzten ihre hervorragende Rundumsicht und die gut ansprechende Steuerung. Außerdem war die Pfalz D.III einer der wenigen Jäger des Ersten Weltkrieges, der zumindest kurzzeitig einen senkrechten Sturzflug durchführen konnte, ohne dabei ein strukturelles Versagen der Tragflächen zu riskieren.
Ein großer Kritikpunkt war allerdings die Montierung der beiden Maschinengewehre innerhalb der Motorverkleidung, so daß es fast unmöglich war, Ladehemmungen im Flug zu beseitigen. Nach ca. 250 gebauten Exemplaren der D.III folgten darum knapp 350 D.IIIa, welche die MGs auf der Motorverkleidung vor dem Piloten führten. Außerdem wurde das Seitenruder etwas vergrößert.
Haupteinsatzgebiet der Pfalz D.III und D.IIIa war die Bekämpfung französischer und britischer Beobachtungsballons, die meist von starken Flugabwehrbatterien gesichert waren. Ihre Piloten umgingen diese oft durch einen Angriff im Sturzflug aus großer Höhe, um sich dann nach dem Abfangen mit hoher Geschwindigkeit und im Tiefflug schnell aus der Reichweite der gegnerischen Flugabwehr zu entfernen.


Pfalz D.IIIa einer unbekannten Jasta

Trotz einer phänomenalen Steigrate kam der nächste Entwurf der Eversbusch-Brüder leider nie über das Prototypenstadium hinaus: Die Pfalz D.VII übernahm den erprobten Halbschalenrumpf und die Flügelkonstruktion der D.III, jedoch mit deutlich größeren Leitwerken. Ihre große Schwäche war der äußerst ungewöhnliche Siemens-Halske Sh.III-Motor. Dieser kombinierte die Bauprinzipien von Umlauf- und Sternmotor in einem einzigen Aggregat: Die sternförmig angeordneten Zylinder rotierten gegen den Uhrzeigersinn um eine feststehende Achse, während der große Vierblatt-Propeller sich wiederum im Uhrzeigersinn drehte. Auf diesem Wege sollte eine hohe Leistung bei relativ niedrigen Umdrehungszahlen erreicht werden.
Wenn alles funktionierte erreichte die D.VII so bei wesentlich kompakterer Bauweise als die üblichen Reihenmotor-Jäger eine enorme Steigleistung. Allerdings war der Motor sehr anfällig gegen schlechtes Schmieröl und die, aufgrund der britischen Seeblockade eingesetzten, Ersatzöle hatten eine eher niedrige Qualität. Das führte dazu, daß nur wenige Exemplare gebaut wurden und auch unter ständigen Motorproblemen litten.

Genau das gleiche Schicksal erlitt auch der weitestgehend identische Dreidecker Pfalz Dr.I, der als Konkurrenzmodell zum berühmten Fokker-Dreidecker gedacht war. Auch hier sorgte der anfällige Siemens-Halske-Motor dafür, daß kaum ein Dutzend Exemplare die Front erreichte. Eine davon wurde allerdings im Januar 1918 zeitweilig von Manfred von Richthofen geflogen.


Pfalz D.VII der Jasta 2

Der letzte in nennenswerter Stückzahl gebaute Pfalz-Entwurf war der Jäger D.XII, rechtzeitig bereitgestellt zur Teilnahme an der deutschen Jägerausscheidung im Mai 1918. Aufgrund der unsicheren Verfügbarkeit ausreichend starker Motoren schickte man je einen Prototypen mit dem Mercedes D.IIIa und dem BMW III in die Ausscheidungswettbewerbe. Beide wurden jedoch deutlich vom Konkurrenzmodell Anthony Fokkers, der berühmten D.VII, geschlagen. Dennoch nahm man die D.XII zwar in Serie, als Rückversicherung für den Fall, daß die Fokker D.VII auf Schwierigkeiten stoßen sollte.
Die etwa 200 ab Herbst 1918 gebauten D.XII wurden nahezu ausschließlich von bayerischen Einheiten eingesetzt, die nach anfänglicher Enttäuschung, keine D.VII erhalten zu haben, schnell ihre Meinung änderten: Die Maschine war leicht zu steuern, wies ausgezeichnete Leistungen im Sturzflug auf (ein Erbe der D.III) und hatte eine nahezu unverwüstliche Bauweise.
Nach dem Krieg bildeten zwölf Pfalz D.XII die erste Jägerstaffel der jungen polnischen Luftwaffe. Acht davon waren Beutestücke, die restlichen vier wurden aus Baugruppen halbfertiger Maschinen montiert.

Interessanterweise gilt die Pfalz D.XII in Amerika als der klassische deutsche Jäger des Ersten Weltkrieges. Dies ist darauf zurückzuführen, daß 1918 einige Maschinen dieses Typs als Kriegsbeute in die Vereinigten Staaten gelangten. Dort wurden sie allerdings nicht alle, wie die gleichzeitig erbeuteten Fokker D.VII, in Versuchen aufgebraucht, sondern zwei Exemplare landeten zerlegt in den Arsenalen der US Army. In den 30er Jahren kaufte sie dann der Milliardär Howard Hughes für seinen Film Hell’s Angels (1930). Auch in Dawn Patrol (1930) und Men with Wings (1938) wurden sie verwendet und es spricht für die Robustheit der Maschinen, daß sie trotzdem noch bis in die 60er Jahre flugbereit blieben.


Pfalz D. XII der bayerischen Jasta 23 im März 1918
Technische Daten
Pfalz D.IIIa Pfalz D.XII
Antrieb: Mercedes D.IIIa-Reihenmotor (180 PS) Mercedes D.IIIa-Reihenmotor (180 PS)
Spannweite: 9,40 m 9,00 m
Länge: 6,95 m 6,35 m
Höhe: 2,67 m 2,70 m
Startgewicht: 935 kg 900 kg
Geschwindigkeit: 166 km/h 170 km/h
Gipfelhöhe: 5.500 m 5.650 m
Flugzeit: 120 Minuten 150 Minuten
Bewaffnung: zwei 7,92 mm MG08/15 zwei 7,92 mm MG08/15
Besatzung: 1 1

11. August 2004 - 12:47
( Parabellum )

Deutsche Foren >> Kommentare > Deutsche Jagdflugzeuge "Pfalz D.III" und "Pfalz D.XII"
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 Autor Thema: Deutsche Jagdflugzeuge "Pfalz D.III" und "Pfalz D.XII"
Rectifex
16.06.2005 um 16:54 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
Postings: 1

Aufgewachsen in Ausgburg, jeden Nachmittag am Zaun der Einfliegerei von Messerschmitt, Luftwaffenhelfer und FLaksoldat; ständig befasst mit Kriegsflugzeugen (WK II) fühlte ich mich gut informiert. Nun durch Zufall Eure Seite über die Flugzeuge Pfalz. Kannte ich nicht und bin sehr beeindruckt von der tollen Information, die Ihr bietet. Dank dafür, Ihr habt einen neuen treuen Adepten. Herzliche Grüßen H. Ehrle
 
Kaiserjäger Goldi
16.06.2005 um 17:04 QuoteProfileSend PM


Clan: [BEF]
Postings: 6163

Viribus Unitis
schöner artikel
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