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FL18 - Frontline18 .:. Österreichisch-ungarische Rapidkreuzer

:: Österreichisch-ungarische Rapidkreuzer ::

Österreichisch-ungarische Rapidkreuzer


'Admiral Spaun' beim Einlaufen in Pola

Um die Jahrhundertwende waren Kreuzer die typischen "Arbeitspferde" der großen Flotten: sie agierten als Aufklärer für die Schlachtflotten, sie schützten Handelsrouten und störten im Kriegsfalle den gegnerischen Seehandel, sie stellten die Verbindungen zwischen den Kolonien und dem Mutterland sicher, führten Zerstörer und Torpedoboote ins Gefecht und dienten als schnelle Kurierschiffe. Viele der großen Seemächte versuchten daher spezialisierte Typen für einzelne dieser Aufgaben zu entwickeln, anstatt sich nur auf ein Allroundmodell für alle Aufgaben zu verlassen.
Für Österreich-Ungarn - das weder über Kolonien, noch über wichtige Hochseehandelsrouten verfügte - waren dabei naturgemäß die Aufgaben des schnellen Aufklärers und Führungsschiffes für leichte Seestreitkräfte am wichtigsten. Diese verlangten Schnelligkeit und Seegängigkeit, sowie eine ausreichende Bewaffnung um mit feindlichen Zerstörern fertig zu werden. Reichweite und Kaliberstärke waren dagegen nur von zweitrangiger Bedeutung.
Aus diesem Grund begann die K.u.K. Kriegsmarine Mitte 1906 mit der Planung eines entsprechenden Prototypen. Der verantwortliche Chefkonstrukteur Siegfried Popper vereinigte dabei Merkmale der damals im Bau befindlichen amerikanischen Chester-Klasse, der neuen britischen „Scout Cruisers“ und eigene Ideen zu einem Schiff, das speziell für die zu erwartenden Hit & Run-Taktiken in der engräumigen Adria optimiert war: den "Rapidkreuzer".
Am 30.Oktober 1909 lief das erste Schiff dieses Typs mit dem Namen Admiral Spaun in der Marinewerft Pola vom Stapel. Mit 16 Wasserrohrkesseln und vier Parsons-Turbinen ausgerüstet erreichte sie stolze 27 kn und gehörten damit zu den schnellsten Schiffen der Welt. Auch ihre Schutzeinrichtungen (Panzerung, innere Unterteilung, Pumpensysteme) waren voll auf der Höhe ihrer Zeit. Als einzige Achillesferse erwies sich im späteren Kriegseinsatz die Bewaffnung mit Geschützen von nur 10 cm Kaliber, während fast alle gegnerischen Kreuzer Waffen von 12 cm oder gar 15,2 cm Kaliber verwendeten.


'Novara' mit dem ursprünglichen langen achteren Mast

Die Inbaugabe der Admiral Spaun war in eine schwierige Zeit gefallen: Der ungarische Reichsteil, der eine reine Landmacht war, blockierte jahrelang den Flottenausbau und auch Kriegsminister Pitreich nutzte jede Gelegenheit, den Marineetat zugunsten des Heeres zu kürzen. So kam es das zwischen 1905 und 1911 nur die notwendigsten Neubauten bewilligt wurden. Erst nach massive Rücktrittsdrohungen seitens des Flottenchefs Graf Montecuccoli und einer persönliche Intervention des Kronprinzen Franz Ferdinand führten 1911 endlich zur Bewilligung von Neubauten.
Unter diesen Naubauten waren auch drei weitere Rapidkreuzer des "verstärkten Typs Admiral Spaun", auch bekannt als Novara-Klasse. Diese entsprachen weitestgehend ihrem Vorgänger, kamen aber dank der fortgeschrittenen technischen Entwicklung mit nur zwei Turbinen aus. Das so eingesparte Gewicht wurde zur Verstärkung des Rumpfes und zum Einbau zweier weiterer 10 cm-Geschütze genutzt. Zwei dieser Schiffe (Novara und Helgoland) wurden von der ungarischen Danubius-Werft in Fiume gebaut, während der Auftrag für das dritte Schiff Saida an die unerfahrene Cantiere Navale Triestino in Monfalcone ging. Letztere Werft bestand auf den Einbau von Turbinen aus eigener Fertigung, wodurch Saida sich später als merklich unzuverlässiger als ihre Schwestern und selbst als die deutlich ältere Admiral Spaun erwies.
Während des Krieges gab es mehrfach Überlegungen, alle vier Schiffe auf eine stärkere Bewaffnung umzurüsten (gemischt aus 15 cm und 10 cm oder einheitlich 12 cm), jedoch unterblieb eine Ausführung.


Die 'Saida' 1918. Man sieht deutlich den achteren Mast,
der Anfang 1917 bei allen Rapidkreuzern gekürzt wurde.

Angesichts der Inaktivität der Schlachtflotten auf beiden Seiten, stellten die vier Rapidkreuzer zusammen mit den modernen Zerstörern der Tátra-Klasse das Rückgrat der K.u.K. Kriegsmarine während des Ersten Weltkrieges dar. Mehrfach beschossen sie italienische Küstenplätze, um die feindliche Schlachtflotte herauszulocken, oder führten Überraschungsangriffe auf die alliierten Blockadestreitkräfte in der Otranto-Straße durch.
Der heftigste Zusammenstoß ereignete sich dabei am 15. Mai 1917, als Novara, Helgoland und Saida unter dem Befehl von Linienschiffskapitän Nikolaus von Horthy (dem späteren ungarischen Reichsverweser) einen Vorstoß auf die Otranto-Sperre durchführten. Dabei konnten sie insgesamt neun britische Patrouillenboote versenken, bevor deren Sicherungsstreitkräfte, bestehend aus den britischen Kreuzern Bristol und Dartmouth und dem italienischen Kreuzer Marsala auf der Bildfläche erschienen. In einem wilden Verfolgungsgefecht durch die halbe Adria mußte die Helgoland satte 45 Treffer hinnehmen, bevor ihre Maschine schließlich versagte und die Saida sie ins Schlepp nahm. Erst das Auftauchen des zur Hilfe eilenden Panzerkreuzers Sankt Georg zwang die Alliierten schließlich zum Abdrehen.
Alle vier Rapidkreuzer überlebten den Ersten Weltkrieg und wurden danach den Siegermächten zugesprochen: Admiral Spaun ging an Großbritannien und wurde nach eingehender Untersuchung schließlich 1922 abgewrackt. Frankreich und Italien gliederten ihre Schiffe hingegen als Thionville (ex Novara) bzw. Brindisi (ex Helgoland) und Venezia (ex Saida) in ihre jeweiligen Flotten ein und behielten sie bis etwa 1930 in Dienst.


Die 'Helgoland' im im Schlepp der 'Saida'. Dahinter der Panzerkreuzer 'Sankt Georg'.
Technische Daten
Abmessungen
Verdrängung: 3.440 ts (Adm.Spaun 3.380 ts)
Länge über alles: 130,6 m
Breite: 12,8 m
Tiefgang: 5,3 m
Besatzung: 340 (Adm.Spaun 327)

Antrieb
Zwei AEG-Turbinen (Adm.Spaun: 4 Parsons-, Saida 2 Melms-Pfenniger-) auf 2 Wellen (Adm.Spaun: 4 Wellen), 16 Yarrow-Kessel

Leistung
Gesamtleistung: 29.000 WPS (Adm.Spaun 25.000 WPS)
Höchstgeschwindigkeit: 27 kn

Bewaffnung
neun 10 cm L/50 (Adm.Spaun sieben)
eine 6,6 cm L/50 Flak
drei 53,3 cm Zwillings-Torpedorohre

Panzerung
Gürtel: 60 mm
Deck: 20 mm
Kommandoturm: 50 mm
Geschütze: 40 mm


22. August 2004 - 20:10
( Parabellum )

Deutsche Foren >> Kommentare > Österreichisch-ungarische Rapidkreuzer
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 Autor Thema: Österreichisch-ungarische Rapidkreuzer
NOCKZ
05.09.2004 um 16:17 QuoteProfileSend PM

Clan: Anti - Clan
Postings: 626

Punk's not dead ! :|
So, das war jetzt der 2te Artikel für heute.....Wozu diente der "Achtere Mast" ? Hat man darauf Funkgerät (?) oder Mörsegerät (?) installiert? Radar gab es damals ja noch nicht...
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Früher oder später sterben wir alle - ihr früher, ich später ;-)
 
Parabellum
05.09.2004 um 18:41 QuoteProfileSend PM


Clan: Team Frontline18
Postings: 5411

Zwischen vorderem und achterem Mast waren - wie man auf der Rißzeichnung deutlich sieht - lange Funkantennen gespannt. Damals arbeitete man nämlich noch mit relativ niedrigen Frequenzen im Bereich von 30-300 MHz (= Wellenlängen von 10-100m).
Außerdem war am unteren Teil des Mastes ein Derrick für die achteren Beiboote angeschlagen.

Später erwies sich dann, daß man unter Erhöhung der Leistung auch mit weniger hohen Masten auskam und kürzte den achteren Mast, so daß die Silhouette den Zerstörern der Tátra-Klasse glich. Auf diesem Wege hoffte man die Gegner auf größere Distanzen über die eigene Stärke im Unklaren zu lassen.

Der vordere Mast blieb weiterhin auf voller Höhe, weil hier auch die Signalflaggen bei Verbandsfahrten gesetzt wurden. Daher die zusätzliche Rahe, die man auf den obersten Bild recht gut sieht.
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Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat. (Napoléon Bonaparte)
 
Makin
15.02.2006 um 19:35 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
Postings: 1198

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Woher kommt eigentlich der name Rapidkreuzer?
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Sentenza
15.02.2006 um 19:45 QuoteProfileSend PM

Clan: 0
Postings: 1344

"Rapid" oder "rapide" bedeutet ja soviel wie "schnell" bzw. auch "flink".

Zitat:
...einem Schiff, das speziell für die zu erwartenden Hit & Run-Taktiken in der engräumigen Adria optimiert war...


Der Name "Rapidkreuzer" beschreibt also imo einfach nur die Bauweise bzw. den Verwendungszweck dieser Schiffe: schnell zuschlagen und verschwinden
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See the most beautiful jetfighter aircraft in action.

 
Jagdpanther
15.02.2006 um 19:49 QuoteProfileSend PM


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Postings: 3348

He's watching YOU...
Denk einfach nur an "Rapid Wien", dann wirds schon klar .
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Im Krieg verrohen die Sitten. Warum soll man eine Tür aufschließen, wenn man auch mit dem Sturmgeschütz dagegenfahren kann?


 
Kaiserjäger Goldi
15.02.2006 um 20:32 QuoteProfileSend PM


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Postings: 6163

Viribus Unitis
Jagdpanther hat folgendes geschrieben:
Denk einfach nur an "Rapid Wien", dann wirds schon klar .

unfähig?
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Radetzky
15.02.2006 um 21:21 QuoteProfileSend PM

Clan: european.Xtreme.elite
Postings: 570

bist anscheinend kein grün-weißer ^^
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Motto einer Österreichischen Minensucheinheit im Kosovo:
"Wer suchet der findet, wer drauftritt verschwindet."
 
Kaiserjäger Goldi
15.02.2006 um 21:45 QuoteProfileSend PM


Clan: [BEF]
Postings: 6163

Viribus Unitis
wie kann man in Ö überhaupt fußballfan sein?
aber ich glaub ich schweife ab
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Makin
16.02.2006 um 08:32 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
Postings: 1198

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Gut jetzt weiß ich's.
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