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| Frontline18 .:. Französisches Maschinengewehr Chauchat |
 | :: Französisches Maschinengewehr Chauchat :: |  |
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Französisches Maschinengewehr Chauchat
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Als im August 1914 der erste Weltkrieg ausbrach, fand sich der altehrwürdige französische Generalstab Etat Major in traditionellen Denkweisen verhaftet, die sich vom Wesen her aus Taktiken der napoleonischen Kriege ableiten lassen. Für diese Anhänger einer obzessiven Offensivdoktrin war der idealisierte französische Infanterist als Hauptträger des Kampfes anzusehen. Beseelt vom Elan der Offensive oblag es ihm, auf den Terror des blanken Stahls vertrauend,mit aufgeplanzten Bajonett den Angriff vorzutragen. Artilleristisch unterstützt durch mobile Batterien der Feldkanone 1897, sollte der Feind bereits im Aufmarsch durch einen Hagel von Schrapnellgeschossen und schwungvolle Infanterieattacken gebrochen und letztendlich vernichtet werden. Geprägt durch diese ausschliesslich offensive Ausrichtung der französischen Armee wurden die wenigen vorhandenen Maschinengewehre, deren Einsatzzweck im defensiven Bereich lag, gemeinhin als unnötig angesehen. Vielmehr war man der Ansicht, dass hier Personal gebunden wurde, welches im Angriff zweckdienlicher eingesetzt werden konnte. Auf Grund dieser groben Fehleinschätzung der zukünftigen Landkriegsführung, sollte bei Kriegsbeginn Regiment auf Regiment bestens ausgebildeter, regulärer französischer Infanterie im Feuerhagel der deutschen Maschinengewehre verbluten. Die Verlustrate von über 500.000 Mann, in den ersten Monaten des Krieges, legt hierfür ein erschreckendes Zeugnis ab.
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Hauptmann Jacques Luis Henri Chauchat (1863-1917), ausgebildet an der Pariser Sorbonne und Absolvent der Ecole Polytechnique, seinerzeit die führende Akademie für Ingenieurswesen in Frankreich, wurde als Berufsoffizier ab 1903 im staatseigenen Arsenal Puteaux mit der Entwicklung halbautomatischer Gewehre betraut. An seine Seite stellte man Charles Sutter, seines Zeichens Büchsenmacher und Feinmechaniker. Chauchat und Sutter stellten bis 1909 sieben Prototypen halbautomatischer Gewehre vor, allesamt Gasdrucklader mit langem Rohrrücklauf. Chauchat entwickelte eigens hierfür eine neue, randlose Patrone 7X59 mit der für damalige Verhältnisse erstaunlichen Mündungsgeschwindigkeit von 1.040 m/sek.
Ein Nebenprodukt der Arbeiten zwischen 1903 und 1908 waren sechs Prototypen eines vollautomatischen Gewehres Fusil Mitrailleurs, welche jedoch nie über das Entwicklungsstadium herausgingen. Im Jahre 1911 legten Chauchat und Sutter ihre neueste Entwicklung vor. Wie zuvor ein vollautomatisches Gewehr, jedoch ein Rückstosslader mit langem Rohrrücklauf, eingerichtet für die damalige Standardpatrone 8X50 mit Rand. Beim Schuss lief der Lauf auf eine Feder zurück, welche den Verschluss nach hinten trieb, wobei die abgeschossene Patrone ausgeworfen wurde. Während der Lauf in seine Ausgansposition zurückgekehrt war, lief der Verschluss zurück, transportierte eine neue Patrone aus dem Magazin in das Patronenlager und verriegelte. Das automatische Gewehr erhielt die Bezeichnung Fusil-Mitrailleur C7 de Puteaux Systéme CS, 8mm. Es wurde in geringer Stückzahl als Flugzeugbordwaffe eingebaut und verschwand ansonsten in der Versenkung der vom Geist der Zeit geprägten Militärbürokratie.
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Im Juni 1912 wurde Chauchat zum Oberstleutnant befördert und als leitender Angestellter des staatseigenen Arsenals St. Etienne eingesetzt. Auf Grund seiner Position standen ihm hier sehr viel weitergehende Möglichkeiten zur Verfügung, die er konsequent zur Weiterentwicklung seiner Arbeiten ausnutzte. Bereits 1913 konnten zwei weitere Prototypen zu Testzwecken vorgelegt werden. Er sollte 1914 zum Arsenal Puteaux zurückkehren, um an seinen Entwürfen weiterzuarbeiten.
Mittlerweile war der Krieg ausgebrochen und nach einem anfänglichen schnellen Vorrücken der Deutschen Armee hatten sich Ende 1914 die Fronten im Westen verfestigt. Die Armeen hatten sich eingegraben, ein schier undurchdringliches System von Schützengräben und Stacheldrahtverhauen trennte die kriegsführenden Parteien. Auf französischer Seite wurde erkannt, dass zukünftige offensive Operationen nur durch eine gewaltige Artillerievorbereitung von Erfolg gekrönt sein konnten.
Die Heeresleitung vergab daraufhin umfangreiche Aufträge zur Herstellung stärkerer und weitreichenderer Artilleriegeschütze. Einmal erzwungene Geländegewinne mussten jedoch gegen heftige deutsche Gegenangriffe verteidigt werden, weshalb der Ruf nach einem leichten Maschinengewehr laut wurde.
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Auf Grund einer im Juli 1915 durch Kriegsminister M. Millerand erfolgten förmlichen Anfrage zur Einführung eines leichten Maschinengewehrs, griff General Joffre auf Chauchats Entwurf zurück und befahl kurzerhand die Produktion von 50.000 Stück. Beauftragt wurde die Firma Gladiator in St. Gervais, ein nördlicher Vorort von Paris, welche bis dahin Autos und Fahrräder hergestellt hatte. Mit einem klappbaren Zweibein versehen erhielt das Maschinengewehr die Bezeichnung Fusil-
Mitrailleur CSRG M1915, wobei sich die Abkürzung aus den Anfangsbuchstaben der Namen von Chauchat, Sutter, Ribeyrolles (1915 Produktionsleiter bei Gladiator) und Gladiator zusammen setzten. Die Waffe war mit einem Gewicht von 9,07 kg, 20-Schuss Magazin und einer theoretischen Feuergeschwindigkeit von 250 Schuss/min für die damalige Zeit als sehr fortschrittlich anzusehen. Mit einer Anordnung des Anschlagschaftes auf der Längsachse, dem Pistolengriff, einem Wahlhebel für Einzel- und Dauerfeuer, sowie der Möglichkeit des schnellen Magazinwechsels nahm das CSRG M1915 die Entwicklung des modernen Sturmgewehres um Jahrzehnte voraus.
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Der konstruktiv bedingte, starke Rückstoß machte das CSRG M1915 zu einer Waffe, die nur in den Händen von Spezialisten im Einsatzgebrauch zu verwenden war. Die geringe Magazinkapazität erforderte einen zweiten Mann, der ausschließlich für den Magazinwechsel verantwortlich war. Bestehend aus dem MG-Schützen und dem Ladeschützen wurde das Zwei-Mann-Team geboren, wobei die Traglast von Maschinengewehr und mehr als 1.000 Schuss Munition für jeden über 40 kg ausmachte. Es zeigte sich, dass zwei Männer auf dem Vormarsch über unwegsames Gelände mit solchen Lasten überfordert waren. Mit der Einführung des Drei-Mann-Teams im Jahre 1916 kam ein weiterer Mann als Munitionsträger dazu, der seinerseits mit dem Standardgewehr ausgerüstet war. 1917 kam ein Unteroffizier als Führer der MG-Gruppe hinzu, gemeinsam operierende Vier-Mann-Teams wurden von Gewehrgranatschützen begegleitet und erfolgreich auf feindliche Maschinengewehrnester angesetzt.
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Ein Nachteil des Chauchats waren seine offenen Magazinseiten und die konstruktionsbedingte Disposition zum Verschmutzen, was des öfteren zu Ladehemmungen führte. Den ihr in den Nachkriegsjahren anhängenden schlechten Ruf erhielt sie jedoch erst, als die Vereinigten Staaten in den Krieg eintraten und in Ermangelung eines eigenen leichten Maschinengewehres ein auf deren Standardkaliber abgeändertes Modell 1918 in Dienst stellten. Das Chauchat war jedoch für die stark geladene 30-06 Patrone einfach nicht ausgelegt und quittierte, sehr zum Verdruss der Doughboys, deren Verschuss mit fortlaufenden Hemmungen bis hin zu Totalausfällen. Die Waffen wurden daraufhin eingezogen und wieder die bewährte Variante mit französischer Munition ausgegeben. Chauchat Maschinengewehre wurden an 23 amerikanische Divisionen ausgegeben, allein 18 Division erhielten es als einziges leichtes MG, es verblieb daher bis Kriegsende auch auf amerikanischer Seite als das leichte Maschinengewehr schlechthin. Die von John M. Browning entwicklete Browning Automatic Rifle, kurz BAR, erreichte die Truppe zu spät, um im Verlaufe der letzten Kriegswochen noch eine nennenswerte Rolle zu spielen.
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Neben der Firma Gladiator hatte die in St. Chamond beheimatete Firma Sidearmes als zweite Fertigungsstätte die Produktion aufgenommen. Hier wurden bis zum Kriegsende über 20.000 Stück gefertigt. Zusammen genommen betrug die Gesamtproduktion mehr als 250.000 Maschinengewehre des Typs M1915. Im Hinblick auf die Fertigungszahlen übertraf das Chauchat somit alle anderen automatischen Waffen der kriegsführenden Nationen. Nach dem Krieg wurde es bis zur Einführung modernerer Waffensysteme von Frankreich, Belgien und Polen genutzt.
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| Technische Daten |
Gesamtlänge:1143 mm
Lauflänge: 469 mm
Gewicht: 9.07 kg
Lauf: 4 Züge rechtsdrall
Munitionszuführung: 20-Schuss bogenförmiges Kastenmagazin
theoretische Feuergeschwindigkeit:250 Schuss/min
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| Autor |
Thema: Französisches Maschinengewehr Chauchat |
 | ofw braam |
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Clan: The Ameland Rockers
Postings: 687
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Wo bekommt ihr sowas her???
Ich hoffe das ich im Studium auf eure Hilfe in sachen Geschichte zählen kann!!!!!!!
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Tradition pflegen, heißt nicht Asche aufbewahren, sondern eine Flamme am Leben zu erhalten !
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 | NOCKZ |
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Clan: Anti - Clan
Postings: 626
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Ich hol mein Zeugs für die Geschichts-Stunden immer hier her...Sind immer astreine Artikel, helfen einem meißt. (Hrhrhr, wir machen gerade den Ersten Weltkrieg, hrhrhr )
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Früher oder später sterben wir alle - ihr früher, ich später ;-)
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 | -Demon- |
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Clan: 83.Infantrie Regiment
Postings: 482
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Ich mahc den WWI auch gerade in Geshcichte, aber das hier is nur ergänzend, ich bin da shcon gut informiert ! ^^
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 | heni2000 |
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Clan: Schweizer
Postings: 198
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ist das Frabfoto orginal oder ists aus einem Film?
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 | Trenchnut |
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Clan: Canadian Engineers
Postings: 640
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-weder noch, es handelt sich um eine gestellte Aufnahme.
Gruß Trenchnut
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OLD SOLDIERS NEVER DIE
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 | ofw braam |
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Clan: The Ameland Rockers
Postings: 687
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Wo kann man sich eigentlich solche Sachen (Außnahme Munster) anschauen?????
Gibt es noch das ein oder andere Museum???
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Tradition pflegen, heißt nicht Asche aufbewahren, sondern eine Flamme am Leben zu erhalten !
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 | Jagdpanther |
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Clan: Team Battlefield 1918
Postings: 3348
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Es gibt z.B. die Armeemuseen in Brüssel, Paris oder London (Imperial War Museum), die so etwas sicher haben...
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Im Krieg verrohen die Sitten. Warum soll man eine Tür aufschließen, wenn man auch mit dem Sturmgeschütz dagegenfahren kann?
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