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Nach dem Desaster des Deutsch Französischen Krieges von 1871, bei dem
Frankreich erkennen musste, dass es eine Rückschrittliche Artillerie besaß und
einen Großteil seiner Geschütze verlor, wurde der Ruf nach einer modernen Kanone
laut, welchem durch den Comité de l‘artillerie Abhilfe geschaffen werden sollte.
Die Lösung war das 75mm-Feldgeschütz, dass 1897 konstruiert und noch im selben
Jahr eingeführt wurde. Diese Konstruktion soll noch bis in den zweiten Weltkrieg
genutzt werden.
Das neue Feldgeschütz vereinte neben einem ausgefeilten Rohrrücklauf noch andere
Neuerungen in sich. Die wichtigste war wohl die unabhängige Visierlinie.
Gerichtet wurde nicht mehr über Kimme und Korn, sondern über ein optisches
Hilfsmittel, den so genannten Collimateur. Dieser vereinte Kimme, Korn und
Ziel auf einer Ebene, was das Zielen erheblich vereinfachte. So konnte man nun
die Rohrerhöhung verstellen, ohne dass man neu zu richten brauchte. Der
Zielaufsatz ließ sich auch seitlich drehen. Dadurch konnte man seitlich
gelegene Orientierungshilfen anpeilen, was eine wesentliche Voraussetzung zum
Feuern aus verdeckter Stellung war. Weil das Geschütz beim Feuern nun
nicht mehr sprang und sich die Kanoniere deshalb also nicht mehr vom
Geschütz zu entfernen brauchten, lohnte es sich nun an der Seite Schutzschilde
anzubringen. Auch in der Erhöhung der Feuerkadenz lag einer der
wesentlichen Vorteile der Canon de 75. In der Praxis wurden 6 Schuss die
Minute abgegeben.
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