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| FL18 - Frontline18 .:. Die Balkankriege |
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Die Balkankriege
Die Lage der Türkei nach der Jahrhundertwende
Anfang des 20. Jahrhunderts galt das Osmanische Reich unter den Großmächten Europas allgemein als "der kranke Mann am Bosporus". Einst die größte Macht des Mittelmeerraumes und uneingeschränkter Herrscher über den Balkan, die Levante und Teile Nordafrikas, war das Reich seit Ende des 17. Jahrhunderts langsam, aber stetig zerfallen: Die Unabhängigkeitsbestrebungen der Balkanvölker und Ägyptens in Verbindung mit dem Bestreben Rußlands, einen gesicherten Zugang zum Mittelmeer zu erlangen.
Dazu kam ab etwa 1821 die sogenannte "Orientalische Frage", d.h. der Interessenkonflikt zwischen den Großmächten Europas um die Kontrolle der Zugänge zum Schwarzen Meer (Bosporus und Dardanellen), der nahezu vollständig auf dem Rücken der Türkei ausgetragen wurde und mit dem Krimkrieg 1853-56 seinen Höhepunkt, aber noch lange nicht sein Ende erreichte. Zwar garantierten die europäischen Mächte gemeinsam für die Integrität der Türkei und die Entmilitarisierung des Schwarzen Meeres, aber erst der Berliner Kongreß 1878 schob den russischen Bemühungen einen endgültigen Riegel vor. Der Preis dafür waren jedoch die Unabhängigkeit Montenegros, Rumäniens und Serbiens, sowie der Verlust Bosniens an Österreich.
Gleichzeitig erfuhr die "Orientalische Frage" eine Erweiterung durch die französisch-italienische Besetzung Nordafrikas, die britische Kolonialisierung Indiens, des südlichen Mittleren Ostens und Ägyptens durch Großbritannien und die Unterwerfung Zentralasiens durch Rußland, denn all diese Erwerbungen berührten direkt oder indirekt das Osmanische Reich.
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Der Berliner Kongreß
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Der Italienisch-Türkische Krieg (1911/12)
Die letzte große Bewährungsprobe vor dem Ersten Weltkrieg für das Osmanische Reich begann 1909, als die Jungtürken in einem Putsch den vom Ausland abhängigen Sultan Abdul Hamid II. stürzten und gegen seinen machtlosen Bruder Mehmed V. ersetzten.
Italien sah durch diese Machtstreitigkeiten seine Chance gekommen, auf Kosten der Türkei sein noch relativ kleines Kolonialreich zu erweitern. Als Vorwand dazu dienten bewaffnete Ausschreitungen durch einheimische Senussi gegen italienische Siedler in der türkischen Provinz Cyrenaika. Die italienische Regierung sandte daraufhin im September 1911 ein auf wenige Tage befristetes Ultimatum an die türkische Regierung, in der eine Bestrafung der Schuldigen verlangt wurde. Sollte diese nicht erfolgen, so würde Italien sich selbst darum kümmern. Natürlich lehnten die Türken dies kategorisch ab und so erschienen am 5. Oktober italienische Kriegsschiffe vor Tripolis, der Hauptstadt der Provinz, und besetzten die Stadt und ihr Umland.
Der türkische Protest verhallte weitestgehend ungehört, denn Italien hatte sich zuvor der Rückendeckung einiger Großmächte versichert: Rußland begrüßte ohnehin jede Schwächung der Türkei, Frankreich hoffte Italien so von Deutschland und Österreich-Ungarn zu entfremden und England garantierte ebenfalls seine Neutralität, unter der Bedingung, daß keine Aktionen gegen Kleinasien oder die Levante unternommen würden.
Gleichzeitig mit der Besetzung von Tripolitanien vertrieb die starke italienische Flotte die Türken aus dem Ionischen Meer und landete Truppen bei Tobruk und Derna. Im Landesinneren leisteten die wenigen türkischen Truppen jedoch mit Unterstützung der Bevölkerung heftigen Widerstand und die Italiener konnten kaum Boden gewinnen. Daher versuchte Italien den Druck an anderer Stelle weiter zu erhöhen und entsandte seine Flotte in die Levante, wo der Dodekanes (die Inseln um Rhodos) besetzt und die türkische Flottenbasis Beirut beschossen wurde. Ein Versuch der Italiener, einen Durchbruch durch die Dardanellen zu erzwingen, scheiterte jedoch an den starken Küstenbatterien dort. Gleichzeitig legten italienische Kreuzer den Schiffsverkehr im Roten Meer lahm.
Unter dem Druck des beginnenden 1. Balkankrieges kapitulierte die Türkei schließlich und trat am 18. Oktober 1912 im Frieden von Lausanne seine gesamten nordafrikanischen Besitzungen an Italien ab. Entgegen den Bedingungen des Vertrages behielten die Italiener zusätzlich auch noch den Dodekanes.
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Historische griechische Postkarte vom Balkankrieg 1912
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Der 1. Balkankrieg (1912/13)
Unter dem Eindruck der militärischen Schwäche des Osmanischen Reiches im Krieg gegen Italien gründeten Bulgarien, Griechenland, Montenegro und Serbien im Sommer 1912 den sogenannten "Balkanbund", ein Militärbündnis mit dem Ziel, das Osmanische Reich endgültig vom Balkan zu vertreiben.
Der erste Schritt dazu sollte die Herauslösung Makedoniens aus dem Osmanischen Reich sein. Ein entsprechendes Ultimatum Bulgariens wies die Hohe Pforte jedoch zurück, so daß am 8. Oktober 1912 Montenegro der Türkei den Krieg erkläre, die anderen drei Staaten des Bundes folgten am 17. Oktober.
In den folgenden knapp zwei Monate schlugen die zusammen 750.000 Mann starken Heere des Balkanbundes eine Reihe siegreicher Schlachten Türken: die Bulgaren besetzten Thrakien und belagerten Adrianopel, und Serben und Montenegriner schlugen die Türken in der Schlacht bei Kumanovo und eroberten Albanien und den Sandschak. Währenddessen nahmen die Griechen Saloniki und besetzten den Epirus. Damit hatte das Reich einen Großteil seines europäischen Besitzes verloren und bat schließlich Ende November einen Waffenstillstand. Dieser wurde von Bulgarien, Montenegro und Serbien gewährt und am 3. Dezember unterschrieben. Griechenland jedoch setzte seine militärischen Operationen im dem Ziel einer Eroberung Konstantinopels fort.
Auf Druck der Großmächte kam es Ende Dezember in London zu einer Friedenskonferenz, die jedoch zu keinem für die Türkei annehmbaren Ergebnis führte. Ein Staatstreich der Jungtürken unter Enver Pascha am 23. Januar 1913 ließ die Kämpfe schließlich an allen Fronten wieder aufflammen.
Nach zwei ergebnislosen Seegefechten vor den Dardanellen und angesichts eines drohenden Zusammenbruchs der Fronten bat die türkische Regierung am 19. April 1913 erneut um einen Waffenstillstand, der von den Staaten des Balkanbundes (nach anfänglichem montenegrinischen Protest) auch geschlossen angenommen wurde.
Unter Vermittlung der europäischen Großmächte wurde am 30. Mai 1913 in London ein Friedensvertrag unterzeichnet, demzufolge das Osmanische Reich die Insel Kreta an Griechenland abtreten und alle Besitzungen auf dem europäischen Festland bis auf einen schmalen Streifen zwischen Dardanellen und Bosporus verzichten mußte. Die Frage über den Status von Albanien und der Ägäischen Inseln wurden an eine internationale Kommission verwiesen.
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Der griechische Küstenpanzer 'Hydra'
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Der 2. Balkankrieg (1913)
Der Londoner Friede war jedoch nicht das Ende der Konflikte auf dem Balkan, den nun gerieten Serbien und Bulgarien über die Aufteilung Makedoniens in Streit. Zudem verlangte Serbien von Montenegro einen Teil seines Staatsgebietes, um direkten Zugang zur Adria zu erlangen. Daher schlossen Griechenland und Serbien am 1. Juni 1913 ein Bündnis gegen Bulgarien.
Die Lage begann sich erneut aufzuheizen und am 29. Juni gingen einige übereifrige bulgarische Kommandeure mit ihren Einheiten zum Angriff auf serbischen Truppen an der Grenze über. Obwohl die bulgarische Regierung bestritt, von diesem Angriff gewußt zu haben, kam am 8. Juli zur offiziellen Kriegserklärung Serbiens und Griechenlands an Bulgarien. Zwei Wochen später folgten Kriegserklärungen Montenegros, Rumäniens und des Osmanischen Reiches.
Da Bulgarien einem derartigen Dreifrontenkrieg nicht gewachsen war, bat es am 30. Juli um einen Waffenstillstand. Im elf Tage später unterzeichneten Friedensvertrag von Bukarest verlor Bulgarien einen Großteil seiner Gewinne aus dem 1. Balkankrieg, darunter die Dobrutscha an Rumänien (das damit einen Schwarzmeerzugang gewann) und Makedonien an Serbien und Griechenland. Albanien wurde ein unabhängiger Staat und auch die Türkei erhielt die Provinz Edirne zurück.
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Die Monarchen der Balkanstaaten:
König Peter I. Karadjordjevic (Serbien), Zar Ferdinand I. (Bulgarien),
König Georgios I. (Griechenland) und Sultan Mehmet V. (Türkei)
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Die Folgen der Balkankriege
Für die europäische Geschichte hatten die Balkankriege fatale Folgen, denn die faktische Vertreibung des Osmanischen Reiches vom Balkan und die Schwächung Bulgariens schufen einen Flickenteppich aus Regionalmächten. Durch die zahlreichen Gebietsgewinne und -abtretungen der beiden Kriege ergab sich ein undurchschaubares Geflecht von vermeintlichen Gebietsansprüchen, das den Balkan zu einem politischen Pulverfaß machte.
Dazu kam, daß das mit den beiden Friedensverträgen von London und Bukarest geschaffene starke und ehrgeizige Serbien nun zunehmend eine Bedrohung für das von Nationalitätenproblemen geplagte Österreich-Ungarn wurde - eine Situation, die binnen eines Jahres zum Ausbruch eines weitaus verheerenderen Krieges führen sollte.
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| Autor |
Thema: Die Balkankriege |
 | Wilmo |
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Clan: Sturmfront-Kaarst
Postings: 2569
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Kann man vielleicht an eine Karte gelangen, die die Situation des Balkans vor dem 1. Weltkrieg darstellt?
Schöner Artikel!
[Editiert von Wilmo am 06.Nov.2004 um 21:41]
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Wir wissen, wo ein Krieg beginnt, aber wir wissen nicht, wo er endet - Otto von Bismarck

played for myChanges - BF2 EPS VII
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 | Parabellum |
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Clan: Team Frontline18
Postings: 5411
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Jep, kann ich organisieren. Mal suchen...
Edit:
- Der Balkan 1812-1878
- Der Balkan 1878-1915
Beide Karten aus Putzgers Historischer Schul-Atlas (1919)
[Editiert von Parabellum am 06.Nov.2004 um 22:31]
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Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat. (Napoléon Bonaparte)
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 | Bill Kilgore |
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Clan: Team Battlefield 1918
Postings: 1547
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| Parabellum hat folgendes geschrieben: | Jep, kann ich organisieren. Mal suchen...
Edit:
- Der Balkan 1812-1878
- Der Balkan 1878-1915
Beide Karten aus Putzgers Historischer Schul-Atlas (1919)
[Editiert von Parabellum am 06.Nov.2004 um 22:31] |
Klasse! 
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The problem with America is stupidity. I'm not saying there should be a capital punishment for stupidity, but why don't we just take the safety labels off of everything and let the problem solve itself?
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 | Radetzky |
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Clan: european.Xtreme.elite
Postings: 570
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wunderbare Karten und ausfürchliche Artikel, sehr gut gemacht 
was ich noch fragen wollte wegen Bosnien Herzogowina:
Was waren eigentlich die Hauptgründe Bosnien Herzegowina zu okkupieren? Serbien möglichst klein zu halten? Geographische und militärische Gründe, damit Dalmatien nicht ein Zipferl im Niemandsland (Feindgebiet) ist? Und war die Bevölkerung überhaupt damit einverstanden das sie jetzt okkupiert und annektiert wurden??
Später hat sich ja herausgestellt das die Bosnier die gefürchtesten Truppen der KuK Armee waren, sprich sie waren also mehr oder weniger kaisertreu.
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Austriae est imperare orbi universo
Motto einer Österreichischen Minensucheinheit im Kosovo:
"Wer suchet der findet, wer drauftritt verschwindet."
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 | Parabellum |
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Clan: Team Frontline18
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@Radetzky:
Das war eine Folge des Berliner Kongresses von 1878 und sollte verhindern, daß Rußland auf dem Balkan zu übermächtig wurde. Bis 1878 war Bosnien autonom, aber unter österreichisch-ungarischer Verwaltung. 1908 hat man dan Fakten geschaffen und das Land annektiert. Allerdings gelang es den Österreichern nie, mit dem (noch heute existierenden) Konflikt zwischen muslimischen Bosniern, orthodoxen Serben und katholischen Kroaten fertigzuwerden. Stattdessen entwickelte sich die Region schnell zu einem permanenten Unruheherd.
Man kann als durchaus sagen, daß die Annektion ein sehr zweischneidiges Schwert war...
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Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat. (Napoléon Bonaparte)
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 | kuRi9s |
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Clan: Kein Clan
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huhu brauche dringend hilfe parabellum
bitte add mich mal @ icq - 289501584
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 | Parabellum |
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Clan: Team Frontline18
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Schreib halt hier, was Du willst. Ich bin nicht der einzige Historiker hier... 
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 | kuRi9s |
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Clan: Kein Clan
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ja okay 
siehe privat message 
geht um die karten
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 | Parabellum |
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Clan: Team Frontline18
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| PM von kuRi9s hat folgendes geschrieben: | und zwar geht es um die karten
die würde ich gerne in meinem vortrag einbringen
könntest du mir vielleicht bitte eine kleine analyse oder ähnliches bereitstellen ? |
Analyse? Irgendwie stehe ich gerade auf dem Schlauch...
Ich würde ja gerne helfen, aber mir ist noch nicht so ganz klar, was Du eigentlich brauchst?
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Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat. (Napoléon Bonaparte)
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 | kuRi9s |
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Clan: Kein Clan
Postings: 6
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also du hast doch die 2 karten aus dem putschger buch da 
1) bis 1878
2) ab 1878
und ich würde mich über ne analyse der 2 karten freuen
quasi veränderungen und wie die zu stande kamen und so
Edit:
- Der Balkan 1812-1878
- Der Balkan 1878-1915
[Editiert von kuRi9s am 23.Feb.2005 um 21:43]
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 | von Fuchs |
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Clan: Jagdstaffel 99
Postings: 536
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Schau Dir doch mal die Geschichte der jeweiligen Länder v. a. aus diesen Zeitbereichen...ich denke, dass lässt sich dann ziemlich gut auf die Karten übertragen...
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Hauptmann Daniel von Fuchs
Kommandierender Offizier
Jagdstaffel 99
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 | Parabellum |
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Clan: Team Frontline18
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Ok, dann sehen wir mal, was sich da schreiben läßt:
1812-1878
Alle hier in flächiger Farbe gezeigten Gebiete stellen die Balkanbesitzungen des Osmanischen Reiches im Jahre 1812, zum Zeitpunkt des Friedens von Bukarest, dar. Dieser Frieden stand am Ende eines 1804 entflammten Aufstandes in Serbien gegen die Türkenherrschaft. Um diesen Aufstand zu unterstützen und sich gleichzeitig den uralten Traum von einem ungehinderten Zugang zum Mittelmeer zu verschaffen, hatte Rußland Bessarabien, Moldau und die Walachei besetzt. Als sich jedoch im Frühjahr 1812 die Anzeichen für einen Angriff Napoleons auf Rußland mehrten, mußte Moskau Frieden schließen, um seine Truppen zur Abwehr der Grande Armee freizuhaben. Bessarabien blieb mit dem Frieden in russischer Hand, die anderen beiden Provinzen mußten zurückgegeben werden. Der Serbische Aufstand wurde von den Türken weitestgehend niedergeschlagen, aber erst die Gewährung der Autonomie unter osmanischer Oberherrschaft 1817 beendete ihn endgültig.
Doch schon 1821 flammte der nächste Aufstand gegen die türkische Besatzung auf: Ermuntert vom serbischen Aufstand und unterstützt von zahlreichen europäischen Abenteurern erhoben sich nun die Griechen. Russland besetzte erneut Moldau und die Walachei. Als russiche Truppen 1829 schließlich sogar das Balkan-Gebirge überschritten, lenkte Konstantinopel ein und schloß am 14. September 1829 den Frieden von Adrianopel. Dieser brachte Russland Gebietsgewinne südlich des Kaukasus und gewährte Moldau und der Walachei weitestgehende Autonomie. Bosporus und Dardanellen wurden zu freien Seefahrtsstraßen erklärt.
Bestärkt von diesen Erfolgen und der scheinbaren Schwäche des Osmanischen Reiches nahm Zaren Nikolaus I. 1853 einen handgreiflichen Streit zwischen orthodoxen Mönchen und islamischen Geistlichen in Jerusalem zum Anlaß, die Anerkennung des russischen Protektorats für alle orthodoxen Christen im Osmanischen Reich anzuerkennen. Die Hohen Pforte lehnte dies natürlich ab, woraufhin Rußland prompt mit einer Kriegserklärung und dem Einmarsch in die Moldau und die Walachei antwortete. England und Frankreich waren jedoch nicht länger bereit, die Demontage des Osmanischen Reiches mitanzusehen und unterstützten wiederum die Türken: Der Krimkrieg hatte begonnen.
In dreijährigem Kampf eroberten die Verbündeten Moldau und die Walachei zurück und besetzten die Halbinsel Krim, so daß Rußland schließlich den Pariser Frieden vom 30. März 1856 unterzeichnen muß. Moldau und die Walachei kamen darin unter ein Protektorat der Westmächte, die die beiden Provinzen schließlich als Konstantinopel gegenüber tributpflichtiges Fürstentum in die weitestgehende Unabhängigkeit entließen. Die Donau wurde zur freien Wasserstraße erklärt und Rußland mußte sich verpflichten, keine Flotte im Schwarzen Meer zu unterhalten.
1876 kam es in Serbien erneut zu einem Aufstand gegen die türkische Herrschaft, der zwar niedergeschlagen wurde, aber Rußland wiederum eine Begründung für einen erneuten Angriff auf das Osmanische Reich lieferte. Russische Truppen besetzten erneut Moldau und die Walchei und schlugen die türkische Armee bei Plevna. Da Konstantinopel nun schutzlos war, mußte die Hohe Pforte im Frieden von San Stefano auf alle Forderungen der Russen eingehen: Montenegro, Serbien, Moldau und die Walchei (letztere beide als Fürstentum Rumänien zusammengefaßt) wurden unabhängig. Bulgarien und Ostrumelien wurden als Großbulgarien ein dem Sultan tributpflichtiges Fürstentum. Bessarabien ging an Rußland.
Großbritannien und Österreich-Ungarn fürchteten jedoch eine Gefährdung des europäischen Kräftegleichgewichtes und erhoben Einspruch. Schließlich entschärfte Bismarck die Situation mit dem Berliner Kongreß von 1878, in dem die Situation wie auf der Karte farbig dargestellt geschaffen wurde: Die Unabhängigkeit von Montenegro, Serbien und Rumänien wurde bestätigt, Bulgarien wurde zum tributpflichtigen Fürstentum (jedoch ohne Ostrumelien, daß als autonome Provinz im Osmanischen Reich verblieb). Bessarabien wurde zwischen Rumänien und Rußland geteilt, das Donaudelta und die türkische Schwarzmeerküste nördlich Bulgariens wurden als Dobruscha unabhängig. Bosnien und die Herzegowina wurden unter österreichisch-ungarisches Protektorat gestellt.
Um die zweite Karte zu erläutern, sollte der Text des obigen Artikels vollauf ausreichen. 
[Editiert von Parabellum am 24.Feb.2005 um 14:26]
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Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat. (Napoléon Bonaparte)
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 | kuRi9s |
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Clan: Kein Clan
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okay super
danke
hab aber noch weiter fragen 
wieso bekam das osmanische reich keinerlei unterstüzung, sondern war auf sich alleine gestellt im kampf gegen den balkanbund bestehend aus montenegro griechenland bulgarien und serbien ?
des weitern würde ich mich durchaus freuen wenn "du" etwas über den friedensvertrag von bukarest hinzufügen könntest, da der nicht so zur deutung kommt 
vielleicht mal auf listen
gründe
maßnahmen
territoriale und andere veränderungen
etc.
und vorerst das letzte
inwiefern hat der italienisch-türkische krieg die balkankriege beeinflusst ?
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 | Parabellum |
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Clan: Team Frontline18
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| kuRi9s hat folgendes geschrieben: | | wieso bekam das osmanische reich keinerlei unterstüzung, sondern war auf sich alleine gestellt im kampf gegen den balkanbund bestehend aus montenegro griechenland bulgarien und serbien ? |
Weil keine Großmacht durch eine aktive Einmischung auf dem Balkan in einen Krieg hineingezogen werden wollte. Der Balkan war und ist durch seine religiöse (Islam, Katholisches Christentum, Orthodoxes Christentum) und politische Struktur ein Pulverfaß mit glimmender Lunte und der Erste Weltkrieg zeigte schließlich die Konsequenz, was passierte, wenn die Großmächte sich hier einmischten.
Außerdem hatte im Grunde genommen keine Großmacht Interesse an einer Erhaltung des Osmanischen Reiches. Im Gegenteil: Rußland, England und Frankreich standen quasi schon in den Startlöchern, sich im Falle eines Zerfalls des Reiches entsprechende Gebietsgewinne zu sichern (wie sie es nach dem 1.WK auch getan haben). Lediglich Deutschland hatte ein wirtschaftliches Interesse (Stichwort: Bagdadbahn), aber das war nicht so ausgeprägt, daß man dafür eine Explosion des Pulverfasses Balkan riskiert hätte.
| kuRi9s hat folgendes geschrieben: | des weitern würde ich mich durchaus freuen wenn "du" etwas über den friedensvertrag von bukarest hinzufügen könntest, da der nicht so zur deutung kommt  |
Den von 1812 oder den von 1913?
| kuRi9s hat folgendes geschrieben: | | inwiefern hat der italienisch-türkische krieg die balkankriege beeinflusst ? |
Er schwächte die politische Bedeutung des Osmanischen Reiches gegenüber den anderen Staaten der Region und kostete es natürlich beträchtliche Ressourcen.
Außerdem konnte die Türkei nach Krieg nie wieder die Seeherrschaft über die Ägäis zurückgewinnen. Diese ging quasi nahtlos von den Italienern auf die Griechen über, die sie wiederum dazu nutzten, den Türkischen Nachschub zur See entlang der thrakischen Küste zu unterbinden und ihre eigenen Truppen auf diesem wege zu transportieren und zu versorgen.
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Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat. (Napoléon Bonaparte)
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 | kuRi9s |
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vielen dank soweit
ich mein(t)e den friedensvertrag von bukarest im jahre 1913 - der den 2. balkankrieg beendete bzw während des 2. balkankrieges geschlossen wurde
darüber würde ich gerne mehr informationen haben 
sofern dies möglich ist
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 | kuRi9s |
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Clan: Kein Clan
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und ? 
wie siehsta aus parabellum
hast du vielleicht was zu dem 2. friedensvertrag von bukarest 1913 ?
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 | Kaiserjäger Goldi |
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blöde frage jetzt
aber warum suchst du ned selbst?
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 | Parabellum |
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| kuRi9s hat folgendes geschrieben: | | hast du vielleicht was zu dem 2. friedensvertrag von bukarest 1913 ? |
Kann sich da nicht mal zur Abwechslung jemand anders dranhocken?
Ich bin doch offenbar hier nicht der einzige, der sich für Geschichte interessiert.
=> Selber lesen
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 | mysquirrel |
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Clan: Kein Clan
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Parabellum ist ein Prostituirter für Geschichte nur verlangt er kein Geld! Höhöhö *schnekelklopf*
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