Die Woche vom 2. November bis 8. November 1914
Montag, 2. November 1914:
Westfront:
- Die Deutschen ziehen nahezu alle Kräfte von der Yser ab und verlegen sie nach Ypern, um noch vor Wintereinbruch dort eine Entscheidung zu erzwingen.
- Die durch Truppenabzüge geschwächten britischen Linien bei Neuve Chapelle werden durchbrochen und die Deutschen erobern die Stadt. Ein weiterer Vormarsch kann jedoch durch eintreffende Reserven verhindert werden.
Ostfront:
- Russische Truppen überschreiten ohne Gegenwehr die deutsche Grenze in Ostpreußen.
Kolonien:
- Britische und indische Truppen in Stärke von neun Regimentern landen bei Tanga (Deutsch-Ostafrika). Die wenigen deutschen Verteidiger versuchen die Stadt zu halten, bis die Hauptmacht der Schutztruppen unter General von Lettow-Vorbeck eintrifft.
Krieg zur See:
- Die britische Admiralität erklärt die komplette Nordsee zum Kriegsgebiet. Damit darf jedes deutsche Schiff und jedes neutrale Schiff mit einer Ladung von oder nach Deutschland aufgebracht werden.
Diplomatie & Politik:
- Die Botschafter Rußlands und Frankreichs verlassen Konstantinopel.
- Die britische Regierung bezichtigt die Hohe Pforte öffentlich der Provokation und Kriegstreiberei.
Dienstag, 3. November 1914:
Westfront:
- Englische und belgische Truppen rücken in die verlassenen deutschen Stellungen an der Yser vor.
- Erneut flammen Kämpfe entlang der Aisne auf.
Ostfront:
- Schlacht bei Kyeltsi: Ein Versuch der Deutschen und Österreicher, die Front im Osten zu stabilisieren, scheitert. Die Verbündeten werden geschlagen und die Stadt fällt an die Russen.
Balkanfront:
- Montenegrinische Artillerie beschießt Cattaro, ohne jedoch allzuviel Schaden anzurichten.
Naher Osten:
- Russische Truppen überschreiten die türkische Grenze und besetzen Bayazid (Armenien).
- Ein britisches Geschwader landet Truppen nahe Akaba, die die Stadt im Handstreich besetzen.
Kolonien:
- Britische Truppen versuchen am Longidoberg der Richtung Tanga ziehenden Schutztruppe in den Rücken zu fallen, werden jedoch von deren Nachhut zurückgeschlagen.
Krieg zur See:
- Ein anglo-französisches Geschwader aus vier Linienschiffen beschießt ergebnislos die türkischen Befestigungen an den Dardanellen.
- Deutsche Schlachtkreuzer beschießen Yarmouth an der englischen Ostküste, in der Hoffnung, dadurch die Grand Fleet aus ihren Häfen zu locken.
Diplomatie & Politik:
- Serbien bricht die diplomatischen Beziehungen zum Osmanischen Reich ab.
- Bulgarien bekräftigt gegenüber Entente und Mittelmächten seine Neutralität.
Mittwoch, 4. November 1914:
Westfront:
- Lombartzyde wird von der Entente zurückerobert.
Ostfront:
- Die zwölftägige Schlacht bei Jaroslau (Galizien) endet mit einer österreichischen Niederlage.
- Russische Truppen überschreiten den Kaukasus und rücken weiter in Armenien ein. Diadin fällt kampflos in ihre Hände.
Kolonien:
- Die Hauptmacht der Schutztruppen trift vor Tanga ein und zwingt die Briten und Inder zur Wiedereinschiffung.
Krieg zur See:
- Der Panzerkreuzer SMS Yorck sinkt auf einer britischen Mine nahe Wilhelmshaven.
Diplomatie & Politik:
- Persien lehnt eine eine Aufforderung des Osmanischen Reiches, an seiner Seite in den Krieg einzutreten, ab.
Zivilleben:
- Der österreichische Dichter Georg Trakl (*3.2.1887) stirbt im Lazarett von Krakau, wo er als Militärapotheker arbeitet, an einer Überdosis Kokain.
Donnerstag, 5. November 1914:
Westfront:
- Ein deutscher Angriff bei Le Quesnoy-en-Santerre wird zurückgeschlagen
Ostfront:
- Um nicht von den Russen überrannt zu werden, verlegt Feldmarschall Hindenburg sein Hauptquartier nach Chenstokhov (Westpolen).
Naher Osten:
- Britische Truppen landen auf Zypern und besetzen die Insel binnen weniger Tage.
Diplomatie & Politik:
- Großbritannien, Frankreich, Rußland und Serbien erklären der Türkei den Krieg.
- Kaiser Wilhelm II. wird von der Liste der britischen Seeoffiziere gestrichen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er den Ehrenrang eines Admirals der Royal Navy inne.
- Der italienische König Viktor Emanuel III. setzt das Kabinett Salasandra wieder ein.
Zivilleben:
- Der deutsche Zoologe und Evolutionstheoretiker August Weismann (*17.1.1834) stirbt in Freiburg im Breisgau. Er galt neben Charles Darwin als der bedeutenste Biologe des 19. Jahrhunderts.
Freitag, 6. November:
Westfront:
- Schlacht um Ypern: Heftige Gefechte um den Vorort Klein-Zillebeke. Mehrere deutsche Angriffe werden blutig zurückgeschlagen.
Ostfront:
- Die Russen überschreiten den San an mehreren Stellen. Die österreichische Armee zieht sich in Richtung Krakau zurück.
Kolonien:
- Japanischen Truppen gelingt der Durchbruch durch die Verteidigungslinien von Tsingtao. Damit ist das Ende der Belagerung praktisch besiegelt.
Samstag, 7. November:
Westfront:
- Lombartzyde wird von den Deutschen wieder zurückerobert.
- Mehrere deutsche Angriffe auf Givenchy, Arras, Roye und Vimy werden zurückgeschlagen.
Naher Osten:
- Britische Truppen landen an der Küste des Irak und leiten damit die Invasion Mesopotamiens ein.
Kolonien:
- Da die Stadt engültig unhaltbar geworden ist, kapituliert die Garnison von Tsingtao. Die deutschen Schiffe im Hafen (ein Zerstörer und vier Kanonenboote) und der österreichisch-ungarische Kreuzer Kaiserin Elisabeth versenken sich selbst. Die Japaner und Briten gewähren eine ehrenvolle Kapitulation und die 2.300 Verteidiger marschieren mit klingendem Spiel in die Gefangenschaft.
- Bei Doornberg (Südafrika) kommt es zum Gefecht zwischen Unionstruppen und den aufständischen Buren unter General De Wet. Die Buren können dabei erfolgreich das Feld behaupten.
Krieg zur See:
- Die russische Schwarzmeerflotte beschießt Häfen im Norden der Türkei.
Sonntag, 8. November:
Westfront:
- Heftige Gefechte entlang der gesamten Linie Diksmuide - Ypern - La Bassee - Arras.
- Die französische Armee nimmt ihre Invasion in den Argonnen wieder auf und erobert Vregny an der Aisne.
Ostfront:
- Die Russen erobern Eydtkuhnen und Stalluponen (Ostpreußen).
Balkanfront:
- Die dritte österreichisch-ungarische Invasion Serbiens beginnt: Drei Armeen rücken auf Nish, Shabats und Valyevo vor.
Naher Osten:
- Die Briten erobern die strategisch wichtige Halbinsel Fao (Mesopotamien).
Krieg zur See:
- Die russische Schwarzmeerflotte versenkt vier türkische Versorgungsschiffe im Schwarzen Meer.
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