Die Woche vom 28. Dezember 1914 bis 3. Januar 1915
Montag, 28.Dezember 1914:
Westfront:
- Französische und belgische Truppen erobern St. Georges nahe Niewpoort zurück.
Ostfront:
- Die Deutschen ziehen sich in Polen über die Bzura zurück und graben sich dort ein.
Balkanfront:
- Montenegrinische Truppen schlagen österreichische Angriffe bei Grahovo (Bosnien-Herzegowina) zurück.
Naher Osten:
- Die Türken werden durch eine russische Gegenoffensive aus Sarikamish (Armenien) vertrieben und erleiden dabei schwere Verluste.
Krieg zur See:
- Deutsche Minenleger setzen große Mengen von Treibminen nahe der englischen Ostküste aus. Insgesamt acht Frachter fallen ihnen im Lauf der nächsten Wochen zum Opfer.
Dienstag, 29. Dezember 1914:
Westfront:
- Deutsche Versuche, St. Georges zurückzuerobern, werden zurückgeschlagen.
- Heftige Gefechte bei Apremont (Argonnen) enden mit einem französischen Sieg.
Ostfront:
- Heftig bedrängt von den Russen zieht sich die österreichische Armee in Galizien zurück.
Balkanfront:
- Obwohl Albanien eingentlich neutral ist, kommt es zu Angriffen albanischer Grenzsoldaten auf montenegrinische Vorposten nahe der Grenze beider Staaten.
Krieg zur See:
- Die Royal Navy beschießt wiederholt deutsche Stellungen an der belgischen Kanalküste.
Diplomatie & Politik:
- US-Präsident Wilson äußert sich in einer Note an Großbritannien besorgt über die Folgen der britischen Seeblockade auf den amerikanischen Handel.
Zivilleben:
- Der Bischof von Brüssel, Kardinal Mercier, fordert die belgische Bevölkerung zum passiven Widerstand auf.
- Belgische Zeitungen stellen aus Protest gegen die deutsche Zensur ihr Erscheinen ein.
Mittwoch, 30. Dezember 1914:
Westfront:
- Dünkirchen wird von deutschen Fliegern bombardiert.
Ostfront:
- Heftige Rückzugsgefechte bei Bolimov und Inovlodz (Polen).
Donnerstag, 31. Dezember 1914:
Westfront:
- Heftige Artillerieduelle entlang der gesamten Westfront. Schwerpunkte sind St. Georges, La Bassee, Roye und Verdun.
- Französische Truppen erobern Steinbach (Elsaß).
Ostfront:
- Allgemeiner Rückzug der deutschen und österreichischen Truppen in Polen und Galizien.
- Wiederholte Plünderungen ungarischer Dörfer durch russische Kosaken, die über die Karparthenpässe kommen.
Balkanfront:
- Die Serben errichten Verteidigungsstellungen für den Fall einer erneuten österreichisch-ungarischen Invasion.
Naher Osten:
- In Ägypten werden Verteidigungsstellungen gegen einen türkischen Angriff auf den Suezkanal errichtet.
Freitag, 1. Januar 1915:
Westfront:
- Französische Vorstöße bei Mesnil-les-Hurlus (Champagne).
Ostfront:
- Die Russen rücken über den Uzsok-Paß und die Bukowina nach Ungarn vor.
Naher Osten:
- Die Kämpfe um Sarikamish (Armenien) flammen wieder auf.
Krieg zur See:
- Das deutsche U-Boot U 24 versenkt vor Plymouth das Linienschiff HMS Formidable durch Torpedotreffer.
Zivilleben:
- In der Solinger Zeitung "Arbeiterstimme" richtet der SPD-Fraktionsführer Phillip Scheidemann einen Durchhalteappell an die Soldaten. Er erinnert an das Leid, daß der Krieg den Familien bringt und die Notwendigkeit des Krieges.
Samstag, 2. Januar 1915:
Ostfront:
- Die russische Armee erzwingt Übergänge über die Bzura und Ravka (Polen)
- Heftige Gefechte nahe Görlitz (Galizien).
- Die Uzsok- und Rostoka-Pässe sind fest in russischer Hand.
Naher Osten:
- Die Schlacht um Sarikamish geht unter schweren Verlusten für beide Seiten weiter.
Kolonien:
- Ein britischer Verband (Linienschiff HMS Goliath, Kreuzer HMS Fox) beschießt Dar-es-Salaam (Deutsch-Ostafrika).
Zivilleben:
- Der ungarische Komponist Karl Goldmark (*18.5.1830), der beispielsweise die Opern Die Königin von Saba und Götz von Berlichingen geschrieben hat, stirbt in Wien.
Sonntag, 3. Januar 1915:
Westfront:
- Ein französischer Angriff auf Boureuilles (Argonnen) wird abgewehrt.
Ostfront:
- Russische Truppen erobern Suczava (Bukowina).
Balkanfront:
- Die Österreicher erobern die Donauinsel Ada Tsiganlia und stellen dort eine Artilleriebatterie auf, deren Feuer bis nach Belgrad reicht.
Naher Osten:
- Die Schlacht um Sarikamish (Armenien) geht weiter. Mittlerweile hat heftiger Schneefall in der Region eingesetzt und beide Seiten verlieren mehr Soldaten durch Erfrieren, als durch Waffeneinwirkung.
- In Ardahan (Transkaukasus) flammen ebenfalls Kämpfe zwischen Russen und Türken auf.
Zivilleben:
- Kardinal Mercier, der Bischof von Brüssel, wird für seine Aufrufe zum passiven Widerstand von der deutschen Besatzungsmacht unter Hausarrest gestellt.
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