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FL18 - Frontline18 .:. Deutscher Schlachtkreuzer "Von der Tann"

:: Deutscher Schlachtkreuzer "Von der Tann" ::

Deutscher Schlachtkreuzer "Von der Tann"


Die 'Von der Tann'

Mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts befand sich die Seekriegsführung im Umbruch. Das in den letzten 25 Jahren übliche Linienschiff wurde durch die neuen Dreadnought-Großkampfschiffe ersetzt, und der Panzerkreuzer veraltete durch die Einführung der neuen britischen Schlachtkreuzer der Invincible-Klasse über Nacht. Es war klar, daß auch die deutsche Marine sich den Gegebenheiten anpassen mußte, wollte sie den Anschluß an die Royal Navy nicht verlieren.

Bereits der Vorgängerbau, der Panzerkreuzer Blücher, wurde erheblich stärker und schneller ausgelegt als alle Panzerkreuzer vor ihm, um dem erwarteten britischen Super-Panzerkreuzer gewachsen zu sein, war aber mit Erscheinen der Schlachtkreuzer bereits vor seinem Stapellauf veraltet. Es mußte eine Antwort auf diesen neuen Schiffstyp her, der die bisherigen Aufgaben der Panzerkreuzer erfüllen konnte: hohe Geschwindigkeit zur bewaffneten Aufklärung vor der Schlachtflotte und zum Einholen gegnerischer Kreuzer, genügende Feuerkraft zur Niederkämpfung von Kreuzern und Panzerkreuzern und zur Unterstützung der schweren Schiffe sowie - ein neuer Aspekt - genügende Standfestigkeit, um auch schweren Waffen widerstehen zu können.

Man verlor keine Zeit, und bereits im Jahr nach dem Auftauchen des ersten britischen Schlachtkreuzers wurde der Bau eines eigenen derartigen Schiffes vom Reichstag bewilligt. In den Konstruktionsbüros der Kaiserlichen Marine nahm das Schiff schnell Gestalt an, es sollte das erste große deutsche Kampfschiff mit dem neuartigen Turbinenantrieb werden, um maximale Geschwindigkeit sicherzustellen. Ganz wie beim britischen Vorbild erhielt es schwere Artillerie, insgesamt vier 28 cm-Doppeltürme, im Unterschied zum gegnerischen Entwurf wurde allerdings auf eine vollwertige Mittelartillerie zur Abwehr gegnerischer Torpedoboote nicht verzichtet. Zehn 15 cm-Schnellfeuerkanonen sowie sechzehn 8,8 cm Schnellfeuerkanonen wurden dazu entlang der Aufbauten aufgestellt. Der größte Unterschied aber war die Panzerung: während die britische Invincible-Klasse nur einen relativ leichten Panzerschutz von maximal 152 mm besaß, gerade genug um mit den Waffen von Kreuzern fertigzuwerden, wurde für den eigenen Entwurf ein vollwertiger Schutz von maximal 250 mm Dicke vorgesehen, um nötigenfalls auch Treffer schwerer Geschütze verkraften zu können. Die britischen Konstrukteure verließen sich auf die hohe Geschwindigkeit des Schlachtkreuzers, um etwaigen Treffern auszuweichen, während die deutschen Ingenieure dem nicht vertrauten und lieber einen starken, aber schweren Panzer einbauten. Als Ausgleich war das Hauptkaliber der schweren Artillerie geringer als beim Gegner (28 cm zu 30,5 cm), um Gewicht einzusparen, und die Maschinenanlage fiel kleiner aus, wodurch die geplante Geschwindigkeit nicht so groß werden sollte wie beim Vorbild.


Rißzeichnung der 'Von der Tann'

Das neue Schiff, das den Namen Von der Tann nach einem General aus dem Deutsch-Französischen Krieg erhielt, wurde am 25. März 1908 bei der Werft Blohm & Voss in Hamburg auf Stapel gelegt. Weniger als ein Jahr später, am 20. März 1909, erfolgte der Stapellauf, und am 1. September 1910 trat der erste deutsche Schlachtkreuzer zur Flotte; die Baukosten betrugen 36,5 Millionen Goldmark. Mit einer Konstruktionsverdrängung von 21082 Tonnen war er fast so groß wie ein zeitgenössisches Schlachtschiff und größer als jeder Panzerkreuzer. Bei den Probefahrten zeigte sich, daß die eingebauten Turbinen beinahe das Doppelte von dem leisten konnten, was man sich von ihnen versprochen hatte - die maximale Geschwindigkeit betrug sagenhafte 27,4 Knoten, was die Von der Tann zum schnellsten Großkampfschiff ihrer Zeit machte und sogar den britischen Gegenentwurf hinter sich ließ.

In den Jahren vor dem Krieg war die Von der Tann das Flaggschiff der Aufklärungsstreitkräfte der Hochseeflotte und führte mehrere Auslandsfahrten durch, so besuchte sie Südamerika und war vor der Küste Deutsch-Südwestafrikas im Einsatz. Vom 20. bis zum 29. Juni 1911 nahm sie an einer großen internationalen Flottenparade auf dem Spithead teil. Bei Kriegsausbruch war sie Teil der I. Aufklärungsgruppe, in der die deutschen Schlachtkreuzer zusammengefaßt waren. Während des Krieges nahm sie an zahlreichen Einsätzen teil, so z.B. mehreren Bombardements der britischen Ostküste und Erkundungsvorstößen in Nord- und Ostsee. Lediglich beim Gefecht auf der Doggerbank 1915 fehlte sie, da sie in der Werft lag. In der Skagerakschlacht am 31. Mai 1916 gehörte sie zu Hippers Schlachtkreuzergeschwader und versenkte den britischen Schlachtkreuzer Indefatigable, dabei erhielt sie selbst mehrere Treffer und wurde schwer beschädigt, schaffte aber aus eigener Kraft den Weg zurück nach Hause. Das deutsche Konstruktionsprinzip der Schlachtkreuzer mit deutlich verbessertem Schutz auf Kosten von Bewaffnung und Geschwindigkeit bewährte sich: während die deutschen Schlachtkreuzer auch schwerste Treffer wegstecken konnten, vertrugen ihre britischen Gegenstücke mit ihrem unzureichenden Schutz nur wenige schwere Granaten, die ihre Bordwände wie Papier durchschlugen. Innerhalb einer einzigen Schlacht gingen durch unglückliche Treffer in die Munitionskammern nicht weniger als drei britische Schlachtkreuzer mit der ganzen Besatzung verloren, die hochgehende Munition riß sie in Sekunden in Stücke.


Schäden nach der Skagerakschlacht

Nach dem Krieg trat die Von der Tann zusammen mit dem Rest der Hochseeflotte den Weg in die Internierung auf Scapa Flow an. Auch sie versenkte sich am 21. Juni 1919 mit den anderen Schiffen selbst, um die Aufteilung an die Sieger zu verhindern. Der Rumpf wurde am 7. Dezember 1930 gehoben und bis 1934 in Rosyth abgewrackt.

Dieser erste deutsche Schlachtkreuzer war ein ein wegweisender Entwurf und zeigte bereits viele Merkmale späterer Typen von Großkampfschiffen. Die erstmalige Kombination von hoher Geschwindigkeit und hoher Feuerkraft bei gleichzeitigem gutem Schutz nahm in mancher Hinsicht bereits das spätere schnelle Großkampfschiff vorweg und war Vorbild für die Konstruktionen nach dem Krieg, insbesondere in der britischen Marine sah man sich genötigt, den Panzerschutz der eigenen Schlachtkreuzer erheblich zu verstärken.

- Technische Daten -
Abmessungen
Verdrängung: 21.300 t
Länge über alles: 171,7 m
Breite: 26,6 m
Tiefgang: 8,91 m
Besatzung: 923

Bewaffnung
acht 28 cm L/50
zehn 15 cm L/45
sechzehn 8,8 cm L/35
vier 45 cm Torpedorohre (je eines uw. an Bug, Heck und Seiten)

Panzerung
Seiten: 250 mm
Deck: 50 mm
Kommandoturm: 250 mm
Geschütztürme: 230 mm

Antrieb
Zwei Parsons-Turbinen auf vier Wellen, 18 Marine-Kessel
Brennstoffvorrat: 2.760 t Kohle
Reichweite: 4400 sm bei 14 kn

Leistung
Gesamtleistung: 42.000 WPS (forciert bis 79.000 WPS)
Höchstgeschwindigkeit: 24,8 kn (forciert bis 27,4 kn)

Ein Teil der Daten wurde übernommen von www.german-navy.de.

19. Januar 2005 - 01:00
( Jagdpanther )

Deutsche Foren >> Kommentare > Deutscher Schlachtkreuzer "Von der Tann"
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 Autor Thema: Deutscher Schlachtkreuzer "Von der Tann"
Kaiserjäger Goldi
24.04.2005 um 15:09 QuoteProfileSend PM


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Viribus Unitis
gut zu lesen
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