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| FL18 - Frontline18 .:. Russischer geschützter Kreuzer "Askold" |
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Russischer geschützter Kreuzer "Askold"
Die Askold ist eines der berühmtesten russischen Schiffe, nicht zuletzt deswegen, weil sie das einzige jemals gebaute Kriegsschiff mit fünf Schornsteinen darstellt. Der Kreuzer wurde als Teil des großen Bauprogrammes von 1897 kurz vor der Jahrhundertwende bei der Germaniawerft in Kiel bestellt und am 20. Juli 1899 auf Kiel gelegt. Daß hierfür eine ausländische Werft gewählt wurde, war damals durchaus normal, denn die russischen Werften hatten lange Bauzeiten und waren nur teilweise auf dem aktuellen Stand der Technik. Die Askold lief am 15. März 1900 vom Stapel und wurde am 25 Januar 1902 von der russischen Abnahmecrew in Dienst gestelllt.
Dank ihrer ausgesprochen starken Antriebsanlage und der schlanken Rumpfform erreichte die Askold bei den Probefahrten bis zu 23,8 kn und war damit einige Jahre lang der schnellste Kreuzer der Welt. Anfangs fuhr sie beim sibirischen Geschwader in Vladivostok, wurde aber dann 1904 angesichts der zunehmenden Spannungen mit Japan in den Haupthafen der russischen Flotte in Ostasien, Port Arthur, verlegt.
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Die Askold
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Als im Februar 1904 der Russisch-Japanische Krieg ausbrach, kam auch für die Askold die erste Feuerprobe: Am 9. Februar 1904 trafen das russische Pazifikgeschwader und die japanische Flotte vor Port Arthur in einem kurzen, aber heftigen Gefecht aufeinander. Die Askold bildete dabei mit dem Panzerkreuzer Bajan als Flaggschiff und den geschützten Kreuzern Diana, Pallada und Novik das Aufklärungsgeschwader der Russen. Als Vorhut eingesetzt gerieten sie als erste unter Feuer und mußten die Hauptlast der Treffer auf russischer Seite einstecken.
Nach Beendigung der Reperaturen und einer längeren Phase der Untätigkeit versuchte das Pazifikgeschwader am 10. August schließlich den Ausbruch aus der belagerten Festung. Die daraus resultierende "Schlacht im Gelben Meer", bei der die Askold als Flaggschiff des Aufklärungsgeschwaders unter KAdm. Reitzenstein fuhr, endete jedoch mit dem Tod von KAdm. Vitgeft und dem Abbruch der Operation. Reizenstein war damit jedoch nicht einverstanden und befahl seinen Kreuzern einen Durchbruch auf eigene Faust. Die Askold erreichte dank ihrer hohen Geschwindigkeit nur leicht beschädigt Schanghai, wo sie von den Franzosen für den Rest des Krieges interniert wurde.
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Die Askold als Modell (1:96)
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Nach dem Krieg verblieb die Askold als Teil des Pazifischen Kreuzergeschwaders in Vladivostok und verbrachte ihre Zeit hauptsächlich damit, in verschiedenen Häfen Ostasiens "Flagge zu zeigen", wofür sie ihr beeindruckendes Äußeres mit den fünf Schornsteinen geradezu prädestinierte.
1914 wurde sie wegen ihrer immer noch recht hohen Geschwindigkeit dem französischen Geschwader unter KAdm. Gepratt zugeteilt, das im östlichen Indik Jagd auf den berühmten deutschen Handelsstörer Emden machte. Auch nach Abschluß dieser Aufgabe verblieb sie unter französischem Oberbefehl und verlegte ins Mittelmeer, wo Kriegsschiffe für die Landung auf der Gallipoli-Halbinsel zusammengezogen wurden.
Zusammen mit dem französischen Panzerkreuzer Jeanne d'Arc sollte sie einen Ablenkungsangriff von 3.000 Mann der französischen 6.Kolonialinfanterie bei Kum Kale decken. Das erwies sich jedoch als schwieriger als gedacht, weil die türkischen Küstenbefestigungen von Kum Kale und Orkanie mit ihren 21cm- und 24cm-Geschützen bewaffnet waren, gegen die der realtiv dünne Panzer der Kreuzer nur wenig Schutz bot. Die beiden Kreuzer versuchten dies auszugleichen, indem sie mit hoher Geschwindigkeit einen unregelmäßigen Zickzack-Kurs fuhren. Währenddessen pendelten die Beiboote der beiden Schiffe unermüdlich zwischen dem Truppentransporter Van Long und dem Strand, um die Infanteristen anzulanden.
Die Jeanne d'Arc erhielt im Verlaufe einen 24cm-Treffer, der ihren vorderen Geschützturm unter schweren Verlusten ausbrennen ließ, aber der Askold blieb ihr mittlerweile sprichwörtliches Glück weiter treu. Das gleiche galt für einen türkischen Bombenangriff am 12. April 1915, bei dem die wild mit ihren Karabinern von Deck feuernden russischen Matrosen den Piloten eines angreifenden Flugzeuges offenbar so 'beeindruckten', daß er alle vier Bomben weit neben das Schiff warf.
In der Nacht vom 13. auf den 14. April erhielt die Askold schließlich den Befehl, die Aktion abzubrechen und die Truppen wieder einzuschiffen. Bis dahin hatte der Kreuzer nahezu seinen gesamten Kohlevorrat und zwei Drittel seiner Munition verbraucht, dafür aber auch die türkischen Feldbatterien zu ständigen Positionswechseln gezwungen. Der Anführer des Landungskorps der Askold, Leutnant Kornilov, wurde später für seinen selbstlosen Einsatz bei der Landung und Evakuierung der Infantrie mit den drei höchsten Orden der Ententemächte ausgezeichnet: Der französischen Legion d'Honneur, dem britischen Victoria Cross und dem russischen Sankt-Georgs-Kreuz.
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Rißzeichnung der Askold
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In der Folgezeit bis Ende 1916 führte die Askold Patrouillenfahrten gegen Schmuggler und Blockadebrecher im östlichen Mittelmeer durch und wurde dann in Toulon einer Überholung unterzogen. Danach wurde sie im September 1917 zur russischen Arktis-Flotte verlegt, die die Versorgungskonvois zwischen Großbritannien und Rußland sicherte. Dort lief das Schiff im Dezember 1917 zu den Bolschewiken über. Ein Kommando der Royal Navy kaperte das (zu diesem Zeitpunkt nur noch mit minimaler Besatzung versehene) Schiff am 14. Juli 1918 und brachte es nach Gareloch (Schottland). Dort wurde der Kreuzer am 3. August 1918 als HMS Glory IV provisorisch in Dienst gestellt.
Nach dem Ende der Revolution in Rußland 1921 bot Großbritannien eine Rückgabe an, aber die Russen lehnten diese wegen des mittlerweile ziemlich schlechten Zustandes des Kreuzers ab. Stattdessen verkauften sie sie 1922 zur Verschrottung nach Hamburg.
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| - Technische Daten - |
Abmessungen
Verdrängung: 5.900 ts normal
Länge über alles: 133,2 m
Breite: 15,0 m
Tiefgang: 6,2 m
Besatzung: 576
Bewaffnung
zwölf 15,2 cm L/45
zwölf 7,5 cm L/50
zwei 1pdr Pompoms
sechs 45 cm Torpedorohre (Bug, Heck und je 2 pro Seite, alle uw.)
Panzerung
Deck: 76 mm
Kommandoturm: 152 mm
Geschützschilde: 38 mm
Antrieb
drei Dreifach-Expansionsmaschinen auf drei Wellen, neun Schulz-Thornycroft-Kessel
Brennstoffvorrat: 1.100 t Kohle
Reichweite: 6500 sm bei 10 kn
Leistung
Gesamtleistung: 20.400 PSi
Höchstgeschwindigkeit: 23,5 kn
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