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| FL18 - Frontline18 .:. Flammenwerfer im Ersten Weltkrieg |
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Flammenwerfer im Ersten Weltkrieg
Die Ursprünge
Im Grunde genommen ist der Flammenwerfer weder eine innovative, noch eine besonders komplizierte Waffe. Bereits im siebten Jahrhundert stellte das sogenannte "Griechische Feuer" eine der wichtigsten Waffen des Byzantinischen Reiches dar. Dabei handelte es sich um eine Mixtur aus Naphta, Schwefel, Teer und anderen Substanzen, die mit einer Handpumpe durch ein konisches Bronzerohr gedrückt wurde. Hielt man nun eine Fackel an die Mündung, so entstand ein enger Strahl aus unlöschbarem, brennenden Öl von mehreren Dutzend Metern Reichweite. Sogar auf der Wasseroberfläche schwimmend brannte das Griechische Feuer noch weiter!
Auch im alten China waren eine derartige Waffe bekannt, aber hier wie auch in Europa war sie aufgrund ihrer Unhandlichkeit nur wenig verbreitet und kam mit der zunehmenden Verbreitung des Schießpulvers bald außer Gebrauch.
Auf dem gleichen Prinzip wie diese antiken Waffen beruhte auch der moderne Flammenwerfer, der 1900 von dem deutschen Ingenieur Richard Fiedler entwickelt wurde. Dabei ging es diesem weniger um den Bau einer furchterregenden Waffe, als um einen auf den ersten Blick unscheinbaren Nebeneffekt: Die Rauchentwicklung. Nach Fiedelers Vorstellungen sollten die deutschen Pioniere mit diesen Waffen dichte Rauchwände legen, um die vorrückenden Soldaten vor dem verheerenden Schnellfeuer aus den modernen Repetiergewehren zu schützen. Nach einigen geheimen Versuchsreihen übernahm das deutsche Heer schließlich 1906 das Gerät in zwei Ausführungen.
Die leichtere davon war der Kleinflammenwerfer ("Kleif"), der von einem einzelnen Mann getragen werden konnte. Er bestand aus einem 16 Liter-Tank mit Brandöl und einer großen Druckluftpatrone, um das Öl als brennenden Strahl auszublasen. Mit dieser etwa 31 kg schweren Ausstattung ließ sich ein einzelner Strahl von 18 Metern Länge und 20 Sekunden Dauer erzeugen. Der zweite Apparat war der Großflammenwerfer ("Grof"), der auf zwei Personen aufgeteilt werden mußte: Einer trug den Tank, der andere das Flammrohr zum Abfeuern. Die Verbindung zwischen beiden war ein etwa 2,5 m langer Gummischlauch. Mit dieser Waffe ließ sich ein Flammenstoß von 40 Sekunden Dauer und 40 Meter Reichweite abfeuern.
Für den Einsatz dieser Geheimwaffe wurde in den Jahren 1911-12 mit dem Garde-Reserve-Pionierregiment eine eigene Einheit in Stärke von zwölf Kompanien aufgestellt. Dem Ausland blieb diese Maßnahme jedoch fast vollständig verborgen.
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Ein deutscher "Kleif" im Einsatz aus dem Graben heraus
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Einsatz auf deutscher Seite
Bereits im Oktober 1914 kam es zu ersten Einsätzen im Südostteil der Westfront, die jedoch eher enttäuschen verliefen, denn die Rauchentwicklung war zwar enorm, aber er verteilte sich bereits bei mittelstarkem Wind viel zu schnell, um Einfluß auf das Kampfgeschehen zu haben.
Mit dem Erstarren der Fronten im Grabenkrieg im Winter 1914/15 kam jedoch schnell eine andere Idee auf, nämlich den furchterregenden Flammenstrahl dieser Geräte direkt als Waffe zu verwenden. Dazu wurden die Flammenwerfer so modifiziert, daß sich der Strahl unterbrechen ließ, um mehrere Ziele zu bekämpfen. In dieser Form wurden sie erstmals am 26. Februar 1915 während der Kämpfe um Verdun eingesetzt, wo sie sich vor allem psychologisch als sehr effektive Waffe erwiesen. Auch erwiesen sie sich als hervorragend geeignet, um Bunker oder Räume in Befestigungen zu säubern, denn der brennende Strahl prallte von festen Wänden ab und ermöglichte es so quasi um die Ecke zu schießen. Der berühmteste Einsatz der deutschen Flammenwerfer war aber wahrscheinlich der Angriff auf Hooge (nahe Ypern) in der Nacht vom 29./30. Juli 1915. Dabei schlug ein deutscher Trupp mit sechs Flammenwerfern zwei komplette britische Battalione in die Flucht.
Von da an waren Flammenwerfer fester Bestandteil der deutschen Angriffsverbände. Üblicherweise in Trupps von sechs Stück eingesetzt, bildeten sie die Angriffsspitze und sollten die gegnerischen Vorposten zurücktreiben und feindliche Widerstandsnester räumen. Das erwarben sich die Soldaten des dafür eingesetzten Garde-Reserve-Pionierregimentes schnell einen Ruf als tollkühne Elitesoldaten, denn nicht nur waren sie das natürliche Hauptziel der gegnerischen Schützen: auch die Flammenwerfer waren längst noch nicht so ausgereift, wie man sich das gewünscht hätte. So manchem von ihnen explodierte seine Waffe bei der ersten Verwendung ohne ersichtlichen Grund.
Ab 1916 rüsteten die deutschen Flammenwerfertrupps dann zunehmend auf den sogenannten "Wex" um, einen Ein-Mann-Flammenwerfer der nächsten Generation mit einem auffälligen ringförmigen Tank für zwölf Liter Brandöl. In der Mitte des Ringes saß ein kugelförmiger Drucklufttank, mit dessen Inhalt sich entweder zehn Flammenstöße von je 30 Meter Reichweite oder drei von bis zu 100 Meter abgeben ließen. Die Zündung des Flammenstrahls erfolgte automatisch mit einer kleinen Gasflamme.
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Deutsche Sturmpioniere im Angriff. Links vorne ein "Wex" mit seiner typischen Reifenform.
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Einsatz durch andere Kriegsteilnehmer
Während der Kämpfe um Verdun war es der französischen Armee gelungen, einige deutsche Flammenwerfer der Typen "Kleif" und "Grof" zu erbeuten, die dann auch im März 1915 den französischen und britischen Oberkommandos vorgeführt wurden.
Daraus entwickelte der französische Konstrukteur J. Herchent den sogenannten "Schilt", einen tragbaren Flammenwerfer, der zum Einsatz gegen Bunker gedacht war. Dieses Gerät wurde von einem Mann getragen und bestand aus zwei nebeneinander montierten Tanks - einem großen für 15 Liter Brandöl und einem kleinen für die Druckluft. Mit dem "Schilt" konnten entweder drei kurze Flammenstöße von 25 Metern Reichweite oder ein einziger von 100 Metern abgegeben werden.
Im Gegensatz dazu versuchte sich die britische Armee gleich an drei verschiedenen Entwürfen, von denen jedoch keiner je in größerem Umfang engesetzt wurde.
Der kleinste davon war der rucksackgroße "The Hay" mit einem Gewicht von 40 kg und etwa 30 Litern Inhalt. Mit ihm ließ sich ein einzelner Feuerstoß von 20 Sekunden Länge und 30 Metern Reichweite abfeuern. Erstmals wurde er im Dezember 1915 eingesetzt, aber die meisten Exemplare wurden eingelagert ohne jemals im Kampf verwendet zu werden. Der einzige bekanntere Einsatz fand durch Soldaten der Royal Navy während des Zeebrügge-Raids 1918 statt.
Deutlich größer und nur in der Theorie noch tragbar war der 100 kg schwere "Medium Flamethrower", konstruiert von Captain Livens. Er bestand aus einem Tank für 70 Liter Flammöl und einen Strahl von 20 Sekunden Dauer und 50 Metern Reichweiter gegen feindliche Stellungen verschießen. Eine Anzahl davon wurde für die Somme-Offensive im Sommer 1916 gebaut, aber mangels Mobilität danach wieder verschrottet.
Der letzte und größte Typ war schließlich der "Heavyweight Flamethrower", der zur stationären Verteidigung der eigenen Stellungen und zum Fernbeschuß feindlicher Gräben gedacht war. Seine insgesamt 360 Liter Brandöl waren in vier Tanks untergebracht und theoretisch sollte er mit acht Mann noch transportabel sein - bei einer Tonne Gesamtgewicht und der Größe eines modernen Kleinwagens reichlich illusorisch! Aber immerhin entsprachen die Leistungen seiner Größe: Jedes dieser Geräte konnte 16 Flammenstöße mit einer Reichweite von 80 Metern abgeben.
Zwei dieser Waffen wurden während der Eröffnung der Somme-Offensive zur Bombardierung gegnerischer Gräben eingesetzt und sollen knapp 40 deutsche Soldaten getötet und mehrere hundert in die Flucht geschlagen haben.
Insgesamt jedoch war die britische Armee mit den Ergebnissen äußerst unzufrieden und stellte daher die Entwicklung von Flammenwerfern Ende 1916 komplett ein. Allerdings wurden in der Folgezeit immer wieder kleine Trupps mit leichten "Hay"-Geräten an die Front geschickt, um die Fronttruppen im Glauben zu lassen, die Entwicklung würde weiter fortgeführt.
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Französische Flammenwerfer vom Typ "Schilt" im Einsatz
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Auch einige der anderen Kriegsteilnehmer experimentierten mit Flammenwerfern. So entwickelten Österreich-Ungarn seinen "Flammenwerfer M.16" auf Basis des deutschen "Kleif" und die USA und Italien verwendeten in geringem Umfang den französischen "Schilt". Die tatsächliche Wirkung wurde aber von all diesen Staaten wie auch in Großbritannien als zu niedrig im Verhältnis zum Aufwand empfunden.
Fazit
Die wahrscheinlich größte Schwäche der Flammenwerfer-Entwürfe des Ersten Weltkrieges war das Fehlen eines geeigneten Verdickungsmittels für das Flammöl. Derartige Substanzen - wie sie in den Flammenwerfern des Zweiten Weltkrieges üblich waren - erhöhen die Kohärenz und Reichweite des Flammenstrahls und lassen das brennende Öl am Ziel haften anstatt im schlimmsten Falle auf den Schützen zurückzuspritzen. Dazu kam, daß die Flammenwerferbediener sehr empfindlich gegen Gewehrfeuer und Granatsplitter waren. Durch die Natur ihrer Waffenwirkung machten sie sich spätestens nach dem ersten Schuß zum bevorzugten Ziel aller feindlichen Schützen.
Die kriegführenden Mächte lernten außerdem schnell, ihre Verteidigungsstellungen so weit auseinanderzuziehen, daß ein Flammenwerfer mit seiner begrenzten Reichweite schon vor erreichen kritischer Stellungen bekämpft werden konnte. Dennoch erwies sich der Flammenwerfer für die Deutschen und Franzosen allein schon aufgrund seines furchteinflößenden und demoralisierenden Aussehens als wertvolle Ergänzung des Waffenarsenals.
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| Autor |
Thema: Flammenwerfer im Ersten Weltkrieg |
 | mysquirrel |
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Wurden Flamenwerfer im 1. Weltkrieg auch in Panzer verbaut?
und kommen die Flamenwerfer der anderen Länder auch ins Spiel?
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 | Parabellum |
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| mysquirrel hat folgendes geschrieben: | | Wurden Flamenwerfer im 1. Weltkrieg auch in Panzer verbaut? |
Nein. Zumindest wäre mir kein einziger Fall bekannt. In Frage kämen ohnehin nur die Franzosen, weil den Deutschen die Tanks fehlten und den Briten die brauchbaren Flammenwerfer.
| mysquirrel hat folgendes geschrieben: | | und kommen die Flamenwerfer der anderen Länder auch ins Spiel? |
Mal sehen. Momentan ist nichts geplant, aber der französische 'Schilt' wäre am ehesten ein Kandidat.
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Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat. (Napoléon Bonaparte)
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 | Kaiserjäger Goldi |
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und der österreicnhische 
nebenbei: toller artikel!
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 | Tommson |
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Goldi lies mal die letzte news, dann würdest du wissen dass es der österreichische flammenwerfer ist der ins spiel kommt!
@Para: wurden die Flammenwerfer auch gegen panzer eingesetzt? Des hätte sich doch wunderbar angeboten wegen den vielen öffnungen für mgs und so oder?
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 | Parabellum |
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Clan: Team Frontline18
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| Tommson hat folgendes geschrieben: | | Goldi lies mal die letzte news, dann würdest du wissen dass es der österreichische flammenwerfer ist der ins spiel kommt! |
Das war der einzige, von dem wir vernünftiges Bildmaterial finden konnten. Der deutsche "Kleif" sah aber sehr ähnlich aus.
| Tommson hat folgendes geschrieben: | | @Para: wurden die Flammenwerfer auch gegen panzer eingesetzt? Des hätte sich doch wunderbar angeboten wegen den vielen öffnungen für mgs und so oder? |
Naja, dazu mußt du den Flammenwerfer erstmal auf Reichweite an den Panzer heranbringen, was bei der geringen Schußweite durchaus schwierig ist. Aber ich kenne mindestens zwei dokumentierte Fälle, wo sowas tatsächlich gemacht wurde.
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 | Kaiserjäger Goldi |
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hab ich. ich meinte aber bei den nationen
vll. hätt ich schreiben sollen:
werden die deutschen ihren eigenen bekommen
oder müssen sie immer in österreich um nachschub bitten?
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 | Tommson |
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Clan: GebJgBtl. 231
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gabs damals eigentlich auch handbücher, tips für die frontsoldaten wie man panzer am besten bekämpfen konnte so wie bei der dt. wehrmacht?
http://www.panzerlexikon.de/hinter/...rknack/menu.htm
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 | heni2000 |
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@Tommson wohl kaum nehme ich an, nur die wenigsten soldaten bekamen je einen tank zu gesicht und 2. die lebensdauer eines graben soldaten war auch nicht lang denn wer mehr als 24h überlebte wurde zur spezial einheit ausgebildet.
Werden heute noch flamenwerfer verwendet bwz gebaut (oder sind sie wie napalm geächtet) ?
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