Die Woche vom 22. März bis 28. März 1915
Montag, 22. März 1915:
Westfront:
- Die beiden Zeppeline LZ 29 und LZ 35 bombardieren Paris. Auf dem Heimweg gerät LZ 29 beim Überqueren der Frontlinie in heftiges Abwehrfeuer und muß nahe St. Quirin notlanden.
Ostfront:
- Nach fünf Monaten Belagerung und zwei erfolglosen Entsatzversuchen kapituliert die Festung Przemsyl schließlich. 120.000 Soldaten gehen in russische Gefangenschaft. Der Fall dieser, nach Verdun, zweitstärksten Festung Europas ist für die k.u.k. Armee eine moralische und strategische Katastrophe und lähmt ihre Entschlußkraft noch auf Monate hinaus.
Naher Osten:
- Türkische Kommandotruppen überfallen El Kubri am Suez-Kanal.
Dienstag, 23. März 1915:
Westfront:
- Deutsche Artillerie beschießt Reims und Soissons und richtet dort schwere Schäden an. Am Nachmittag bringen die Franzosen die deutschen Geschütze vor Soissons durch starkes Gegenfeuer zum schweigen.
Naher Osten:
- Britische Truppen vertreiben die türkischen Kommandoeinheiten aus El Kubri.
Krieg zur See:
- An den Dardanellen werden wieder einzelne Beschießungen der türkischen Forts und Feldbatterien durchgeführt.
Zivilleben:
- Die Beschlagnahmung der SS Dacia wird von einem französischen Prisengericht für rechtens erklärt.
Mittwoch, 24. März 1915:
Westfront:
- Britische Flieger greifen Hoboken nahe Antwerpen an.
Diplomatie & Politik:
- Chile richtet einen offiziellen Protest wegen der Verletzung seiner Neutralität bei der Versenkung der SMS Dresden durch britische Kreuzer an London.
Donnerstag, 25. März 1915:
Ostfront:
- Eine russische Gegenoffensive in den Karpaten beginnt. Bereits am ersten Tag werden 5.700 Mann der überraschten k.u.k. Truppen gefangengenommen.
Krieg zur See:
- Ein deutsches U-Boot versenkt die neutrale holländische SS Medea, weil sie sich außerhalb der für neutrale Schiffe freigegebenen Routen bewegt. Die Besatzung erhält vorher die Zeit einen Notruf abzusetzen und in die Rettungsboote zu gehen.
Freitag, 26. März 1915:
Westfront:
- In verlustreichen Kämpfen erobern die Franzosen den Gipfel des strategischen Hartmannsweilerkopfes (Elsaß).
- Sechs französische Flugzeuge bombardieren Metz als Vergeltung für den Zeppelinangriff auf Paris.
Ostfront:
- Die russische Offensive in den Karpaten geht weiter. Der Lupkow-Paß fällt in russische Hand.
Samstag, 27. März 1915:
Westfront:
- Die Franzosen machen Geländegewinne bei Les Eparges (nahe Verdun).
Ostfront:
- Deutsche Angriffe auf den russischen Vormarsch am Njemen werden zurückgeschlagen.
Sonntag, 28. März 1915:
Westfront:
- Deutsche Gegenangriffe auf die neuen französischen Stellungen bei Les Eparges werden zurückgeschlagen.
Ostfront:
- In Nordpolen bereiten die Deutschen eine neue Gegenoffensive vor.
- Österreichische Entlastungsangriffe in den Karpaten werden zurückgeschlagen. Die russische Offensive geht weiter.
Krieg zur See:
- Die russische Schwarzmeerflotte erscheint mit fünf Linienschiffen vor dem Bosporus und beschießt die dortigen Küstenbefestigungen.
- Die Befestigungen von Smyrna werden erneut von Schiffen der Entente beschossen.
Diplomatie & Politik:
- Die Internationale Sozialistische Frauenkonferenz erarbeitet in Bern eine Friedensresolution. Im Abschlußmanifest verurteilt die Konferenzleiterin Clara Zetkin den Krieg als imperialistisches Abenteuer und die Aufrufe der Regierungen zur Landesverteidigung als Propaganda und Reaktionismus.
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