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| FL18 - Frontline18 .:. Deutsches Motortorpedoboot Typ "LM-Boot" |
 | :: Deutsches Motortorpedoboot Typ "LM-Boot" :: |  |
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Deutsches Motortorpedoboot Typ "LM-Boot"
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Beim Vormarsch während der ersten Kriegsmonate überrannten die deutschen Armeen den weitaus größten Teil Belgiens, dabei fielen ihnen auch die Nordseehäfen Oostende und Zeebrügge in die Hände. Diese beiden Hafenstädte wurden beim weiteren Fortschreiten des Krieges zu wichtigen Luft- und Marinestützpunkten ausgebaut. Von hier aus operierten zahlreiche deutsche leichte Schiffseinheiten wie Torpedo- und Unterseeboote sowie Seeflugzeuge, Bomber und Luftschiffe gegen die britische Schiffahrt im Kanal und gegen England selbst. Es entwickelte sich ein heftiger Kleinkrieg in der Mündung des Kanals zwischen britischen und deutschen See- und Luftstreitkräften.
Um ihre Schiffahrt vor den Angriffen von der belgischen Küste zu schützen, machten die Briten Anstrengungen, die beiden Stützpunkte zu blockieren. Neben ausgedehnten Minensperren wurden Zerstörerpatrouillen eingerichtet und Netzsperren gegen U-Boote ausgebracht, um die Angreifer zu behindern. Die Deutschen experimentierten schon 1915 mit kleinen Fernlenkbooten, welche eine 700 kg schwere Sprengladung trugen und gegen die britischen Monitore angesetzt wurden, die Zeebrügge und Ostende immer wieder beschossen. Besonders die Netzsperren erwiesen sich als hinderlich für die Deutschen, die nach Wegen suchten, diese Sperren zu zerstören, damit die U-Boote freie Fahrt hatten. Man verfiel darauf, sie durch mit Netzschneidern ausgerüsteten beschlagnahmten Sportbooten zu durchschneiden. Diese kleinen, stark motorisierten Boote waren als einzige in der Lage, den gegnerischen Zerstörern zu entgehen. Diese Vorgehensweise war erfolgreich, allerdings waren die Sportboote auf die Dauer für derartige Aufgaben zu fragil. Deshalb erging im Sommer 1916 der Auftrag an die Werften Lürrsen, Naglo und Oertz, die alle Erfahrung im Sportbootbau hatten, jeweils zwei derartige Boote mit wesentlich verstärkten Verbänden zu liefern. Als Motorisierung dienten die Motoren ausrangierter Luftschiffe, wovon auch die Bezeichnung LM (= "Luftschiff-Motor") herrührt.
Ein interessantes Detail am Rande: die fertigen Boote durften nicht unter 17 Knoten schnell fahren, da sonst zu wenig Kühlwasser an die Motoren kam und sie zu überhitzen drohten. Ein Stoppen war also nur durch vollständiges Abschalten der Motoren möglich, wonach sie erst nach ca. 30 min wieder angelassen werden durften.
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'LM 6' auf Probefahrt 1917
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Die ersten vier Boote (LM 1-4) wurden mit einer 37 mm-Kanone und einem Netzschneider ausgerüstet, die zweite Serie von zwei Booten (LM 5-6) erhielten ein Maschinengewehr und ein einzelnes 45 cm-Torpedorohr im Bug zur Abwehr gegnerischer Zerstörer. Das Konzept bewährte sich, und so wurden vierzehn weitere Boote bei den drei beauftragten Werften und bei Roland bestellt, alle mit MG und Torpedo ausgerüstet. LM 12 bis LM 14 wurden für Versuche in der Ostsee abgestellt. Trotz mehrerer Gefechte vor der Küste Flanderns und in der Ostsee ist nur ein Erfolg der neuen Waffe gesichert: am 24. August 1917 wurde der russische Minenleger Penelope (1.200 BRT) in der Irbenstraße zwischen der lettischen Küste und der Insel Ösel durch Torpedotreffer versenkt. Vor der flandrischen Küste kam es zwar angeblich zu mehreren Torpedotreffern auf britischen Zerstörern, versenkt wurde jedoch offenbar keiner von ihnen.
Bei Kriegsende waren weitere Boote mit den Bezeichnungen LM 21-33 in verschiedenen Baustadien, wurden aber nicht mehr fertiggestellt. Drei "Paare" aus je einem Werftunternehmen und einem Motorenhersteller bereiteten die Serienfertigung vor, deren Namen zu einer einheitlichen Typenbezeichnung zusammengezogen wurden: Lüsi (Lürssen + Siemens), Köro (Körting + Roland) und Juno (Junkers + Oertz).
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Rißzeichnungen zweier Bootstypen - oben: LM 7-10, unten: LM 21-26
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Nach dem Krieg hatte die Weimarer Republik aufgrund der durch den Versailler Vertrag radikal reduzierten Marinestärke Interesse an leichten Torpedoträgern, die nicht unter die vertragliche Beschränkung auf zwölf Zerstörer zu 800 t und zwölf Torpedoboote zu 200 t fielen. Die verbliebenen LM-Boote wurden von der Reichsmarine zu Versuchszwecken aufgekauft und im Verborgenen erprobt und weiterentwickelt, sie liefen unter der Bezeichnung UZ-Boote (=U-Boot-Zerstörer). Im April 1929 wurde der sogenannte "Ostseesperrverband" aufgestellt, der aus sieben alten LM-Booten der Kaiserlichen Marine und drei weiterentwickelten Neubauten (Versuchsboote K, Luer & Narwal) bestand. Aus diesem Verband und seinen Schiffen gingen die S-Boote des Zweiten Weltkrieges hervor, die bei den Kämpfen im Küstenvorfeld Europas eine große Rolle spielen sollten.
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Von links nach rechts: LM 14, LM 17, LM 15, ein unbekanntes Boot, LM 13. Aufgenommen 1919-21 im Dienste der Reichswehr ohne ihre Torpedorohre
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| - Technische Daten für LM 7-17 - |
Abmessungen
Verdrängung: 6,8-7,3 ts normal
Länge über alles: 16,0-17,0 m
Breite: 2,4-2,6 m
Tiefgang: 0,60-0,76 m
Besatzung: 7 Mann
Bewaffnung
ein Maschinengewehr
ein 45 cm Torpedorohr im Bug
Antrieb
drei Maybach-Sechszylinder-Benzinmotoren auf drei Wellen
Leistung
Gesamtleistung: 720 ePS
Höchstgeschwindigkeit: 30 kn
Brennstoff: 1,0-1,6 t Benzin
Reichweite: 210 sm bei 30 kn
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