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FL18 - Frontline18 .:. Britisches Motortorpedoboot Typ "CMB"

:: Britisches Motortorpedoboot Typ "CMB" ::

Britisches Motortorpedoboot Typ "CMB"

Die Briten hatten bereits vor dem Krieg mit kleinen Motorbooten experimentiert, die von einem Mutterschiff aus operieren und im schnellen Angriff gegnerische Schiffe mit Torpedos attackieren sollten. Schon in den 1880er Jahren besaß die Royal Navy zwei Motorboot-Mutterschiffe, HMS Hecla und HMS Vulcan. Man kam jedoch bald von der Idee ab, da die Boote sich als wenig seefest erwiesen.

Mit dem Beginn des Weltkrieges griffen die Briten den Gedanken wieder auf: die kleinen Motortorpedoboote sollten von ihren Mutterschiffen in die Deutsche Bucht gebracht werden und dort dank ihres geringen Tiefganges die deutschen Minensperren überwinden. Dann sollten die deutschen Schiffe in ihren Stützpunkten angegriffen und torpediert werden. Mit Wasserbomben ausgerüstet, sollten die Motorboote auch zur Jagd auf U-Boote verwendet werden. Es wurden verschiedene Bootstypen gebaut, die unter der Bezeichnung "CMB" (=Coastal Motor Boat) zusammegefasst wurden. Der ursprüngliche Typ basierte auf einem Design der Firma Thornycroft von 1910, das den Namen Miranda IV trug. Es war aus Holz gefertigt und 40 Fuß (etwas über 13 Meter) lang, machte mit seinem starken Benzinmotor um die 33 Knoten Fahrt und führte ein MG sowie einen einzelnen 18-Zoll-Torpedo mit sich. Dieser ruhte mit der Spitze nach vorn in einer Mulde im Heck und wurde von dort aus nach hinten mit dem Schwanz voran zu Wasser gelassen, dann mußte das Boot abdrehen, um nicht von ihm getroffen zu werden. Später gab es noch die größeren 55-Fuß-Boote, die mehrere MGs und zwei Torpedos mitführten, noch größere von 70 Fuß Länge wurden zuweilen als schnelle Minenleger verwendet.


'CMB 27', eines der kleineren Boote.

Die meisten CMBs operierten während des Ersten Weltkrieges nicht wie geplant von Mutterschiffen aus, sondern von Basen an Land. Hauptsächlich lagen diese an der Kanalküste, so waren z.B. in Dünkirchen CMBs stationiert und griffen immer wieder vor Oostende liegende deutsche Schiffe an. Dabei wurde z.B. in der Nacht zum 8. April 1917 das deutsche Torpedoboot G88 durch Torpedotreffer versenkt. Mit Rohrwaffen ausgestattete CMBs dienten zur Jagd auf die U-Boote, die von den beiden belgischen Häfen aus operierten. Von 1916 bis 1918 stellten die Briten etwa 90 CMBs in Dienst, von denen im selben Zeitraum sechzehn verloren gingen. Im Jahr 1918 operierte der als CMB-Mutterschiff umgerüstete Kreuzer HMS Diamond im Mittelmeer, er trug insgesamt sechs CMBs bei sich, die wie Rettungsboote in Davits aufgehängt waren und bei Bedarf zu Wasser gelassen wurden. Auch die Leichten Kreuzer der "Harwich Force" an der Ostküste Englands führten auf ihren Fahrten je zwei CMBs auf diese Weise mit.


'CMB 98' vom 55 ft-Typ und 'CMB 112' vom 40 ft-Typ.

Die eigentliche große Stunde der CMBs schlug erst nach dem Krieg, als die Royal Navy zugunsten der konterrevolutionären "Weißen" im Russischen Bürgerkrieg intervenierte. Den ersten Erfolg erzielten sie vor der russischen Marinebasis Kronstadt nahe St. Petersburg, wo CMB 4 am 17. Juli 1919 den bolschewistischen Kreuzer Oleg versenkte. Weitere acht CMBs trafen mit ihrem Mutterschiff HMS Vindictive im Finnischen Meerbusen ein und griffen in der Nacht vom 17. zum 18. August 1919 die im Hafen von Kronstadt liegenden roten Schiffe an, deren Liegeplätze zuvor durch Luftaufklärung festgestellt worden waren. Dabei wurden das Linienschiff Andrej Pervosvannij und das Schlachtschiff Petropavlovsk schwer beschädigt und das U-Boot-Mutterschiff Pamiat Asov versenkt. Die Briten verloren im bolschewistischen Abwehrfeuer die Motortorpedoboote CMB 24, CMB 62, CMB 67 und CMB 79.

Auch im Kaspischen Meer setzten die Briten einige CMBs ein und übergaben sie später weißen Kräften, einige von ihnen fielen in die Hände der Roten. Ein paar CMBs wurden auch auf Flüssen eingesetzt, wobei man den Torpedo ausbaute, aber die MG-Bewaffnung verstärkte und gegen Landbeschuß einige Panzerplatten anhängte.

Die CMBs wurden auch nach dem Krieg noch längere Zeit weiterbenutzt und dienten auch noch im Zweiten Weltkrieg, allerdings gab es zu diesem Zeitpunkt bereits die fortgeschritteneren MTB (Motor Torpedo Boats) und MGB (Motor Gun Boats), die sich im Kanal immer wieder heftige Gefechte mit deutschen leichten Seestreitkräften lieferten.


Ein unidentifiziertes CMB während der Intervention im Kaspischen Meer.
Man beachte die provisorische Panzerung.
- Technische Daten für 44 ft- und 55 ft-Typ -
Abmessungen
Verdrängung: 5 ts / 11 ts normal
Länge über alles: 13,7 m / 18,3 m
Breite: 2,6 m / 3,4 m
Tiefgang: 0,8 m / 0,9 m
Besatzung: 3 Mann / 5 Mann

Bewaffnung
40 ft-Typ:
zwei bis vier Maschinengewehre
eine 45,7 cm Torpedowanne im Heck

55 ft-Typ:
vier Maschinengewehre
ein oder zwei 45,7 cm Torpedowannen im Heck

Antrieb
40 ft-Typ:
ein 8cyl- oder 12cyl-Benzinmotor (4 verschiedene Modelle) auf einer Welle

55 ft-Typ:
zwei 12cyl- oder 18cyl-Benzinmotoren (11 verschiedene Modelle) auf zwei Wellen

Leistung
Gesamtleistung: 250-275 ePS / 500-900 ePS
Höchstgeschwindigkeit: 35,1-37,8 kn / 35,1-41 kn


10. Mai 2005 - 16:00
( Jagdpanther )

Deutsche Foren >> Kommentare > Britisches Motortorpedoboot Typ "CMB"
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 Autor Thema: Britisches Motortorpedoboot Typ "CMB"
Kaiserjäger Goldi
18.06.2005 um 11:46 QuoteProfileSend PM


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Viribus Unitis
schöner artikel
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