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FL18 - Frontline18 .:. Italienisches Motortorpedoboot Typ "MAS"

:: Italienisches Motortorpedoboot Typ "MAS" ::

Italienisches Motortorpedoboot Typ "MAS"

Die Idee eines kleinen schnellen Bootes mit starker Bewaffnung reicht bis ins Jahr 1864 zurück, als der im Ruhestand befindliche italienische Marineoffizier Giovanni Luppis ein kleines, mit zwei Drähten ferngelenktes Boot ersann, das einen Spierentorpedo am Bug trug. Mit dem Aufkommen des modernen Fischtorpedos und des kleinen, leichten und leistungsfähigen Verbrennungsmotors erhielt die Idee neue Aktualität. Bereits 1906 baute Fiat einen Prototyp eines kleinen Bootes, das mit einer 47 mm-Kanone, zwei MGs und zwei 14-Zoll-Torpedos ausgerüstet war. Zwei 80 PS-Benzinmotoren brachten es auf immerhin 16 Knoten. Das kleine Boot entzündete die Phantasie der Militärs, die derartige Schiffe in ihre strategischen und taktischen Planungen einzubeziehen begannen. Die Adria mit ihrem meist ruhigen Wasser bot für so kleine Boote sehr gute Einsatzmöglichkeiten.

Im März 1915 bestellte die italienische Marine bei der Firma Societa Veneziana Automobili Navali (SVAN) zwei fünfzehn Meter lange Boote, die mit zwei 18-Zoll-Torpedos bewaffnet sein und 30 Knoten erreichen sollten, die Torpedos wurden über das Heck zu Wasser gelassen. Für die neuen Boote bürgerte sich die Bezeichnung Motorbarca Armata SVAN oder auch Motoscafi Anti-Sommergibili (=Anti-U-Motorboote), abgekürzt 'MAS', ein, die bis heute gültig ist - die beiden Boote wurden zu MAS 1 und MAS 2. Sie waren nicht sonderlich erfolgreich und wurden später nur noch mit MGs ausgerüstet und zur U-Bootjagd verwendet.


'MAS 2' bei Probefahrten 1915

Zwanzig weitere Boote wurden bei SVAN bestellt, allerdings mit veränderten Anforderungen. Um ihre Stabilität zu erhöhen, baute man den Bootskörper schwerer, was die Geschwindigkeit auf 21 Knoten sinken ließ. Die Boote hatten bis zu acht Mann Besatzung, und MAS 5 und MAS 7 waren die ersten von ihnen, die standardmäßig mit an den Seiten montierten 18-Zoll-Torpedos ausgerüstet wurden. Ein erster Raid dieser beiden Boote gegen die österreichische Küstenschiffahrt vor Durazzo in der Nacht zum 6. September 1916 endete mit der Versenkung des österreichischen 900 t-Dampfers Lokrum, eine Woche später fiel ihnen auch die Sarajewo (1100 t) zum Opfer - die neue Waffe hatte gezeigt, was sie leisten konnte. Sie wurden in der Folgezeit zur Bekämpfung von Überwasserschiffen und vor allem von österreichischen U-Booten, die im Mittelmeer glänzende Erfolge errangen, verwendet.

Versuchsweise wurden zwei MAS (MAS 20 und MAS 21) mit Elektromotoren ausgestattet, um den enormen Lärm des Antriebs zu dämpfen. MAS 20 drang in der Nacht zum 1. November 1916 in den österreichischen Marinestützpunkt Pola ein, wo es ein vor Anker liegendes Schlachtschiff versenken wollte. In der Dunkelheit fand es allerdings das Ziel nicht und begnügte sich mit der Vernichtung des alten Hafenwachschiffes Mars. Den bislang größten Erfolg erzielten die MAS-Boote in der Nacht des 9. Dezember 1917. Die beiden österreichischen Linienschiffe Wien und Budapest beschossen italienische Positionen an Land und waren nahe Triest, von Netzsperren geschützt, verankert. Es gelang den beiden Booten MAS 9 und MAS 13, die Netzsperre zu durchbrechen und ihre Torpedos auf die beiden Schiffe loszumachen. Während die Geschosse der MAS.13 die Budapest verfehlten, trafen beide Torpedos der MAS 9 die Wien, die daraufhin kenterte. Beide italienischen Boote entkamen unbeschädigt.


'MAS 95' von Orlando im Oktober 1917

Die Angriffstaktik der neuen Waffe war mittlerweile perfektioniert worden. Die Boote wurden von Zerstörern in ihren Angriffsraum geschleppt, was Treibstoff sparte und sie vor frühzeitigen Motorenausfällen - ein großes Problem in diesen frühen Tagen des Verbrennungsmotors - bewahrte. Die Zerstörer dienten dann als Rückhalt und konnten die Boote bei Bedarf decken oder einnebeln. Angespornt durch den Erfolg der kleinen Boote, gab die italienische Regierung sie massenweise in Bau - bis Kriegsende wurden fast 300 in Dienst gestellt, von denen 32 durch Feindeinwirkung verlorengingen. Im Januar 1917 stellte die Firma Orlando in Livorno ein neues Boot vor, das entweder mit einer 47 mm-Kanone oder zwei 18-Zoll-Torpedos bewaffnet war und eine Geschwindigkeit von 27 Knoten erreichte. Spätere Modelle schafften sogar 28 Knoten.

Es waren allerdings zwei ältere Boote, die den MAS-Booten zu ihrem größten Sieg verhalfen. Am 9. Juni 1918 lief die österreichische Flotte zum Angriff gegen die Otranto-Blockadegeschwader an, die den Ausgang der Adria für die Schiffahrt der Österreicher sperrten, dabei waren auch die vier Dreadnoughts der Viribus Unitis-Klasse beteiligt. Zwei MAS-Boote (MAS 15 und MAS 21), die von dem Offizier Luigi Rizzo kommandiert wurden, entdeckten den Verband. Als die Österreicher die Insel Premuda passierten, liefen die beiden MAS zum Angriff an, durchbrachen den Sicherungsring der österreichischen Zerstörer und kamen zum Schuß auf die Dreadnoughts Tegetthoff und Szent István. Die auf Tegetthoff abgefeuerten Torpedos verfehlten ihr Ziel, Szent Isván aber wurde getroffen und konnte nicht gerettet werden. Die beiden MAS-Boote entkamen unbeschädigt, und der 9. Juni wurde nach dem Krieg zum italienischen Marinegedenktag. Dieser Erfolg bewog die Österreicher, ihre schweren Schiffe nicht mehr zu riskieren. Zwar gab es auch auf österreichischer Seite Bestrebungen zum Bau derartiger Motorschnellboote (es sollte eine Art Luftkissenboot werden, mit 18-Zoll-Torpedos bewaffnet, 30 Knoten schnell und seiner Zeit weit voraus), jedoch stieß der Entwurf beim konservativen Admiralstab auf keine Gegenliebe.

Die Italiener setzten die Entwicklung ihrer Motorschnellboote auch nach dem Krieg fort, und im Zweiten Weltkrieg waren es die Schnellboote, die den Alliierten von allen italienischen Seestreitkräften die meisten Schwierigkeiten bereiteten.


'MAS 120' von SVAN 1918. Sie ist ein Vertreter der Motorkanonenboote unter den MAS mit einer 7,6 cm-Kanone.
- Technische Daten für SVAN 12ts-Typ -
Abmessungen
Verdrängung: 16 ts normal
Länge über alles: 16,0 m
Breite: 2,6 m
Tiefgang: 1,2 m
Besatzung: 8 Mann

Bewaffnung
ein bis drei Maschinengewehre
zwei 45 cm Torpedos in Abwurfgestellen
vier bis sechs Wasserbomben

Antrieb
zwei Isotta-Frascini-Benzinmotoren und zwei Rognini-Elektromotoren auf zwei Wellen

Leistung
Gesamtleistung: 450 ePS
Höchstgeschwindigkeit: 25 kn


10. Mai 2005 - 17:00
( Jagdpanther )

Deutsche Foren >> Kommentare > Italienisches Motortorpedoboot Typ "MAS"
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 Autor Thema: Italienisches Motortorpedoboot Typ "MAS"
Rommel
14.06.2005 um 19:09 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
Postings: 260

Gelten die 25kn vorwärts oder rückwärts?
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nA
14.06.2005 um 21:05 QuoteProfileSend PM

Clan: 0
Postings: 3500

vorwärts natürlich was hast du denn gedacht??
 
Rommel
15.06.2005 um 06:10 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
Postings: 260

Bei Italienern kann man das nie wissen
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AeGi
16.06.2005 um 19:54 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
Postings: 4

Wenn die Pape durch ist glied das für Senkrecht!!!
Das ist in Italien so...
 
Kopernikus
16.06.2005 um 20:49 QuoteProfileSend PM


Clan: The Ameland Rockers
Postings: 2319

Zitat:

Wenn die Pape durch ist glied das für Senkrecht!!!
Das ist in Italien so...


Babbelfish?
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