Das leichte Maschinen Gewehr Lewis
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Das "Lewis Light Machine Gun Model 1914" war die Weiterentwicklung des Prototypen eines leichten Maschinengewehrs, entworfen von Samuel McClean, der von Isaac Lewis 1911 zur Serienreife gebracht wurde. Lewis bot das lMG 1913 der US Armee an, welche es jedoch ablehnte. Andere Länder jedoch reagierten nicht so ablehnend wie die USA, so nahm der frustrierte Konstrukteur Lewis seinen Hut und ging nach Europa. Dort leitete Lewis mehrere Firmen, so wurde es in Belgien bei "Armes Automatiques Lewis" und Großbritannien bei BSA (Birmingham Small Arms Ltd.) unter seiner Führung gefertigt.
Bis zum Ende des 1. Weltkrieges wurde das Lewis MG in Großbritannien, Belgien, Frankreich und Rußland eingeführt. Um die Nachfrage zu befriedigen wurde das MG auch bei Savage in den USA gefertigt. Als die USA 1917 in den Krieg eintraten führten die USA, die nur sehr wenige Maschinengewehre in ihrem Bestand hatten, das Lewis in .30-06 ein beim US Marine Corps, die Army zog das Chauchat im Kaliber .30-06 vor.
Die Niederlande führten 1920 eine eigene, modifizierte Variante ein, das Mitrailleur M20.
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Ein britischer Soldat mit einem Lewis MG. Man beachte das fehlende Magazin.
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Das Lewis war als Flugzeug- und Infanterie-MG in Gebrauch. Das geringe Gewicht, die robuste Konstruktion und die sehr gute Zuverlässigkeit machten es außerordentlich beliebt.
Für die Flugzeugvariante wurde auf die Kühlrippen verzichtet, und der Kolben konnte gegen einen Spatengriff getauscht werden.
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Ab 1915 im großen Maßstab bei der Truppe, wurde es bei der Infanterie nicht nur in seiner eigentlichen Rolle zur Unterstützung von Sturmangriffen verwendet, von speziell bearbeiteten Holzbalken oder einer Dreibein Lafette wurde es auch als Flugzeugabwehrwaffe verwendet. Selbst das Tank Corps stattete seine ersten Panzer mit Lewis MGs aus, diese allerdings wichen später dann gurtgespeisten Hotchkiss-Maschinengewehren.
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Das Lewis MG als Flugabwehr-Maschinengewehr.
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Das Lewis MG wurde in den britischen Flugzeugen verwendet, die über keinen Synchronisations-Mechanismus verfügten, wie der D.H.2, bei welcher es in der Front montiert war, oder der SE5a auf der oberen Tragfläche.
Bei Bombern, leichten Bombern und Aufklärungsflugzeugen diente es den Bordschützen als schwenkbare Verteidigungswaffe. Der Vorteil des Lewis gegenüber anderen Maschinengewehren war der nicht vorhandene Patronengurt, so das der Schütze das MG relativ frei richten konnte. Für die Fliegervarianten existierte ein 97 Patronen fassendes Magazin.
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Zwei Lewis-MG an einer RE8 der RAF
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Das Lewis, oder die "Belgische Klapperschlange", wie es von deutschen Truppen auch genannt wurde, war ein aufschießender Gasdrucklader mit Drehverschluss. Außergewöhnlich war die Zuführung der Munition über ein horizontales 47 oder 96 Patronen fassendes Trommelmagazin und die Luftkühlung durch horizontale Aluminiumrippen.
Im Gegensatz zu späteren Maschinengewehren mit dem auch "Pfannenmagazin" genannten Magazintyp wie DP oder Bren, verfügte das Lewismagazin über keine Federn. Nach jedem Schuss drehte Verschluss über den Zubringer das Magazin gegen den Uhrzeigersinn, die Patrone wurde vom Verschlusskopf erfasst und in den Lauf geschoben. Dieser war von Aluminiumrippen umschlossen, wenn jetzt ein Projektil den Lauf verlies, wurde Luft durch Mündungsfeuer über die Kühlrippen angesaugt und so der Lauf gekühlt. Aufgrund dieser Konstruktion war ein schneller Laufwechsel nicht möglich, dafür musste die Waffe zerlegt werden. (Die Kühlung arbeitete jedoch ausgesprochen gut, so das 500 bis 600 Schuss abgegeben werden konnten bis das MG überhitzte)
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Darstellung der Funktion und der Kühlung des Lewis MG
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Eine weitere Kuriosität des Lewis MG war die Verschlussfeder, die den beim Schuss zurück gleitenden Verschluss wieder nach vorn drückte und die Waffe verriegelte. Normalerweise handelte es sich hierbei um eine Schraubenfeder, beim Lewis hingegen wurde eine Feder ähnlich einer Uhrwerkfeder verwendet, die über ein Zahnrad mit dem Gaskolben verbunden war. Die Feder, die in einem halbrunden Gehäuse vor dem Abzug saß, wurde nachdem die Patronengase den Gaskolben zurückschoben, aufgezogen, war also unter Spannung und drückte den Verschluss nach vorn, führte eine Patrone zu und verriegelte die Waffe.
Die britischen Lewis verschossen die Mk. VII .303 Patrone. Da das Vereinigte Königreich nicht der einzige Nutzer war, gab es auch Lewis die für holländische, (6,5 mm), russische (7,62 mm) und US-Amerikanische (.30-06) Munition eingerichtet waren.
Wenn ein Lewis von Deutschen Truppen erbeutet wurde, wurde es in der Etappe auf die deutsche 8x57IS Patrone umgerüstet. Aufgrund der Beliebtheit bei den deutschen Truppen wurde vom Kriegsministerium angeordnet, das keine erbeuteten Lewis MGs dauerhaft ohne Umrüstung bei der Truppe verbleiben sollten. Das hatte den einfachen Grund, weil das Kriegsministerium keinen Nachschub von britischen Patronen garantieren konnte, deshalb mussten alle Beutewaffen zur Umrüstung auf das 8x57IS Kaliber an die Gewehrprüfungskommission geschickt werden.
Mit Ende des Ersten Weltkrieges war die "Karriere" des Lewis MG jedoch noch nicht vorbei. Einige der nach dem Ersten Weltkrieg neu gegründeten Staaten erhielten das Lewis MG. Die USA ersetzten ihre durch die Browning Automatic Rifles, die Niederländer bauten ihre eigene Variante, das bereits erwähnte M20.
Die Briten begannen es ab Mitte der 30er Jahre durch das Bren MG zu ersetzen, doch bei der Home Guard war es weiterhin in Dienst.
In das Deutsche Reich gelangte es wieder einmal als Beutewaffe, im Zweiten Weltkrieg wurde es als "7,7mm leichtes Maschinengewehr 137 (e)" an allen Fronten eingesetzt.
Diese Beutebestände wurden nach dem Krieg von den Siegermächten an Verbündete weitergegeben, so waren selbst im Yugoslavischen Bürgerkrieg noch Kroatische Milizen mit der Niederländischen Lewis Variante ausgestattet.
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Australische Soldaten mit Lewis MG bei der Ausbildung
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| Technische Daten |
Gesamtlänge: 125 cm
Lauflänge: 61 cm
Gewicht: 12 kg
Magazinkapazität: 47/96 Schuss
Theoretische Feuergeschwindigkeit: ~550 S/Min
Zeichnung eines Lewis MG (ca 3900px, 700kb)
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