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FL18 - Frontline18 .:. Deutscher Kleiner Kreuzer der "Magdeburg"-Klasse

:: Deutscher Kleiner Kreuzer der "Magdeburg"-Klasse ::

Deutscher Kleiner Kreuzer der "Magdeburg"-Klasse

Diese Klasse von Kleinen Kreuzern bestand aus vier Schiffen (Magdeburg, Breslau, Stralsund, Straßburg) und unterschied sich technologisch in vieler Hinsicht von ihren Vorgängerbauten: sie verzichtete auf den vorgezogenen Rammbug älterer Schiffe und besaß als erste Klasse von deutschen Kleinen Kreuzern einen Gürtelpanzer. Des Gewichtes wegen ging dies zu Lasten der Deckspanzerung, die Offensivfähigkeiten blieben gegenüber den älteren Kreuzern fast gleich. Jedes dieser Schiffe kostete etwa acht Millionen Goldmark. Bei Kriegsausbruch war die Magdeburg-Klasse wie alle anderen deutschen Kleinen Kreuzer auch hauptsächlich mit 105 mm-Geschützen bewaffnet, die im Laufe des Krieges durch die weiter tragenden und stärkeren 150 mm-Geschütze ersetzt wurden. Das Achterschiff war flach und bot Platz für Minen.

Den Schiffen der Magdeburg-Klasse wurde eine eher schlechte Seefähigkeit nachgesagt, und sie neigten bei Geschwindigkeiten von mehr als 22 Knoten zu starken Vibrationen. Dennoch bewährten sie sich gut. Ganz besonders der Kleine Kreuzer Breslau wurde bekannt: er bildete zusammen mit dem Schlachtkreuzer Goeben die deutsche Mittelmeerdivision und entkam zu Beginn des Krieges in einer wilden Verfolgungsjagd in türkische Gewässer, später traten beide Schiffe in türkische Dienste und beeinflußten den Kriegsverlauf im Schwarzen Meer nachhaltig. Die Breslau lief am 20 Januar 1918 nahe der griechischen Insel Imbros auf eine Minensperre und sank mit dem größten Teil der Besatzung, auch die Goeben erhielt dort Minentreffer, konnte aber gerettet werden.
Allerdings war ein Kreuzer dieser Klasse auch für ein wesentliches Handicap der deutschen Flotte verantwortlich: die Magdeburg lief am 26. August 1914 in der Ostsee auf Grund und mußte aufgrund sich nähernder überlegener russischer Streitkräfte gesprengt werden. Dabei wurde das Codebuch des Kreuzers über Bord geworfen. Die Russen bargen es später und spielten es den Briten zu, die für den Rest des Krieges wesentliche Teile des deutschen Marinefunks mitlesen konnten.
Stralsund mußte nach dem Krieg an Frankreich ausgeliefert werden und fuhr dort unter dem neuen Namen Mulhouse, bis sie 1935 verschrottet wurde. Straßburg kam an Italien und erhielt den neuen Namen Taranto. Sie kämpfte noch im Zweiten Weltkrieg mit und wurde 1943 von ihrer eigenen Besatzung versenkt, als Italien die Seiten wechselte, um zu verhindern, daß sie den Deutschen in die Hände fiel. Das Wrack wurde 1946-47 abgebrochen.


SMS Breslau
Technische Daten
Abmessungen
Verdrängung: 5281 t
Länge über alles: 138,7 m
Länge (Wasserlinie): 136,0 m
Breite: 13,5 m
Tiefgang: 4,25 m
Besatzung: 354

Bewaffnung
15 cm: 2 (seit 1916, 8 seit 1917)
10,5 cm: 12 (10 seit 1916, 0 seit 1917)
(alle Geschütze in Einzellafetten)
50 cm Torpedorohre: 2
Minen: 120
Flak

Panzerung
Deck: 40 mm (max)
Gürtel: 60 mm (max)

Antrieb
Wellen: 2
Turbinen: 2
Typ: AEG Vulcan Turbinen

Leistung
Gesamtleistung: 33482 PS
Höchstgeschwindigkeit: 27,5 kn
Reichweite: 5820 sm bei 12 kn

Alle Daten entstammen der Webseite www.german-navy.de, die stets einen Besuch wert ist!

23. November 2003 - 18:53
( Jagdpanther )

Deutsche Foren >> Kommentare > Deutscher Kleiner Kreuzer der "Magdeburg"-Klasse
Antwort erstellen
 Autor Thema: Deutscher Kleiner Kreuzer der "Magdeburg"-Klasse
Die Bärtige
07.12.2003 um 17:56 QuoteProfileSend PM

Clan: -|PBF|- Funteam
Postings: 132

313. Panzerknacker Regiment "Murmler"
Wie gewoht sehr prägnat geschrieben. Gute Arbeit Jagdpanther!

Mich würden noch folgende 2 Kleinigkeiten interessieren:

1. Wie kann ein Schiff bei unruhiger See anfangen zu vibrieren? Da muss man ja Angst haben der Kahn fällt einem unter dem Hintern auseinander.

2. Könntest du bitte mal für die weniger Schiffsbaubewanderten kurz erläutern, was ein "Gürtelpanzer" ist und wie man sich das Ganze vorzustellen hat? Vielleicht könnte man ja bei solchen technischen Artikeln einfach ein paar Fachbegriffe mal in einem Nebensatz erklären. Das würde, denke ich zumindest, sehr zum Verständnis beitragen.

So far Die Bärtige

[Edit: Die Bärtige : 07.Dec.2003 - 18:11]
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"Im Hafen sind Schiffe besser aufgehoben, aber dafür wurden sie nicht gemacht"
-Epiktet-

Member im PlanetBattleField (-|PBF|-) Funteam (Battlefield-Funteam)

Member im Fliegendes SuizidKommando (=FSK=) Funteam (Black Hawk Down-Funteam)

 
Asperagus
07.12.2003 um 18:57 QuoteProfileSend PM


Clan: Kein Clan
Postings: 2747

Die Bärtige hat folgendes geschrieben:
Wie gewoht sehr prägnat geschrieben. Gute Arbeit Jagdpanther!
2. Könntest du bitte mal für die weniger Schiffsbaubewanderten kurz erläutern, was ein "Gürtelpanzer" ist und wie man sich das Ganze vorzustellen hat?


Das wird vermutlich ein verstärkter Teil der Panzerung sein, der sich auf Höhe der Wasserlinie des Schiffs befindet und um den gesamten Rumpf herumläuft, eben wie ein Gürtel, wenn man die Wasserlinie des Schiffs als dessen Gürtellinie ansieht.
 
Jagdpanther
07.12.2003 um 20:10 QuoteProfileSend PM


Clan: Team Battlefield 1918
Postings: 3348

He's watching YOU...
Stimmt. Der Gürtelpanzer ist der Teil der Panzerung, der die Bordwände des Rumpfes schützt.
Die Vibrationen rührten vom Antrieb des Schiffes her, der recht beengt untergebracht war. Bei hoher Leistung der Maschine übertrugen sich die Schwingungen auf das ganze Schiff, möglicherweise traten die Schwingungen auch durch die hohe Fahrt und den damit zusammenhängenden hohen Wasserwiderstand auf.
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Im Krieg verrohen die Sitten. Warum soll man eine Tür aufschließen, wenn man auch mit dem Sturmgeschütz dagegenfahren kann?


 
Kaiserjäger
09.12.2003 um 11:55 QuoteProfileSend PM

Clan: Kommando Sniper Feuersturm
Postings: 370

Konnte das Schiff eigentlich noch fahren wenn man die runden Kamins wegschoss?
__________________
Jedesmal wenn ich einen Engländer abgeschossen habe ist mein Jagdsinn für eine Viertelstunde besänftigt.
 
Jagdpanther
01.01.2004 um 16:18 QuoteProfileSend PM


Clan: Team Battlefield 1918
Postings: 3348

He's watching YOU...
Kommt drauf an, ob die Schornsteine noch zogen. Ohne Rauchabzug wurde das Leben im Maschinenraum sicher ungemütlich.
Ich hab den Artikel noch mal generalüberholt und das Schicksal der verbliebenen zwei Schiffe dazugepackt.
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Im Krieg verrohen die Sitten. Warum soll man eine Tür aufschließen, wenn man auch mit dem Sturmgeschütz dagegenfahren kann?


 
Makin
15.02.2006 um 19:33 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
Postings: 1198

Use the Dark Side and you are stronger than everything
Hinzuzufügen wäre noch, das Straßburg nach den ursprünglichen Plänen der Allierten garnicht ausgeliefert werden sollte, sondern der Reichsmarine erhalten bleiben sollte, genau wie die Pillau, die Regensburg, die Graudenz und die Königsberg sowie Zwölf moderne Torpedoboote, nach der Selbstversenkung der Hochseeflotte wurde daraus nichts.

Welcher Typ Torpedoboote weiß ich aber nicht.

Quellen: Z-Vor Band 1
Die Deutsche Kriegsmarine 1935-1945

[Editiert von Makin am 15.Feb.2006 um 19:34]
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Kein Plan überlebt die erste Feindberührung. (Helmuth von Moltke)
 
Parabellum
16.02.2006 um 10:54 QuoteProfileSend PM


Clan: Team Frontline18
Postings: 5411

England hatte ursprünglich sogar den Vorschlag gemacht, Deutschland die Dreadnoughts der Nassau-Klasse zu belassen, um die stabilisierende Rolle der deutschen Marine in der Ostsee zu erhalten. Aber nach der Selbstversenkung in Scapa Flow wurde auch daraus nichts.
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Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat. (Napoléon Bonaparte)
 
Makin
16.02.2006 um 16:26 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
Postings: 1198

Use the Dark Side and you are stronger than everything
Mich würde interessieren, was aus den Schiffen im 2. Weltkrieg geworden wäre, besonders die Kreuzer und die 12 Torpedoboote (in anbetracht der Königsberg würde ich auf den Typ 1918 Mob oder den vorgänger Typ tippen) geworden wäre.
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Kein Plan überlebt die erste Feindberührung. (Helmuth von Moltke)
 
Parabellum
17.02.2006 um 08:06 QuoteProfileSend PM


Clan: Team Frontline18
Postings: 5411

Dann schau Dir einfach die Geschichte der italienischen Marine an: Die hatte noch zwei deutsche Kreuzer aus dem 1.WK in Dienst und hat sie in erster Linie als Geleit- und Schulschiffe benutzt. Und die aktive Weiterverwendung von Zerstörern aus dem 1.WK bis in den 2.WK hinein findet man bei ziemlich vielen Marinen (Italien, Japan, Sowjetunion, UK, USA, diverse zweitrangige Marinen).
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