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| FL18 - Frontline18 .:. Die bulgarische Fliegertruppe im Ersten Weltkrieg |
 | :: Die bulgarische Fliegertruppe im Ersten Weltkrieg :: |  |
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Die bulgarische Fliegertruppe im Ersten Weltkrieg
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Die Anfänge
Bulgariens erste Schritt zu einer Luftstreitmacht bestanden in der Aufstellung eines Ballonzuges mit zwei Fesselballons im April 1906, der die Feuerleitung der Heeresartillerie unterstützen sollte. Gleichzeitig warf man aber auch ein Auge auf die Entwicklung der Flugzeuge und Anfang 1912 wurden dreizehn Heeresoffiziere zur Ausbildung nach Frankreich geschickt. Parallel dazu bestellte Bulgarien fünf Flugzeuge in Frankreich und Deutschland (eine Bleriot XXI, drei Albatros F.II und eine Voisin).
Ab Juli 1912 kehrten dann die ersten ausgebildeten Piloten aus Frankreich zurück und am 13. August 1912 startete während des großen Sommermanövers Hauptmann Simeon Petrov mit seiner Bleriot XXI zum ersten Einsatzflug der bulgarischen Luftfahrtgeschichte.
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Seitenriß einer bulgarischen Albatros F.II
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Die Balkankriege
Als Anfang Oktober 1912 Bulgarien in den Ersten Balkankrieg eintrat, bestand seine Luftstreitmacht aus zwei Fesselballons und vier Flugzeugen, deren Hauptaufgabe anfangs die Artilleriebeobachtung war. Dabei unternahme eine bulgarische Albatros am 16. Oktober den ersten Aufklärungsflug unter Kampfbedingungen über europäischem Boden. Später wurde die Aufgabenpalette noch um Bombenangriffe und Flugblattabwürfe ergänzt und die Einsatzstärke stieg durch Käufe im Ausland und Anwerbung ausländischer Piloten bis zum Ende des Ersten Balkankrieges auf drei Fliegerzüge mit zusammen neun Maschinen. Weitere drei Maschinen gingen während der Kampfhandlungen durch Unfälle und Feuer vom Boden verloren. Eine wichtige Rolle spielten dabei auch angeworbene russische Techniker, die sich um die Wartung der Flugzeuge kümmerten. Dennoch blieb die Einsatzbereitschaft durch die geringe Zahl an Flugzeugen und häufige Unfälle eher gering.
Als Randnote sei noch erwähnt, daß der bulgarische Flugpionier Hauptmann Simeon Petrov während dieses Krieges auch die erste einsatzfähige Fliegerbombe der Welt entwickelte: Ein etwa sechs Kilogramm schwerer Sprengkörper mit kreuzförmigen Flügeln und Aufschlagzünder, der erstmals bei einem Angriff auf den Bahnhof von Karaagac (nahe Edirne) am 16. Oktober 1912 eingesetzt wurde. Später wurden die Pläne dafür an Deutschland verkauft, das sie im Ersten Weltkrieg unter dem Namen "Chathaldza" fertigte.
Nach dem siegreichen Ende des Ersten Balkankrieges wurden sofort sämtliche einsatzbereiten Flugzeuge an die griechische und serbische Grenze verlegt, um für den Angriff auf die einstigen Verbündeten bereitzustehen. Bulgarien empfand seine Territorialgewinne aus dem Krieg nämlich als zu gering und wollte sich mit Gewalt holen, was ihm seiner Meinung nach zustand.
Der Zweite Balkankrieg verwandelte sich jedoch schnell in einen Massenrückzug der Bulgaren, bei dem die kleine Fliegertruppe kaum eine Rolle spielte und sogar drei ihrer wertvollen Flugzeuge an die Griechen verlor.
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Die von Simeon Petrov konstruierte Chathaldza-Bombe
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Der Erste Weltkrieg 1914-16
In der kurzen Friedenzeit zwischen dem Ende der Balkankriege und Bulgariens Eintritt in den Ersten Weltkrieg im Oktober 1915 wuchs die Stärke des Fliegerbattalions nur langsam. Ältere Flugzeuge wurden zunehmend an die neuaufgebaute Fliegerschule abgegeben, während an neuen Maschinen nur drei Mitte 1915 in Deutschland angekaufte Fokker E.III und ein Albatros B.I-Zweisitzer hinzukamen. Damit standen im Oktober 1915 nur eine Ballonstaffel (1 Fesselballon), eine Fliegerstaffel (4 Bleriot XI, 1 Albatros B.I) und das Jägerkommando zum Schutze Sofias (3 Fokker E.III) zur Verfügung.
In diesem Monat trat Bulgarien den Mittelmächten bei und die Erste und Zweite Armee einschließlich der Ballon- und Fliegerstaffel marschierte zur Unterstützung der österreichisch-ungarischen Truppen in Serbien ein. Bald jedoch verlangten die verschlechterten Beziehungen zu Rumänien eine Verlegung der Ballonstaffel zur Dritten Armee an der Nordostgrenze, während die Fliegerstaffel der Zweiten Armee angegliedert wurde und die Aufstellung einer zusätzlichen Fliegerstaffel für die Erste Armee an der Südfront in Angriff genommen wurde. Beide Staffeln und die Fliegerschule (die gleichzeitig als eine Art unabhängige Fliegereinheit operierte) sollten mit neuen Flugzeugen der Typen LVG B.II und Otto C.I aus Deutschland ausgestattet werden. Außerdem wurde im Mai 1916 ein deutsches Luftschiff Typ Schütte-Lanz in Dienst gestellt (SL 10), das jedoch bereits Ende Juli bei seinem zweiten Einsatzflug abstürzte.
Als im August 1916 schließlich der erwartete Krieg mit Rumänien begann, standen an dieser Front zwei Ballonstaffeln mit je einem Ballon (genannt Solun und Odrin) zur Verfügung. Außerdem standen die Maschinen der Fliegerschule und des Jägerkommandos zur Unterstützung bereit. Letztere erzielten am 30. September 1916 auch den ersten Luftsieg der kleinen bulgarischen Fliegertruppe, als zwei Fokker E.III zur Abwehr eines Angriffs von drei französischen Farman 40-Bombern auf Sofia starteten und dabei einen der Angreifer abschossen.
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Zwei bulgarische LVG B.II mit Besatzungsmitgliedern
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Deutsche Unterstützung
Mitte Oktober 1915 sandte die deutsche Oberste Heeresleitung zur Unterstützung ihres Verbündeten die "Fliegerabteilung Bulgarien" der deutschen Heeresflieger mit sechs Albatros C.II (später DFW C.V) an die mazedonischen Front. Außerdem wurden im Frühjahr 1916 dort die Jastas 25 und 38 aufgestellt, die Albatros D.III und später Halberstadt D.II einsetzten, um den bulgarischen Mangel an Jagdflugzeugen auszugleichen.
Eine weitere deutsche Unterstützung stellten die deutschen Marineflieger an der Schwarzmeerküste dar, die mit Seeflugzeugen der Typen Friedrichshafen F.33 und LFG Roland 6B1 das bulgarische Küstenvorfeld überwachten. Im April 1918 wurden alle Maschinen und die Seefliegerbasis in Varna der bulgarischen Marine übergeben, die sie bis zum Kriegsende alleine weiterbetrieb.
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Eine deutsche LFG Roland D.II. Maschinen des gleichen Typs wurden auch an Bulgarien geliefert.
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Der Erste Weltkrieg 1917-18
Mit fortschreitender Dauer des Krieges trafen die bulgarischen Piloten an allen Fronten auf zunehmenden Widerstand durch Luftabwehrgeschütze und feindliche Jagdflieger. Dabei war es nur schwer möglich die Verluste an Flugzeugen und Besatzungen zu ersetzen, da der deutsche Verbündete Bulgarien als sekundären Kriegsschauplatz ansah und daher nur ungern Ersatzflugzeuge lieferte. Dennoch hielten sich die bulgarischen Flieger angesichts deutlicher zahlenmäßiger Unterlegenheit relativ gut, indem sie einen Großteil der Aufklärungs- und Bombenflüge auf die Nachtstunden verlegten.
Nach einem absoluten Tiefpunkt im April 1917, als gerade einmal zehn Flugzeuge an allen Fronten zusammen einsatzbereit waren, begann sich dann die Lage ab dem Spätsommer 1917 durch die Lieferung neuer Aufklärer der Typen Albatros C.III und DFW C.V und vor allem dringen benötigter moderner Jagdflugzeuge Typ LFG Roland D.II wieder zu verbessern. Sogar einige abgestürzte Feindmaschinen und ein erbeuteter britischer Beobachtungsballon wurden wieder instandgesetzt, um die Staffeln aufzufüllen! Eine weitere Entlastung brachte der Zusammenbruch Rußlands im Dezember 1917, der die Verlegung der bisher an dieser Front eingesetzten Kräfte an die Südfront ermöglichte.
Dennoch reichten die Anstrengungen nicht um die Katastrophe zu verhindern, denn im September 1918 startete die Entente ihre große Mazedonien-Offensive und errangen binnen Tagen eine überwältigende Lufthoheit. Die wenigen nach den ersten Luftschlägen noch einsatzbereiten bulgarischen Flugzeuge wurden meist schon beim ersten Einsatz abgeschossen und am 29. September brach schließlich die Front zusammen und Bulgarien mußte bedingungslos kapitulieren.
Die wenigen überlebenden Maschinen wurden in den ersten Oktoberwochen nach Bojurishte nahe Sofia gebracht. Abgesehen von einigen Werkstattflügen verblieben sie dort bis zum November 1919, als der Vertrag von Neuilly von Bulgarien die Auslieferung sämtlicher Kampfflugzeuge verlangte und fortan jegliche militärische Luftfahrt verbot.
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| Autor |
Thema: Die bulgarische Fliegertruppe im Ersten Weltkrieg |
 | nA |
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Clan: 0
Postings: 3500
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Mal was anderes! Über die Bulgaren hört man nur so selten!
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 | HJvK |
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Clan: 0
Postings: 31
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Ja, damit bin ich einverstanden.
Etwas neues gelernd!
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 | Luftschiffharry |
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Clan: 0
Postings: 4
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Hallo,
danke für den Artikel, der hat Seltenheitswert ! Ich möchte jedoch ein kleines Detail richtig stellen. Im zweiten Absatz des Abschnitts "Erster Weltkrieg 1914 - 1916" wird das Heeresluftschiff SL 10 erwähnt. Hier ein paar Daten
Name SL 10
Erste Fahrt 17.5.1916
Kommandant
Hauptmann von Wobeser
Biographie
Balkaneinsatz. - Am 21.6.1916 nach Jamboli (Bulgarien) verlegt. - Am 2.7.1916 Zusammenarbeit mit deutschem U-Boot vor Sewastopol. - Am 15.7.1916 Aufklärung nach Zonguldak an der südlichen Schwarzmeerküste. - Zwischen dem 15. und dem 27.7.1916 eine erfolgreiche Minensuchfahrt. - Kehrte von Angriffsfahrt am 27.7.1916 auf Sewastopol nicht zurück. Vermutlich wurde das Luftschiff durch eine der im Schwarzen Meer berühmt-berüchtigten Tromben (starke Luftwirbel) zerstört. Es wurden Teile des Luftschiffes sowie der Leichnam des Maschinisten Dahl gefunden.
Glück ab !
Harry
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Luftschiffahrt ist not - sie bleibt modern !
airshipping is necessary - it's still up to date !
La navigation aérienne est une urgence - elle reste moderne !
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