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FL18 - Frontline18 .:. Deutscher Zerstörer der 'B 97'-Klasse

:: Deutscher Zerstörer der 'B 97'-Klasse ::

Deutscher Zerstörer der B 97-Klasse

Im Gegensatz zur Royal Navy favorisierte die Kaiserliche Marine Torpedoboote, während die Briten auf Zerstörer setzten. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges befanden sich bei Blohm & Voss und der Vulcan Werft Antriebsanlagen im Bau, die für vier Zerstörer der russischen Novik-Klasse bestimmt waren. Da eine Ablieferung der Turbinen nun illusorisch war, machten die beiden Werften dem Reichsmarineamt ein Angebot zum Bau von ähnlichen Schiffen unter Verwendung der für Rußland in Bau befindlichen Maschinen. Dieses hatte jedoch diverse Abneigungen gegen den Typ des Zerstörers, darunter vor allem die große Silhouette im Vergleich zu den deutschen T-Booten. Auf Druck von Großadmiral Tirpitz stimmt man jedoch letztlich wegen der relativ kurzen Bauzeit zu und bestellte V 99-V 100 bei der Vulcan Werft Stettin und B 97-B 98 und B 109-B 112 bei Blohm & Voss in Hamburg. Mit 1.840 ts waren sie deutlich größer als alle Torpedoboote der Kaiserlichen Marine, die im Schnitt 570 bis 850 Tonnen verdrängten. Dafür besaßen sie aber auch eine wesentlich stärkere Artillerie und höhere Geschwindigkeit, was sie zu perfekten Torpedobootsjägern machte. Im Verlauf des Krieges erwiesen sich die Schiffe als äußerst gelungen und man beschloß, weitere Torpedobootszerstörer zu bestellen, wie z.B. das Große Torpedoboot 1916 Mob, den sogenannten "Super-Zerstörer".


'B 110' auf Probefahrten

Die Einheiten, welche zuerst fertiggestellt wurden, waren noch mit vier 8,8 cm Geschützen bewaffnet. Aber schon 1916 wurden diese bei allen Booten gegen 10,5 cm Geschütze ausgetauscht. Eine Besonderheit war bei V 100 zu finden: bei diesem Boot hatte man das hinterste 10,5 cm Geschütz ausgebaut, und stattdessen wurden ein Wasserflugzeug des Typs Friedrichshafen FF 33 mitgeführt. Der einzige Kriegsverlust war V 99: Das Boot geriet am 17. August 1915 während eines Gefechtes gegen russische Zerstörer in in ein feindliches Minenfeld und sank nach Minentreffer am Heck. Die anderen Boote überlebten den Krieg und gelangten zusammen mit dem Rest der Hochseeflotte nach Scapa Flow. Dort wurde B 98 zum Transport der Post zwischen Deutschland und der internierten Flotte eingesetzt. Als sich diese am 21. Juni 1919 selbst versenkte, gelang es B 109, B 110, B 111 und B 112, sich selbst zu versenken, bei B 97, B 98 und V 100 mislang dies. Die drei Boote wurden danach unter den Siegermächten verteilt: B 97 ging als Cesare Rossarol nach Italien und blieb dort bis 1939 in Fahrt, B 98 kam in britische Hand und wurde Anfang der 20er Jahre abgewrackt. V 100 ging an Frankreich, welches das Boot 1921 verschrottete.


'V 100' mit seinem Bordflugzeug vom Typ FF 33
Technische Daten
Abmessungen
Verdrängung: 1.370 ts
Länge über alles: 98,0 m
Breite: 9,4 m
Tiefgang: 3,4 m
Besatzung: 114

Bewaffnung
vier 8,8 cm L/45 (ab 1916 ersetzt durch 10,5 cm L/45)
sechs 50 cm-TR (2x1, 2x2)
24 Minen

Antrieb
Zwei Marine- oder AEG-Turbinen auf zwei Wellen,
4 Marine-Kessel

Leistung
Gesamtleistung: 40.000 WPS
Höchstgeschwindigkeit: 36,5 kn

Dieser Artikel wurde zur Verfügung gestellt von Björn "Makin" Busse.


20. Oktober 2005 - 19:17
( Team FL18 - Frontline18 )

Deutsche Foren >> Kommentare > Deutscher Zerstörer der 'B 97'-Klasse
Antwort erstellen
 Autor Thema: Deutscher Zerstörer der 'B 97'-Klasse
Makin
30.12.2005 um 16:29 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
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Use the Dark Side and you are stronger than everything
Hier noch ein interesantes Bild.


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Kein Plan überlebt die erste Feindberührung. (Helmuth von Moltke)
 

Dateianhang:    JPG image B98-2.jpg    107 KB
Lord_Pyro
29.03.2006 um 19:18 QuoteProfileSend PM

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Blut wäscht, Feuer reinigt!
gibts das italienische exemplar noch? oder wurde das wie die anderen beiden auch zerstört?
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Makin
30.03.2006 um 11:34 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
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Nee leider nicht wurde 1939 abgewrackt. Anzumerken ist noch das Schichau und Blohm&Voss später im Frühjahr 1915 dem Reichsmarineamt nochmals die lieferung von etwa Zwölf weiteren Schiffen dieses Typs anboten. Das RMA lehnte dieses jedoch ab, da die Bauzeit zulang. Welch ein fehler, denn später erwiesen sich diese Schiffe als sehr wertvoll, auch die Zerstörer des Typs G101, so dass man dann die Zerstörer des Typs 1916 konstruierte und in Bau gab.
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Kein Plan überlebt die erste Feindberührung. (Helmuth von Moltke)
 
Lord_Pyro
30.03.2006 um 13:12 QuoteProfileSend PM

Clan: 0
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Blut wäscht, Feuer reinigt!
hätten die in der geplanten großoffensive gegen england (die zum kieler matrosenaufstand führte) noch eine rolle gespielt?
__________________


 
Makin
30.03.2006 um 16:05 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
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Du meinst den Typ 1916 oder?

Beim Typ 1916 handelte es sich letztlich um eine Art Kreuzer Ersatz. Was die Bewaffnung angeht wären sie den Britischen Zerstörer deutlich überlegen gewesen (15cm SK 60cm Torpedorohre), wenn es zum Kampf gegen die Grand Fleet gekommen worden wäre, hätten die wohl schaden angerichtet. Allerdings ist das bloß nur eine Vermutung, denn bis zum Kriegsende kam nur noch V116 indienst. S113 folgte 1919, die restlichen Boote waren mehr oder weniger Fertig und wurden später abgewrackt.
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Kein Plan überlebt die erste Feindberührung. (Helmuth von Moltke)
 
Lord_Pyro
30.03.2006 um 16:23 QuoteProfileSend PM

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Blut wäscht, Feuer reinigt!
war die offensive auf see wirklich so aussichtlos wie uns die lehrerm glauben machen wollen?
oder hätte man nicht die überzahl des feindes ausnuzten können?
__________________


 
Makin
31.03.2006 um 10:05 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
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Wenn du den Vorstoß zur Themsemündung meinst, dann wohl ja, denn der Hintergedanke der Befehlshaber war der, dass sie lieber mit wehenden Fahnen untergehen wollten, als einfach zu kapitulieren. Gewissermaßen währe dies nichts weiter als ein Selbstmordkomando geworden, bei dem es letztlich nur darum ging mit Abstand zu sterben, wenn man das unmöglich geschafft und gesiegt hätte, währe dies nur ein angenehmer nebenefekt.

Das ist zumindest meine meinung dazu.
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Parabellum
31.03.2006 um 10:31 QuoteProfileSend PM


Clan: Team Frontline18
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Makin hat folgendes geschrieben:
Beim Typ 1916 handelte es sich letztlich um eine Art Kreuzer Ersatz. Was die Bewaffnung angeht wären sie den Britischen Zerstörer deutlich überlegen gewesen (15cm SK 60cm Torpedorohre), wenn es zum Kampf gegen die Grand Fleet gekommen worden wäre, hätten die wohl schaden angerichtet. Allerdings ist das bloß nur eine Vermutung, denn bis zum Kriegsende kam nur noch V116 indienst. S113 folgte 1919, die restlichen Boote waren mehr oder weniger Fertig und wurden später abgewrackt.

Die Erfahrungen mit dem Typ 36A im 2. WK deuten eher an, daß 15 cm-Geschütze für Zerstörer unbrauchbar sind. Das liegt vor allem an der Munition: Patronenmunition für ein 10,5 cm-Geschütz wiegt etwa 27 kg und ist daher gut von einem Mann handhabbar. Patronenmunition für ein 15 cm-Geschütz wiegt dagegen knappe 75 kg pro Schuß und ist damit für einen einzelnen Mann viel zu schwer. Man braucht also entweder 2-3 Mann zum Laden oder man muß mit getrennter Munition arbeiten, aber selbst dann ist die Granate mit etwa 45 kg noch ziemlich schwer. Wenn man dazu noch berücksichtigt, daß so ein Zerstörer eine ziemlich unruhige Geschützplattform ist und die Hauptziele (gegnerische Zerstörer und leichte Seestreitkräfte) äußerst bewegliche Ziele darstellen, dann sinkt der Gefechtswert eines 15 cm-Geschützes auf einem Zerstörer schnell ins bodenlose.
Ein weiteres Argument gegen 15 cm-Geschütze auf Zerstörern ist ihr Gewicht: Die auf den Zerstörern des Typs 1916 (S 113-, V 116- und B 122-Klassen) eingebauten L/45-Geschütze hatten alleine schon ein Rohrgewicht von 5 t. Mit Lafette und Panzerschild schlägt jedes Geschütz sogar mit 12-15 t zu Buche. Im Vergleich zu den 3,5 t eines 10,5 cm-Geschützes ohne Schild (1,5 t Rohrgewicht) wie auf den Großen Torpedoboote ist das eine extreme Zunahme an Toppgewicht, die die Stabilität eines Zerstörers massiv senkt - es sei denn man vergrößert gleichzeitig die Tonnage das Schiffes deutlich. Aber dann ist meist der Grundsatz der leichten Seestreitkräfte "ersetzbar" zu sein nicht mehr erfüllt...

[83]Lord_Pyro hat folgendes geschrieben:
war die offensive auf see wirklich so aussichtlos wie uns die lehrerm glauben machen wollen?

Ja und nein: Das Mahansche Konzept der Entscheidungsschlacht zur See, welches in Europa bis in den Ersten Weltkrieg das seestrategische Denken beherrschte (im Pazifik sogar bis in den Zweiten Weltkrieg), war für Deutschland definitiv aussichtslos. Durch die Entente Cordiale konnte Großbritannien seine ganze Flotte in den Heimatgewässern konzentrieren und besaß gleichzeitig die kürzeren Anfahrtswege.
Die Offensive zur See mit leichten Seestreitkräften (wenige Kreuzer, hauptsächlich Zerstörer, U-Boote und Küstenstreitkräfte) und der Handelskrieg waren dagegen Gebiete, wo Deutschland bis zum Eintritt der USA durchaus seinen Gegnern ebenbürtig - teilweise sogar überlegen - war. In diesem "Konzept des Schwächeren" (wie es Kriegsmarine-Chef Raeder später nannte) spielte auch die Schlachtflotte weiter eine wichtige Rolle, denn sie zwang Großbritannien, weiterhin jederzeit für eine Konfrontation der Großkampfschiffe gerüstet zu bleiben und sicherte Deutschlands maritimes Hinterland (d.h. Deutsche Bucht und Ostsee), in denen die Überlegenheit der Royal Navy durch die große Distanz zu ihren Stützpunkten und die deutschen leichten Seestreitkräfte aufgehoben wurde.
Wie das dann praktisch aussieht, hat die Kriegsmarine 1939-42 demonstriert - und das in einer wesentlich schwächeren Lage, als die Kaiserliche Marine 1914-18.

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Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat. (Napoléon Bonaparte)
 
Lord_Pyro
31.03.2006 um 13:36 QuoteProfileSend PM

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Blut wäscht, Feuer reinigt!
wurde eigentlich mit minen experimentiert, die von ubooten in großer tiefe wie ne art torpedo abgeschossen werden und dann unter einem flottenverband langsam als minen hochtreiben und somit unauffällig schaden anrichten
dann wären die uboote n paar kilometer entfernt in großer tiefe sichergewesen aber bei einer engen feindformation könnte man große verluste erzielen..
aber sowas is wohl utopie
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Makin
31.03.2006 um 15:13 QuoteProfileSend PM

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Im ersten Weltkrieg gab es so was nicht aber im 2. Weltkrieg schon, als es durch die Einführung der Torpedominen jedem U-Boot möglich wurde Minen zu legen, in welcher Tiefe das gemacht wurde weiß aber nicht. Jedenfalls war es üblich die Minen getaucht aus zu stoßen.
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Lord_Pyro
31.03.2006 um 17:18 QuoteProfileSend PM

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wie geil, dann hätt ich mit meiner Idee zum WKI ja noch richtig was rausreißen können :P
aber mit solchen waffen wäre man bestimmt gegen die übermacht erfolgreich gewesen
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Makin
31.03.2006 um 19:51 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
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Nun ja wenn man bedenkt, dass die Briten anfangs den Deutschen Magnet Minen gegenüber hilflos waren vielleicht, allerdings währe die Royal Navy nur mit einem starken Zerstörerschirm unterwegs gewesen und einige von denen hätten wohl auch Asdic gehabt und die hätten das U-Boot wohl geortet. Allerdings solltest du wissen, dass die Minen genau wie die anderen Minen eingesetzt worden wären, ein Einsatz an den du denkst, wurde meines Wissen nach nie geplant. Soweit ich weiß.
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