Togó
[Mit 87 000 qkm etwas kleiner als Portugal, vermutlich 1,5 Mill. E]
Lage und Grenzen.
Das Togó-Land besitzt an der Küste von Nord- oder Oberguinea [ginéa], da, wo sich die Gold- und die Sklavenküste berühren, eine Küstenstrecke von nur 52 km Ausdehnung, kaum so lang wie die Entfernung Lübecks von Hamburg. Im Innern aber schiebt sich das Land unter 9° N so weit nach W. vor, daß seine Ausdehnung hier die Entfernung Hannovers von Berlin noch übertrifft, während die nördliche Grenze unter 11° N von der Küste rund 5°, also etwa so wiet wie Ulm von Hamburg, entfernt ist. Die im ganzen von der Mündung des Mono-Flusses s.n. laufende Ost- und die Nordgrenze sind festgelegt durch den Vertrag von 1897 mit Frankreich, durch den der Nigir leider nicht erreicht ist. Die Westgrenze bildet der Wolta-Fluß bis zur Einmündung des Daka, sie folgt dann laut dem 1899 mit Großbritannien abgeschlossenen Vertrage diesem Flusse bis zum 9. Parralel und läuft so nordwestwärts, das die Gebiete von Jendi und Jakoschi zum Teil uns zufallen. Daß der Unterlauf des Wolta uns fehlt, macht sich leider sehr bemerkbar. - Andere angrenzende Gebietesind im W. die britische Goldküste mit den Negerreichen der Asante (Aschanti), im O. die französische Sklavenküste und, ebenfalls unter französischer Herrschaft, die Staaten von Dáhomé und die der braunen Felláta, nordwärts bis an den Nigir.
Bodengestalt und Gewässer
Das nahezu keilförmige Land gliedert sich in vier Bodenabschnitte:
a) Die Küstenebene ist wegen der wütenden Brandungswelle vom Meer aus nur schwer zugänglich, und diese hat Sanddünen aufgeschüttet und die Flüsse zur Bildung von Strandseen genötigt. Die größten unter ihnen sind der Togó-See, benannt nach einer Gruppe von Dörfern und gebildet durch den Sio, sodann die Lagune des schiffbaren Mono, hinter der französischen Küste von Groß-Popó.
b) Die Ebene des roten Lehms, fruchtbar und dicht bebaut, u.a. mit Ölpalmen.
c) Das Gebirge, das sich, meist mit Savannen bedeckt, doch auch Wälder tragend, nordwärts zieht und bis zur Brockenhöhe ansteigt. Es folgt die
d) Hochebene des W.-Sudan, die hier mit Gras- und Buschsavannen bedeckt ist.
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Klima
Das Klima wird durch Monsunwinde beherrscht, die vom Luftdruck über der Sáhara abhängen. Ist dieser niedrig - im Sommer -, so wehen s., ist er hoch - und dies ist im Winter der Fall -, so wehen n. Winde über Togó. Um die Jahreswende zieht der Harmattan, ein dürrer, staubführender Wind, aus der Sáhara über das Land. Die beiden Regenzeiten folgen den Höhenständen der Sonne, die im Frühjahr nordwärts, im Herbste südwärts über das Land wandern. Die Luftwärme bewegt sich an der Küste zwischen den Monatsmitteln + 24 und 28° C, so daß die Feldarbeit für Europäer ausgeschlossen ist. Dazu erzeugen die gestauten Gewässer der Küste und das schlechte Trinkwasser der Ebene Malariafieber, die schon mehrere der besten Männer unter den Afrikaforschern das Leben gekostet haben. (L. Wolf, v. Francois) Bei Kete-Kratschi (8° N) liegt eine wichtige Klimascheide, da hier die heißfeuchte Luft der Tropen der heißtrockenen, gesunderen des Sudan weicht.
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Dorf im Inneren Togos
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Pflanzenbild
Herrlich ist das Pflanzenbild aus schön gefiederten Öl- und Kokospalmen, Affenbrotbäumen, von denen fast jeder einzelne einen Wald für sich darstellt, und von Lianen umkränzten Urwaldbäumen. Auf der roten Ebene baut die dicht gedrängte Bevölkerung die Früchte des Sudan, wie Mais, Durra (Mohrenhirse, Sorghum), den rasch sich verbreitenden Sisalhanf, mehlhaltige Wurzelgewächse (Kassawa, Yams) und Baumwolle; die Grasfluren des Hochlandes ernähren zahlreiche Rinder, Pferde und Esel. Fledermäuse, die mit 60 cm, Nashornvögel, die mit 1,73 m klaftern. Die wichtigsten Ausfuhrgegenstände sind der hier wohlgedeihende Kautschuk, das aus dem Fruchtfleische der Ölpalme gewonnene Öl, ihre ebenfalls Öl liefernden Fruchtkerne, die "Palmenkerne", und Mais, auch die Baumwolle ist bereits zu nennen. Eingeführt werden namentlich Baumwoll- und Eisenwaren, Maschinen, Tabak, Schießpulver und leider die dem Neger so verderblichen Spirituosen. Der Eigenhandel des Schutzgebietes wird aufblühen, wenn die (auf unserem Kärtchen angedeuteten) Bahn nach dem N. vollendet sein wird. Die Einnahmen aus den Zöllen bewegen sich aufwärts, und die Niederlassung, die als eine der besten verwalteten anzusehen ist, hat alle Aussicht, eine einträgliche Pflanzungskolonie zu werden oder sich durch Anregung der Neger zu fleißigerem "Hackbau" zu heben.
Bevölkerung
Die große Masse der Bevölkerung bilden die Ehwe, die zu den Sudan-Negern gehören, kräftig gebaute, dabei friedfertige und sogar ziemlich arbeitssame Menschen, die mit Geschick die Schmiedekunst, Spinnerei, Töpferei und Flechtarbeit treiben. Ihre Religion ist der Fetischdienst.
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Der Markt in Lome
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Ortschaften
Erworben wurde das Schutzgebiet 1884 unter Nachtigals Mitwirkung. Faktoreien von Deutschen und anderen Europäern finden sich fast nur an der Küste. Sitz des Kaiserlichen Landeshauptmanns ist Lome (s. Fig. 201), w. an der Küste, neuerdings mit wichtiger Landungsbrücke ausgestattet, welche die gefährliche Bootsfahrt durch die Brandung erspart (6). Von hier ist eine 122 km lange Bahn in das Baumwollgebiet von Palime und eine 24 km messende Küstenbahn nach Anecho vollendet - Küstenorte sind von W. nach O.: Bagidá, Togó, etwas binnenwärts am gleichnamigen Strandsee, Sebe, mit dem rührigen Stapelplatz Anecho (3). Am Gebirgsrande nahe dem 7. Parralel die Station Misa-Höhe, am Wolta Kete-Kratschi, das ein buntbelebter Markt geworden ist und 9000 E, zählt. N. von 8° Station Bismarckburg, 710 m hoch. Im Binnenlande der volkreiche Fellata-Ort Sansane-Mángu.
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