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Durch Vertrag mit China ist im Jahr 1898 die Bucht von Kiautschou mit anliegendem Gebiete, nahe dem s.w. Wurzelende der Halbinsel Schantung, auf 99 Jahre gepachtet, ein Flächenraum von 501 qkm, wozu etwa ebensoviel Wasserfläche der Bucht kommt. Dazu ist noch ein Gebiet von 7560 qkm Landes, landeinwärts durch einen Kreisbogen eingeschlossen, nebst etlichen kleinen Inseln als "neutrale Zone" abgegrenzt, innerhalb deren von seiten der Chinesen keine Maßregel ohne besondere Zustimmung getroffen, im besonderen der Regelung der Wasserläufe kein Hindernis entgegengesetzt werden darf. Der ö. und der s. Teil der neutralen Zone ist von mäßig hohen Bergen durchzogen, das übrige ist Ebene. Der durch zwei Gebirge bezeichnete, sehr tiefe Eingang in die Bucht ist 3,6 km breit. Sie erinnert durch gestalt und Maße an den Jadebusen, ist tiefer, geht aber wie dieser in der Nähe der Gestade in Watten über. - 4753 Weiße, darunter 1412 Deutsche ohne die Schutztruppe von 2178 M.
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Das Klima ist im ganzen gesund. Die Lage unter Siziliens Breite bedingt sehr heiße Sommer, während die Winter, N.-China entsprechend, strenger sind und die Bucht bisweilen zum Teil zufriert; ja, das Thermometer sinkt im Januar bis -10°. Naheliegende Aussichten knüpfen sich an die Entwicklung des Handels mit der Seide des Maulbeer- und des Eichenspinners, der Strohbänderindustrie und des Ackerbaues im fruchtbaren Schantung. Größere Erwartungen sind zu hegen von der Ausnutzung seiner mächtigen Steinkohlenlager, und es wächst die Aussicht, Kiautschou zum Ausgangshafen des dicht bevölkerten Hinterlandes zu machen, wie denn auch mehrere Großfirmen aus den Vertragshäfen Chinas hier Zweigniederlassungen gegründet haben. Der Zollvertrag mit China (1906) hat ein erfreuliches Verhältnis zwischen beiden Seiten eingeleitet. Die 436 km lange Bahn nach Tsinan, der Hst. von Schantung, am Hoangho, über die Stadt Kiautschou (etwa 40.000 E.), in der neutralen Zone, liefert gute Ergebnisse. Die "Schantung-Bergbau-Gesellschaft" beschäftigt in ihren Kohlegruben gegen 3400 Arbeiter.
Sitz der deutschen Verwaltung und Standort des Seebataillons ist das befestigte Tsingtau, an der ö. Seite der Einfahrtsstraße, mit Freihafen, Villenstadt, Seebad und Chinesenviertel, denn der Zuzug chinesischer Kaufleute aus Schantung ist stark ( s. Fig. S. 520). Die Fahrtdauer für Postdampfer von Bremerhaven aus beträgt etwa 50 Tage. Chinesische und deutsche Banken, Reform-Realgymnasium. Zunahme des Handels auch mit dem Hinterlande. Für dieses Eingangstor ist mit dem Aufwande vieler Millionen Außerordentliches getan worden, ein kleiner Hafen und ein großer mit Schwimmdock sind vollendet, dazu ist eine brauchbare Außenreede vorhanden.
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