Die deutschen Samóa-Inseln
(S. Fig. 208-210 und nebenstehende Farbentafel.)
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Die Samóa-Gruppe liegt ziemlich in der Mitte der polynesischen Inselflur, unter 14° S und zwischen den Meridianen 188 und 189. Sie besteht aus drei größeren Inseln, Sawaii, Upolu und dem ö., der Union gehörenden Tutuila, nebst vielen kleinen Eilanden. Die Inseln sind bis auf das abgelegene Rosa durch vulkanische Kräfte entstanden, zeigen an ihrer Oberfläche basaltische Tuffe, die, bis 2 m tief verwittert, brauchbaren, aber doch der Düngung bedürfenden Ackerboden abgeben, sind sämtlich von Korallenriffen umsäumt und liefern für kleinere Schiffe gute Ankerplätze. Die Berge steigen auf der größten Insel Sawaii, die fast doppelt so groß ist wie Rügen, bis über die Höhe der Schneekoppe an und zeigen zahlreiche erloschene oder im ganzen nur schwach tätige Krater.
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Landschaftsbild mit Mulivai-Fluß und Baiaberg
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Trotz der in tieferen Lagen hohen und ziemlich gleichmäßigen Durchschnittswärme von 27° ist das sonst gesunde Klima für Europäer ganz erträglich wegen der frischen Seebrisen. In der Regenzeit des s. Sommers werden an den Berghängen 3-400 cm Feuchtigkeit ausgeschüttet, so daß viele rasche Flüßchen, voll schöner Wasserfälle, gespeist, die Berge mit herrlichem Waldwuchs umkleidet und in den unteren Lagen dem fruchtbaren Boden reiche Ernten an Kokosnüssen, Baumwolle, Kakao und den Nährfrüchten der Südseeinsulaner abgewonnen werden. Kopra ist der bei weitem wichtigste Ausfuhrgegenstand; zumeist wird dieser von deutschen Pflanzungen geliefert und ausgeführt durch die "Deutsche Handels- und Plantagengesellschaft der Südsee", die auch die Inselgruppen im Umkreis ausbeutet. Ebenso übertrafen die Deutschen auch schon lange vor der 1899 erfolgten Besitzergreifung alle fremden Nationen an Kopfzahl und Grundbesitz, wogegen die meisten Waren aus Australien eingeführt werden. Das Meer ist reich an Schildkröten, die das zu Schmuckgegenständen verarbeitete Schildpatt liefern; stark ist die Einfuhr von Geweben und Nahrungsmitteln für Europäer.
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Koprahaus
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Von den 32 600 Eingeborenen woht die Hälfte auf Upolu, der auch für den europäischen Handel wichtigsten Insel; dazu kommen gegen 1500 Mischlinge von europäischen Vätern und gegen 1000 Pflanzungsarbeiter von anderen Teilen Polynesiens, da die Samoaner eine solche Tätigkeit nicht lieben. Diese bekennen sich bis auf 4000 Katholiken zun protestantischen Glauben; es sind kräftige, schön gewachsene Gestalten mit ansprechender Gesichtsbildung (s. Fig. S. 519), vom Charakter sind sie gastfreundlich, lebenslustig, leichtsinnig, dabei erregbar und fehdelustig. Ihre Könige führten den Titel Maliétoa = Tapferer Krieger. Jetzt wird aber hoffentlich dauernd Frieden über die "Perle der Südsee" kommen. 454 Weiße, darunter 258 Deutsche.
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Volksversammlung auf Samoa
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Der Hauptplatz ist Apia, auf der Nordseite von Upolu, der Mittelpunkt der Deutschen Plantagengesellschaft, geographisch sehr günstig gelegen, ein schmuckes Städtchen. Seine Reede ist leidlich, aber durchaus unzureichend, wenn einer der Wirbelstürme der Südsee seinen Weg über die Insel nimmt. Ein solcher vernichtete 1889 an dieser Stelle je zwei deutsche und amerikanische Kriegsschiffe und acht Handelsfahrzeuge.
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Der Hafen von Saluasata auf Upolu
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