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Schon 1902 hatte sich die britische Admiralität mit einem Projekt beschäftigt, das einen überlegenen Panzerkreuzer hervorbringen sollte. Jedoch faßte man schon bald eine weitergehende Neuentwicklung ins Auge: ein Schiff, das für bewaffnete Aufklärung und die Unterstützung von Kreuzerverbänden gegen Großkampfschiffe ebenso geeignet sein sollte wie zur Verfolgung eines geschlagenen Gegners und der Zerstörung leichter bewaffneter schneller Kreuzer. Damit hoffte man auch die von Deutschland und Frankreich in großer Zahl gebauten Panzerkreuzer zu entwerten. Man einigte sich bald auf eine Bewaffnung, die der der Schlachtschiffe entsprach (30,5 cm-Geschütze), wollte aber eine Geschwindigkeit von über 25 Knoten erreichen, um langsamere Schlachtschiffe und Kreuzer einholen zu können oder ihnen davonzulaufen. Dazu mußte die Panzerung und die Bewaffnung aus Gewichtsgründen stark reduziert werden, was allerdings zugunsten stärkerer Maschinen ging. Schließlich wurden drei Einheiten der Invincible-Klasse 1905 genehmigt und unter großer Geheimhaltung mit Hochdruck gebaut, so daß sie 1908 zur Flotte treten konnten. Jedes Schiff kostete etwa 1,6 Millionen Pfund. Sie waren fast so groß wie Schlachtschiffe und auch ähnlich schwer bewaffnet, aber leichter gepanzert und viel schneller, was sie wieder zu Kreuzern machte. Sie stellten eine ganz neue Schiffsklasse dar, den Schlachtkreuzer, der den bisher verwendeten Panzerkreuzer mit einem Schlag veralten ließ. Diese Schiffe waren nun zu langsam, zu verwundbar und zu schwach bewaffnet, um es mit den neuen Schlachtkreuzern aufnehmen zu können.
Das bekamen die Deutschen zu spüren: ihr gleichzeitig gebauter Panzerkreuzer Blücher war schon veraltet, bevor er überhaupt zur Flotte getreten war. Jedoch war der Vorteil der Briten nicht von langer Dauer, denn auch andere Länder begannen bald Schlachtkreuzer zu bauen. Die Deutschen stellten bereits 1909 ihr erstes derartiges Schiff in Dienst, die Von der Tann. Sie war in mancher Hinsicht deutlich fortschrittlicher als die britischen Schiffe und aufgrund ihrer überlegenen Standfestigkeit fast schon ein schnelles Schlachtschiff, spätere Modelle waren noch besser geschützt und bewaffnet.
Die Schlachtkreuzer der Invincible-Klasse erfüllten im Krieg verschiedenste Aufgaben. Zu Beginn der Kämpfe beteiligten sie sich an der Jagd nach der deutschen Mittelmeerdivision, die ihnen allerdings in einer aufsehenerregenden Verfolgungsjagd entschlüpfte. Dann gingen zwei der Schiffe (Invincible und Inflexible) in den Südatlantik, um das deutsche Ostasiatische Kreuzergeschwader zur Strecke zu bringen, was ihnen auch gelang. Die Schlachtkreuzer schossen die deutschen Panzerkreuzer und Kleinen Kreuzer aus großer Entfernung zusammen, sie konnten sich aufgrund ihrer niedrigeren Reichweite und Geschwindigkeit kaum wehren. Die Inflexible nahm am Kampf um Gallipoli teil und lief beim Angriff auf die die Meerenge schützenden Forts auf eine türkische Mine, die sie außer Gefecht setzte, nur mit Mühe konnte sie abgeschleppt werden. Die Invincible war dann Teil der Aufklärungsstreitkräfte der britischen Grand Fleet. Den ersten Schlachtkreuzer der Geschichte ereilte das Schicksal während der Skagerakschlacht: als Flaggschiff des Befehlshabers des Dritten Schlachtkreuzergeschwaders, Admiral Hood, geriet sie in schweres Feuer deutscher Schlachtkreuzer und erhielt einen Treffer in einen Geschützturm. Die Flammen der hochgehenden Bereitschaftsmunition setzten die Munitionskammern in Brand, durch die riesige Explosion wurde das Schiff mitsamt der 1000-köpfigen Besatzung und dem Admiral augenblicklich vernichtet. Nur fünf Männer überstanden den Untergang lebend.
In der Skagerakschlacht zeigten sich gravierende Mängel der britischen Schlachtkreuzer. Infolge ihres viel zu schwachen Panzerschutzes, der in der Annahme reduziert worden war, daß "Geschwindigkeit der beste Schutz" sei (O-Ton Admiral Lord Fisher), gingen drei Schlachtkreuzer durch Volltreffer schwerer Geschosse in die Munitionskammern oder in Geschütztürme verloren. Auch die beiden 1916 zur Flotte getretenen Schlachtkreuzer Renown und Repulse wiesen diesen Mangel auf, da sie noch vor der Skagerakschlacht gebaut wurden. Als man gegen Ende des Krieges die Hood-Klasse auf Stapel legte (aufgrund des Kriegsendes blieb es bei einem Schiff), verstärkte man nach den gewonnenen Erfahrungen die Panzerung, ganz besonders auf dem Oberdeck. Das führte zu einer erheblichen Größensteigerung, um Maschinen unterzubringen, die stark genug waren, die Hood mit 32 Knoten laufen zu lassen, und das neue Riesenschiff war zwischen den Kriegen der Stolz der Royal Navy. Jedoch ereilte die Hood fast auf den Tag genau 25 Jahre nach der Skagerakschlacht dasselbe Schicksal wie ihre Vorgängerbauten: eine schwere Granate der Bismarck durchschlug die zu schwache Deckspanzerung und detonierte in der achteren Munitionskammer. Die hochgehende Munition spaltete das Schiff in zwei Teile und es sank in etwa zwei Minuten, von der über 1400 Mann starken Besatzung konnten nur drei Männer gerettet werden.
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