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FL18 - Frontline18 .:. Deutscher Kleiner Kreuzer der "Dresden"-Klasse

:: Deutscher Kleiner Kreuzer der "Dresden"-Klasse ::

Deutscher Kleiner Kreuzer der "Dresden"-Klasse


SMS Emden (zeitgenössische Postkarte, Quelle: www.kaiserliche-marine.de)

Diese beiden Kreuzer - Dresden und ihr Schwesterschiff Emden - gehörten zu den berühmtesten deutschen Kreuzern des Ersten Weltkrieges. Sie wurden 1906 auf Kiel gelegt und traten Ende 1908 bzw. Anfang 1909 zur Flotte. Technisch unterschieden sie sich kaum von ihren Vorgängerbauten, aber beide Schiffe hatten unterschiedliche Antriebssysteme. Während die Emden immer noch herkömmliche Dreifachexpansions-Kolbendampfmaschinen besaß, diente die Dresden als Testschiff für die neuen Turbinenmaschinen. Die Emden kostete sechs Millionen, die Dresden 7,6 Millionen Goldmark.


Die Emden auf See

Beide Schiffe waren bei Kriegsausbruch in Übersee stationiert, die Emden als Teil des Ostasiatischen Kreuzergeschwaders unter Vizeadmiral Graf Spee in Tsingtau. Die Dresden stand bei Ausbruch der Feindseeligkeiten in der Karibik und ging um Kap Hoorn herum in den Pazifik. Sie nahm an der Seeschlacht von Coronel teil und entkam als einziges deutsches Schiff den britischen Verfolgern nach der Schlacht bei den Falklandinseln. Am 14.03.1915 wurde sie bei Diego Suarez von den britischen Kreuzern Glasgow und Kent gestellt und beschossen, obwohl sie in neutralen Gewässern lag. Der Kapitän befahl die Selbstversenkung, um seine Mannschaft zu retten, da er keine Aussicht hatte, sich erfolgreich zu wehren.

Die Emden führte währenddessen sehr erfolgreich Handelskrieg im Indischen Ozean. Sie vernichtete oder kaperte in zwei Monaten Handelsschiffsraum von über 100.000 Tonnen und versenkte den russischen Kleinen Kreuzer Schemtschug und den französischen Zerstörer Mousquet auf der Reede von Penang. Beim Versuch, eine Telegraphenstation auf den Cocos-Inseln zu zerstören, wurde sie am 9.11.1914 vom überlegenen australischen Kreuzer HMAS Sydney gestellt und versenkt. Ihr Landungskorps, das an Land gegangen war, schlug sich in einer abenteuerlichen Aktion nach Deutschland durch.


Skizze der SMS Emden
Technische Daten
Abmessungen
Verdrängung: 4268 t
Länge: 118,3 m
Länge (Wasserlinie): 117,9 m
Breite: 13,5 m
Tiefgang: 5,53 m
Besatzung: 361

Bewaffnung
10,5 cm: 10
MGs: 10
45 cm Torpedorohre: 2 (unter Wasser)

Panzerung
Deck: 25 mm (max)
Gürtel: 80-100 mm

Antrieb
Wellen: 2
Maschinen / Turbinen (Dresden): 2
Typ: 3-Zylinder Dreifachexpansions-Kolbenmaschinen / Parsons-Turbinen (Dresden)

Leistung
Gesamtleistung: 16350 wps / 18880 wps (Dresden)
Höchstgeschwindigkeit: 24 kn / 25,2 kn (Dresden)
Reichweite: 3760 sm bei 12 kn / 3600 sm bei 14 kn (Dresden)

Hinweis: Die Daten und die Zeichnung stammen von der Seite www.german-navy.de .


01. Januar 2004 - 16:44
( Jagdpanther )

Deutsche Foren >> Kommentare > Deutscher Kleiner Kreuzer der "Dresden"-Klasse
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 Autor Thema: Deutscher Kleiner Kreuzer der "Dresden"-Klasse
Derfflinger
02.09.2005 um 10:32 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
Postings: 8

Der kleine Kreuzer emden wurde durch den engl. Kreuzer Sydney nicht versenkt, sondernzusammengeschossen. Kapitän v. Müller ließ die Emden auf ein Riff der Nord-Keeling Inseln auflaufen, damit die restliche Besatzung gerettet werden konnte.

Im übrigen hatte die Sydney Glück, denn durch das exakte und gut liegende Feuer der emden ist schon zu beginn des gefechtes auf der Sydney die Bereitschaftsmunition explodiert. Erst danach wurde das Feuer des engl. Kreuzers genauer. Auf Grund des höheren Kalibers hatte die Emden keine Chance, da sie langsamer als Sydney war.

Grüße

Derfflinger
 
Parabellum
02.09.2005 um 11:01 QuoteProfileSend PM


Clan: Team Frontline18
Postings: 5411

Derfflinger hat folgendes geschrieben:
Der kleine Kreuzer emden wurde durch den engl. Kreuzer Sydney nicht versenkt, sondernzusammengeschossen. Kapitän v. Müller ließ die Emden auf ein Riff der Nord-Keeling Inseln auflaufen, damit die restliche Besatzung gerettet werden konnte.

Jep, is richtig. Das sollten wir vielleicht in dem Artikel etwas umformulieren.

Derfflinger hat folgendes geschrieben:
Im übrigen hatte die Sydney Glück, denn durch das exakte und gut liegende Feuer der emden ist schon zu beginn des gefechtes auf der Sydney die Bereitschaftsmunition explodiert.

Mir wäre nur bekannt, daß eine der ersten Salven der Emden den Haupt-Entfernungsmesser der Sydney erwischt hat, so daß die Briten ohne zentrale Feuerleitung schießen mußten. Aber aufgrund der extremen Gefechtsentfernung von fast vier Seemeilen und der wesentlich besseren Panzerung der Sydney (sie besaß im Gegensatz zu dem deutschen Kreuzer einen Seitenpanzer!) machte das nur wenig Unterschied.

Um sicher zu gehen, werde ich aber nach der Uni nochmal daheim in das Ship-Cover (offizielle Schiffsgeschichte) der Emden schauen. Das fliegt nämlich noch irgendwo in meiner Bibliothek rum...


Vielleicht noch eine Anekdote von meiner Seite: Am 10. September 1914 brachte die Emden den britischen Frachter Indus auf, der jedoch nur Ballast und eine kleine Ladung Seife an Bord hatte. Zwei Wochen später erschien folgende Anzeige im Empire, einer Zeitung in Calcutta:

Zitat:
German cruiser Emden:

There is no doubt that the German cruiser Emden had knowledge that the Indus was carrying 150 cases of North-West Soap Company's celebrated ELYSIUM Soap, and hence the pursuit. The men on the Emden and their clothes are now clean and sweet, thanks to ELYSIUM Soap. Try it!

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Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat. (Napoléon Bonaparte)
 
Makin
02.09.2005 um 11:45 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
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Use the Dark Side and you are stronger than everything
So kann man auch Werbung machen
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Cold|Heat
02.09.2005 um 12:53 QuoteProfileSend PM

Clan: The Ameland Rockers
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Typisch britischer schwarzer Humor of its best sozusagen.. da ich aber nicht weiß ob dabei auch Leute starben ist es vielleicht doch ein wenig arg hämisch.
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Denn Mord, hat er schon keine Zunge, spricht mit wundervollen Stimmen.

- Ave Caesar, morituri te salutant! -
 
Makin
02.09.2005 um 14:10 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
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Ich glaube nicht dass bei der Versenkung des Schiffes menschen Starben und wenn dann nur unabsichtlich, denn die Besatzung war immer fair den Besatzungen versenkter Schiffe gegenüber, schließlich nannten die Briten die Besatzung der Emden auch The Gentleman of War.
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Jvonne
02.09.2005 um 14:19 QuoteProfileSend PM

Clan: Jagdstaffel 99
Postings: 593

Makin hat folgendes geschrieben:
Ich glaube nicht dass bei der Versenkung des Schiffes menschen Starben und wenn dann nur unabsichtlich, denn die Besatzung war immer fair den Besatzungen versenkter Schiffe gegenüber, schließlich nannten die Briten die Besatzung der Emden auch The Gentleman of War.



Am 09.11.1914 nach einem Gefecht mit dem artilleristisch stark überlegenen britischen Kreuzer "Sidney" bei den Cocos-Inseln auf Land gesetzt.

134 Tote

Die Überlebenden
Die Überlebenden des letzten Gefechts erhielten das Recht, den vererbbaren Namenszusatz "-Emden" anzunehmen. Kommandant von Müller erhielt die Ehrenbürgerschaft der Stadt Emden.
Der letzte Überlebende der Emden (I) war Artillerieobermechanikermaat Hayo Aden-Emden; er erlebte am 7. Oktober 1983 die Indienststellung der Emden (V), ist zwischenzeitlich aber verstorben.

[Editiert von Jvonne am 02.Sep.2005 um 14:28]
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Makin
02.09.2005 um 14:24 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
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Das wusste ich nicht
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Cold|Heat
02.09.2005 um 15:59 QuoteProfileSend PM

Clan: The Ameland Rockers
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Wobei die Anzeige wohl natürlich nicht vom Militär geschaltet wurde oder gar von den Mitgliedern der HMS Sydney gern gesehen war. Letztendlich waren die Gefallenen der Emden Soldaten und somit kann sich keiner darüber brüskieren, dass sie beim Angriff starben. Ich denke mal die "Verrohung" auf See war bei weitem nicht so vorrangetrieben, als dass man noch auf die Gräber der Feinde spucken müsste sondern es herrschte hoffentlich wohl eher ein sich gegenseitig gebietender Respekt... schließlich wollte auch kein britischer Matrose um solch eine Schmähschrift auch über den eigenen Tod wissen.
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Parabellum
02.09.2005 um 16:02 QuoteProfileSend PM


Clan: Team Frontline18
Postings: 5411

Tote und Verwundete bei Schiffsgefechten zu vermeiden, ist beinahe unmöglich. Zu groß ist die Zerstörungskraft, die entfaltet werden muß, um ein Schiff wirksam zu schädigen. Aber dennoch kann man behaupten, daß die Emden und ihr Gegner Sydney ein Musterbeispiel für ritterliche Kriegsführung waren.
Die Geschichten um v.Müller und seinen fairen Umgang mit den Besatzungen aufgebrachter Schiffe sind ja hinreichend bekannt. Weniger bekannt ist, daß der Kommandant der Sydney beim Einlaufen in Colombo, Ceylon freiwillig auf dem ihm eigentlich zustehenden Ehrenempfang verzichtete, um der Besatzung der Emden nicht zu demütigen.

PS: Im Ship-Cover der Emden ist das letzte Gefecht leider kaum ausgeführt. Vor allem fehlen jegliche Details zu Treffern auf dem Kreuzer oder ihrem Gegner. Pech gehabt...
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Makin
02.09.2005 um 16:34 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
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Use the Dark Side and you are stronger than everything
Das mit der Ritterlichen Kriegführung zur See da fällt mir das Bespiel des Panzerkreuzers Scharnhorst in der Falklandschlacht ein, während des Kampfes schwiegen die Waffen der Scharnhorst zeitweise, vorauf der Britische Komandant der annahme war, dass Admiral Graf Spee das Schiff verlassen wolle, so schickte der Britische Komandant eine nachricht an Spee, dass er boote schicken wolle um die Besatzung der Scharnhorst zu retten, Spee jedoch,schickte eine nachricht zurück indem er sagte, dass er jetzt zum Torpedoangriff drehe. Kurze zeit später veröffneten beide seiten das feuer und die Scharnhorst sank mit der ganzen Besatzung.

Das Schlachtschiff Scharnhorst der Deutschen Kriegsmarine ist ein weiteres Beispiel während des Endkampfes des Schiffes am 26.12.1943 wehrte sich die Besatzung des Schiffes bis zuletzt, worauf der Komandant der Duke of York folgenden Satz zu seinen Offizieren sagte: Sollte sie jemals als Komandant eines Großen Schiffes in eine ausweglose Situation kommen, so würde es mich mit tiefsten Stolz erfüllen, wenn sie sich mit ihrer Besatzung genauso verhalten würden, wie wir es heute von der Besatzung der Scharnhorst erlebt haben.

Diese beiden Bespiele könnten auch ein beleg von Ritterlicher Kriegführung zur See sein denke ich.

[Editiert von Makin am 02.Sep.2005 um 16:36]
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Derfflinger
07.09.2005 um 12:02 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
Postings: 8

Das mit der auf der Sydney hochgegangenen Bereitschaftmunition eines Geschützes wird im buch "Kreuzerkrieg" von 1936 beschrieben. Wenn man den ganzen Sch... von Heldentum bla bla mal weg läßt, dann ist es eine informative Lektüre. dieser ganze Quatsch von Ritterlichkeit, glaubt es bitte nicht. Wenn überhaupt ist es Menschlichkeit, die in den Kriegen vorkommt, wenn auch selten genug und seit den Weltkriegen immer weniger! Die Leute der Emden wie auch der Sydney hatten einen tierischen Schiss und Gaben in ihrer Angst alles, damit sie irgendwie überleben konnten. Das Glück hatte halt die Sydney, da sie neuer, schneller und stärker armiert war wie Emden.

Der Kommandant der Sydney hat wohl vor Scham die emden Besatzung mit respekt behandelt, schließlich hat er auf ein völlig niedergkämpftes und wehrloses Schiff geschossen, weil die Flagge noch am Stock in Fetzen hing! Heute nennt man soetwas Kriegsverbrechen!!!

Die "Ritterlichkeit" der Emden bzw. des Kmd, v. Müller, war, so würde man heute sagen, ein polieren des Images. Die Auslandskreuzer wurden als babarische Hunnen beschrieben, die kleine Kinder morden usw, halt Kriegspropaganda der alliierten. Deshalb wurden Kriegsgefangene und Passagiere der gekaperten Schiffe aufs ordentlichste behandelt, damit sie voller Eifer darüber berichten konnten, wenn sie im nächsten Hafen freigelassen wurden.

grüße

Derfflinger

P.S.: Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.
 
Parabellum
07.09.2005 um 13:23 QuoteProfileSend PM


Clan: Team Frontline18
Postings: 5411

Derfflinger, Du vergißt glaubich, daß sich gerade 1914 noch viele Soldaten ritterlichen und ehrenhaften Idealen verpflichtet fühlten. Gerade dort wo der Kampf persönlich wurde - sei es im damals noch häufigen Zweikampf der Jagdflieger oder im Kampf zwischen Schiffen, denen man auch eine "Persönlichkeit" zustand - versuchte man oft derartigen "überholten" Konzepten zu folgen.

Die Tatsache, daß so etwas nachträglich - gerade in Werken der 30er und 40er Jahre - so herausgestrichen wird, ist zu einem guten Teil Propaganda. Aber der wahre Kern dahinter darf trotzdem nicht ignoriert werden. Speziell die Tatsache, daß erbitterte Gegner sowas damals ehrten und anerkannten, obwohl sie doch eigentlich Interesse daran hatten kein gutes Haar am Feind zu lassen, spricht dafür, daß derartiges Verhalten Realität war!
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Gamma
07.09.2005 um 13:49 QuoteProfileSend PM

Moderator

Clan: Kein Clan
Postings: 5404

Ich denke mal das Konzept des ritterlichen Kampfes ist in den Gräben des Großen Krieges verblutet. Denoch findet man selbst in den späten Tagen des ersten Weltkrieges immer wieder Beispiel von Ehre und Ritterlichkeit. Man denke nur an das, mit allen militärische Ehren, durchgeführte Begräbnis des Roten Barons. Oder daran das über eine lange Strecke des Krieges Verwundete nicht nach ihrer Nationalität sonder nach der Schwere der Verletzung versorgt wurden.

Selbst im teilweise total entmenschlichten zweiten Weltkrieg gab es immer wieder Beispiele von Tapferkeit, Ritterlichkeit und Ehrhaftigkeit. Beispielsweise wurden am Beginn des Afrikafeldzuges Soldaten mit Wasser versorgt, ohne Ansehen zu welcher Seite sie gehörten. Dann war da der deutsche Offizier, der eine Kathedrale in Frankreich nicht mit Panzern angriff und das obwohl er von dort beschossen wurde.
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Dicke Kinder sind schwerer zu kidnappen!
 
Cold|Heat
07.09.2005 um 14:17 QuoteProfileSend PM

Clan: The Ameland Rockers
Postings: 983

Auch ich halte Ritterlichkeit nicht nur für eine Beschönigung von Angst und Reuegefühlen. Eine gewisse Todesverachtung gab es in zahlreichen Kulturen (z.B. Samurai) und das Leben wurde eben durch einen strickten Moral & Ehrencodex bestimmt, der sich wiederrum auf ihr Ansehen auswirkte.. und das in abgeschwächter Form sicher auch bei der Armee, insbesondere dort wie Parabellum so treffend erwähnte, wo es zu Mann gegen Mann Kämpfen kam. Zu Beginn des 1ten Weltkrieges hatte soetwas eben noch einen anderen Stellenwert ebenso wie das Gehabe, ein Gentleman sein zu müssen.

In jedem Krieg verrohen die Kämpfenden mit der Zeit... vielleicht weil sie das Maß an Unmenschlichkeit, dass sie umgibt nicht mehr wahrnehmen oder weil sie ahnen, dass sie selbst und ihre eigene Kompanie eigentlich keinen Wert haben, ein Krieg einfach zu unpersönlich ist und im Falle des Todes keinen großen Verlust darstellen und dann eben einfach ersetzt werden... und es mit den Gegnern genauso ist. Das man da irgendwann mal revidiert und sagt, was nützen hier die Ideale der Ritterlichkeit, ich achte nur noch auf mein Überleben dürfte klar sein.

Mag sein dass vieles was in Büchern steht von der Propaganda ausgeschlachtet wurde und es ist wichtig das im Auge zu behalten (man kann ja selbst darüber denken was man will), aber wenn nur ein Teil davon stimmt, dann ist es gegenüber den damals kämpfenden (und ev. gefallenen) Soldaten gegenüber schamlos zu behaupten, sie wären nur von Angst und Reue geleitet worden und ritten von einem Kriegsverbrechen zum nächsten. Denn gerade die Reue ist wohl das Gefühl, was als erstes in Kriegen aussetzt. Insofern wäre es fast menschlich wenn man sich etwas davon bewahrt, wenn auch in anderer Form, eben der Ehrenhaftigkeit.
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