 | :: Deutschland am Vorabend des Ersten Weltkrieges – Teil 3 :: |  |
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Europa fährt mit Volldampf voraus – Die Industrialisierung der Alten Welt
England ist der Vorreiter der Industriellen Revolution
Die Industrielle Revolution und die Industrialisierung stehen am Anfang einer neuen Epoche der Entwicklung Europas und verursachen einen tiefen Einschnitt in die wirtschaftlichen und sozialen Lebensbedingungen der Menschen. Wie schon so oft ist auch hier wieder einmal England der Ausgangspunkt für eine umwälzende Veränderung. Denn gerade dort treffen viele begünstigende Faktoren zusammen, sodass sich ein Wandel recht schnell einstellen kann. Die folgende Grafik soll dies veranschaulichen:
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Abb. 1: Die Voraussetzungen in England sind
gegeben
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Neben den oben genannten Faktoren kommen auch noch die vielen neuen Entdeckungen und Erfindungen in der Wissenschaft hinzu. Sie haben einen maßgeblichen Anteil an der Industriellen Revolution. Man bezeichnet sie nicht umsonst als „Motor der Industrialisierung“. Einer dieser Motoren war die revolutionäre Erfindung der Dampfmaschine im Jahr 1769 durch James Watt. Auf der Grundlage der allgemeinen kinetischen Gastheorie – in diesem Fall das Ausbreiten eines erhitzten Gases in einem Zylinder mit beweglichem Kolben bei konstantem Druck – kann durch die Verdampfung von Wasser über einen sich dadurch bewegenden Kolben mechanische Arbeit geleistet werden. Damit ist die Fertigung von Waren
nicht mehr alleine von Wind- oder Wasserkraft, menschlicher oder durch Tiere verrichteter Arbeit abhängig. Es kann ab diesem Zeitpunkt zunehmend effektiver gearbeitet und der Fertigungsprozess enorm beschleunigt werden, da man nun Energie überall gleichmäßig und in ausreichender Menge produzieren kann. Zum Einsatz der Dampfmaschine kommt es in der Textilindustrie (mechanischer Webstuhl), im Bergbau und der Kohleförderung (Förderbänder), in der Metallindustrie und im Transportwesen Dampfschiffe).
Durch die Verbesserung der Infrastruktur mittels Ausbau der Wasserstraßen und
durch die Eisenbahn sind viele Produktionsstätten nicht mehr an ihre Rohstofflager gebunden und ihre Standortbedingungen demnach nicht mehr stark eingeschränkt. Mit dieser Rohstoffunabhängigkeit beginnt die Trennung von Rohstoff gewinnender, aufbereitender und verarbeitender Industrie. Es entstehen
anstelle der Manufakturen zunehmend mehr Fabriken, in denen eine rationelle Fertigung von Nöten ist. Es entwickelt sich eine neue „Fertigungskultur“ und die Industrialisierung ist nicht mehr aufzuhalten.
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Abb. 2: Die Symbole der Industriellen Revolution: Dampfschiff, Eisenbahn und dampfende Schornsteine
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Nachdem England seine so genannte Kontinentalsperre aufgehoben hat – es durften in dieser Zeit keine Einflüsse (Erfindungen, Rohstoffe, Arbeitskräfte) von außen auf England einwirken und keine Technologien exportiert werden –, bekommen die traditionellen Gewerbe des Kontinents starke Konkurrenz durch die Briten. Dieser begegnen sie mit eigener Modernisierung und Spezialisierung in bestimmten Bereichen. Viele Fertigungsmethoden werden nachgeahmt oder einfach durch britische Fabrikgründungen eingeführt. So mancher Industriezweig profitiert von den Erzeugnissen und Produktionsformen der Briten.
Jedoch sind in Deutschland zu dieser Zeit mehrere Voraussetzungen für den technologischen Aufschwung noch nicht gegeben. Hauptsächlich die kleinstaatliche Zersplitterung Deutschlands vor der Reichsgründung mit ihren Zollgrenzen, der Fortbestand des feudalen Ständesystems und die Technologiefeindlichkeit des
Adels, aber auch das Fehlen eines einheitlichen Binnenmarktes und eines leistungsfähigen Verkehrssystems, die Spätfolgen des 30jährigen Krieges sowie fehlendes Investitionskapital verhindern einen Beginn der Industrialisierung in Deutschland. Somit ist man im Gegensatz zu Frankreich und Belgien, welchen schon
früh ein Aufschluss zu England möglich war, ins Hintertreffen geraten.
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Abb. 3 und 4: Die preußischen Reformer Freiherr vom und zum Stein und Karl August von Hardenberg
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Erst 100 Jahre nach dem Beginn der Industriellen Revolution in England setzt auch in Deutschland die Industrialisierung ein. Durch die Schaffung des Deutschen Zollvereins 1834 kann ein teilweise einheitlicher Binnenmarkt im deutschen Raum geschaffen werden. Und durch die Aufhebung der Ständeschranken
(im Zuge der Stein-Hardenberg-Reformen) und aufgrund eines starken Bevölkerungswachstums werden wichtige Voraussetzungen für die Revolution gebildet. Auch vollzieht sich der Entwicklungsprozess zur neuen Wirtschaftsform in Deutschland wesentlich schneller als im Ursprungsland England. Denn durch den
Import von Techniken und Plänen oder kompletten Maschinen aus England wird die ganze Sache enorm beschleunigt. Der Träger der Industrialisierung in Deutschland ist die Eisenbahn. Nach der Eröffnung der ersten Eisenbahnlinie 1835 zwischen Nürnberg und Fürth kommen immer mehr Strecken hinzu bis ein weit reichendes Schienennetz die deutschen Lande durchzieht. Die Bahn sorgt nicht nur für Beschäftigung der vielen durch die Stände- und Agrarreform arbeitslosen Bürger, sondern erhöht auch stark die Nachfrage nach Kohle, Stahl und Lokomotiven. Die dadurch wachsende Stahl- und Eisenindustrie sammelt sich besonders in großen Ballungsräumen und es kommt zur Entstehung von Schwerindustriezentren. Diese
sind besonders in Gebieten mit traditioneller Industrie und mit Kohle- und Erzvorkommen angesiedelt (Ruhrgebiet, Saarland, Sachsen, Schlesien). Da fragt man sich doch, wo eigentlich das ganze Kapital für den Aufbau herkommt. Auch hier ist die Eisenbahn das „Zugpferd“. Teilweise durch staatliche Stützung erfolgt die Finanzierung der Bahnen privat über Eisenbahnaktien. Die Renditen dieser Aktien werden dann wieder reinvestiert, wodurch es zu einer Kapitalanhäufung kommt.
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Abb. 5: Das Zugpferd der deutschen Industrialisierung: die Eisenbahn
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Neue Industriezweige bilden sich aus oder wie Deutschland England überholt
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts kann der Rückstand zu England und anderen Nationen verringert werden und Ab 1840 entwickelt sich aus vereinzelten kleineren Werkstätten und Maschinenbaufabriken der Maschinenbau als eigenständiger Wirtschaftssektor. Er wird nicht die einzige neue Branche bleiben. Bald gesellen sich Entwicklungen im Elektro- und Motorenbereich (Otto-Verbrennungsmotor bspw.) hinzu. Der neue Zweig der Chemischen Industrie ist ein weiterer Vertreter der neuen Zunft. Deutschland sichert sich im Laufe
der Jahre durch ständige Neuentwicklungen vor allem in der Elektro- und Chemieindustrie einen Vorsprung gegenüber den andern europäischen Staaten. Klangvolle Namen führender Konzerne wie Siemens und AEG in der Elektrobranche, Krupp und Thyssen in der Schwerindustrie und Bayer und Hoechst in der
Chemieindustrie sind plötzlich weltweit in aller Munde. Unter dem Siegel „Made in Germany“ tritt die deutsche Industrie in die Riege der Industrienationen ein.
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Abb. 6: England setzt lieber auf eigene Waren, als auf die Konkurrenzprodukte "Made in Germany" aus Deutschland
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Dieser Artikel wurde von unserem Leser
Die Bärtige erstellt. Vielen Dank.
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06. Januar 2004 - 00:18 ( Team FL18 - Frontline18 )
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| Autor |
Thema: Deutschland am Vorabend des Ersten Weltkrieges – Teil 3 |
 | Jagdtiger |
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Gut gemacht, Bärtige ! Wenn ich mich an meinen Geschichtsunterricht erinnere tauchen zwar jede Menge Details auf, aber nicht das "big picture". Das gibt es hier, vielen Dank.
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 | Sgt. Hellsing II |
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Wenn man bedenkt daß " Made in Germany" von den Engländern stammt und als Warnung gedacht war um die Menschen vor Deutschen Produkten zu schützen, schöner griff ins Klo von den Tommies...
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- Zerstörerischer Dämon -
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 | Die Bärtige |
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Danke für die Lorbeeren. Es werden auch in Zukunft neue Teile der Reihe erscheinen. Jedoch habe ich beschlossen erst einmal die drei schon veröffentlichten ins Englische zu übersetzten, damit sie für den zweisprachigen Start zur Verfügung stehen und alle, die des Deutschen nicht mächtig sind, diese Infos auch bekommen können.
MfG Die Bärtige
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 | Gamma |
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D'oh
Und ich muss es wieder einbauen .
Immer weiter so. Die Artikel sind super.
Was mich dazu bringt: wer immer einen solchen Artikel mal selber schreiben will, der wende sich an mich.
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 | Kaiserjäger |
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Ausgezeichnete Arbeit mit denn Bildern und den Internetadressen, aber eine Frage hab ich noch wie kommt man zu einem Namen mit "von und zum Stein"?
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Jedesmal wenn ich einen Engländer abgeschossen habe ist mein Jagdsinn für eine Viertelstunde besänftigt.
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 | Lexi |
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adelig?!
[Edit: Lexi : 13.Jan.2004 - 12:43]
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Hildegard Knef
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| Manfred von Richthofen hat folgendes geschrieben: | | Ausgezeichnete Arbeit mit denn Bildern und den Internetadressen, aber eine Frage hab ich noch wie kommt man zu einem Namen mit "von und zum Stein"? |
Die gleiche Frage habe ich mir auch gestellt.
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 | Die Bärtige |
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Ich habe für den Namen folgende Erklärung parat: Im Mittelalter und Feudalismus war es Gang und Gebe den Feudalherren/Lehnsherren, welcher ein Teil einer Linie von Adligen war, nach seiner Burg oder Feste zu benennen. Man konnte sich alle möglichen Namen vorstellen. So würde ich halt mal vermuten, dass ein Vorfahr vom Freiherrn mal ein Domizil auf einem Felsen gehabt haben muss, der im Volksmund nur als "der Stein" bezeichnet wurde. Daher rührt dann wahrscheinlich der Begriff "von und zum Stein".
Wenn es euch interessiert, dann bekomme ich das aber auch noch heraus.
Greetz Die Bärtige
[Edit: Die Bärtige : 13.Jan.2004 - 20:37]
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Ach du heiliger... Was muß dann Saddam für nen Titel haben! Von und zum Drecksloch?
P.S. Saddam hat die Idee mit dem Loch im Boden billig von den Hobbits kopiert... Da sieht man mal wieder was Billig-Diktatoren so den ganzen Tag lang machen... DHDR gucken
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 | Lexi |
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bzw. lesen
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 | Die Bärtige |
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Richtig: Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Sag ich immer wieder.
Was Saddam aber mit uralten europäischen Adelsgeschlechtern und deren Namesanwandlungen zu tun hat, weiß ich net. Wahrscheinlich so viel, wie ein schachbrett gemustertes, südamerikanisches Gürteltier mit einen blau-weiß gestreiften, australischen Walhai mit vatikanischem Pass zu tun hat. Aber egal 
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| Sgt. Hellsing II hat folgendes geschrieben: | Ach du heiliger... Was muß dann Saddam für nen Titel haben! Von und zum Drecksloch?
P.S. Saddam hat die Idee mit dem Loch im Boden billig von den Hobbits kopiert... Da sieht man mal wieder was Billig-Diktatoren so den ganzen Tag lang machen... DHDR gucken |
Oder von denn Gummibären.
Adelsname (wenn überhaupt) heisst er sicher von und zu Arschloch. (tschuldigung für denn Ausdruck)
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 | Sgt. Hellsing II |
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| Manfred von Richthofen hat folgendes geschrieben: | Oder von denn Gummibären.
Adelsname (wenn überhaupt) heisst er sicher von und zu Arschloch. (tschuldigung für denn Ausdruck) |
he, he
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 | Leibdragoner |
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löl Saddam war doch garnicht so schlecht.... (er hat doch die Autobahnen gebaut!)
Ausserdem isser kein Adeliger, sonst wär er ja König oder Schah oder sowas.
Und er heißt ja Saddam Hussein al Tikriti, is also so ähnlich wie von und zu löl...
[Editiert von Leibdragoner am 12.May.2004 um 18:42]
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 | Gamma |
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Das al Tikriti bezeichnet seinen Heimatort, nich mehr und nich weniger.
Das is so wie wenn ich sage ich bin der Andreas aus Gera. Wenn einen das adlig macht?
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 | Leibdragoner |
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les ma richtig....hab ich geschrieben das er adlig is?
und das von und zu ist auch nicht mehr und nicht weniger als ne Herknftsbezeichnung, nur heutzutage leben die von und zus meist nicht mehr dort wo die von und zus ursprünglich herkommen....
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