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Die Französische Armee war zu Beginn des Ersten Weltkrieges nur mangelhaft mit Kurzwaffen ausgestattet. Während die Deutschen über die fortschrittlichen Selbstladepistolen der Typen Luger und Mauser verfügten, hatte die Französische Armee nur den veralteten Revolver Mle 1892, der 8 mm Schwarzpulverpatronen verschoss.
Als sich der Bewegungskrieg in den Stellungskrieg wandelte, benötigten die Franzosen dringend eine neue Kurzwaffe. Da die Industriegebiete des Nordens unmittelbar an der Front oder vom Feind besetzt waren, suchten die Franzosen nach Alternativen aus dem Ausland. Im Baskenland gab es anfangs des 20. Jahrhunderts eine rege Waffenindustrie, die aus Klein- und Kleinstbetrieben bestand. Das fünf Mann starke Unternehmen „Gabilondo y Urresti-Eibar“ hatte sich auf vereinfachte, aber pfiffige Kopien der FN Browning M1903 spezialisiert, einer kompakten halbautomatischen Pistole im Kaliber 7,65 Browning (.32 ACP).
Im August 1915 erhielt „Eibar“ dem Auftrag, 30.000 Pistolen an die Französische Armee zu liefern. Insgesamt wurden fast eine Viertelmillion der Pistolen für die Franzosen gefertigt.
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Natürlich konnte die Firma nicht diese Menge an Waffen so schnell wie nötig produzieren, also vergab sie Unteraufträge an andere Betriebe. Da diese aber oft mit nur wenigen Werkzeugen und oftmals in Handarbeit Einzelteile fertigten, die in anderen Betrieben zusammengesetzt wurden, hatten die Pistolen eine miserable Qualität.
Zudem war die 7,65 Br-Patrone für den Einsatz im Grabenkampf nicht besonders geeignet, da sie kaum stärker war als die 8 mm-Patrone, die sie stückweise ersetzten sollte.
Dennoch war die „Ruby“ eine zuverlässige, handliche Pistole mit einem verhältnismäßig großen Magazin von neun Schuss. Trotz der Einführung modernerer Modelle in den 20ern und 50ern war die „Ruby“ noch im Algerienkrieg im Einsatz.
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