Frontline18
    Frontline18    |    BF1918    |    History    |    Forum [ ? ] User Online    |    Login    German English
Geschichte
Suchen
Buddyliste [0/0]
Du musst eingeloggt sein um die Buddyliste zu nutzen.
FL18 - Frontline18 .:. 100 Jahre Entente cordiale

:: 100 Jahre Entente cordiale ::

8. April 2004 - 100 Jahre Entente cordiale

Am 8. April 1904 unterzeichneten Großbritannien und Frankreich den Vertrag zur “Entente cordiale” (grob übersetzt “Herzliche Übereinkunft”). Zu Beginn war sie nicht mehr als eine Abgrenzung der kolonialen Interessensphären, entwickelte sich aber in den nächsten zehn Jahren zu einer festen Allianz zwischen beiden Ländern und wurde 1907 um Rußland zur “Triple Entente” erweitert. Diese Allianz dreier Großmächte war der Hauptgegner Deutschlands und Österreichs während des Ersten Weltkrieges, und mit der Hilfe der USA brachten England und Frankreich die Mittelmächte schließlich zu Fall.


(Quelle: www.deutsche-schutzgebiete.de)

Die Pax Britannica

Die Entente cordiale beendete das Zeitalter der “splendid isolation” des späten 19. Jahrhunderts für Großbritannien. Während dieser Zeit hatte England seine Interessen allein durchzusetzen versucht und war damit als mächtigste Macht auf der Erde auch lange Zeit erfolgreich. England beschränkte sich in Europa vornehmlich darauf, das Gleichgewicht zwischen den Festlandsmächten aufrechtzuerhalten, und baute währenddessen mit Hilfe seiner Vorherrschaft zur See sein Kolonialreich ungeheuer aus, bis es etwa ein Viertel der Landmassen weltweit umfaßte - große Teile Afrikas, Kanada, Australien und Indien gehörten zum britischen Empire. Dieser Zustand des Friedens unter der Vorherrschaft des viktorianischen Englands wird in Anlehnung an die antike Friedensperiode Pax Romana unter der Vorherrschaft Roms auch als Pax Britannica bezeichnet.


Das Britische Empire am Ende des 19. Jahrhunderts

Die Vorherrschaft Englands bröckelt

In den letzten Jahren 19. Jahrhunderts wurde jedoch die Konkurrenz zwischen den imperialistischen Großmächten um den Erwerb immer neuer Kolonien und Machtpositionen zunehmend härter. Frankreich baute seine Positionen in Afrika stark aus, und auch Deutschland erwarb Kolonien in Übersee und baute an einer starken Flotte. Rußland eroberte Zentralasien und geriet in Konflikt mit britischen Interessen in Indien. 1894 schlossen Rußland und Frankreich ein Bündnis, das die Vorherrschaft der Briten im Mittelmeerraum beendete und ihre Interessen dort gefährdete. Während des Burenkrieges Anfang des 20. Jahrhunderts in Südafrika nutzten Rußland und Frankreich die Gebundenheit Englands aus. Die Franzosen erwarben Marokko, und Rußland nahm die Mandschurei in Besitz. England konnte sie nicht daran hindern.


Französische Truppen schiffen sich in Algier nach Marokko ein (Quelle: www.deutsche-schutzgebiete.de)

Das neue Bündnis

Die Briten erkannten, daß sie bei aller Machtfülle einen Verbündeten benötigten, um sich nicht allein im Gegensatz zum Rest der Welt zu finden. England war zwar zur See nach wie vor sehr stark, aber an Land eher schwach. Die Engländer wählten Frankreich als Partner aus, die Großmacht, mit der insgesamt am wenigsten Differenzen bestanden. Deutschland wurde mit seiner agressiven Kolonial- und Flottenpolitik als direkter Gegner angesehen, und mit Rußland bestanden Streitigkeiten hinsichtlich der Interessen in Zentralasien und Indien. Zudem strebten die Russen nach der Kontrolle über die Dardanellen, und England sah sich traditionell als Schutzmacht der Türken an.
Der ursprüngliche Vertrag der Entente cordiale grenzte die gegenseitigen Kolonialinteressen von England und Frankreich in Afrika und Indochina gegeneinander ab, wegen derer die beiden Großmächte in der Vergangenheit mehrfach aneinandergeraten waren. Mit der Zeit entwickelte sich das Zweckbündnis zu einer echten Partnerschaft, die mit dem Hinzutreten Rußlands zur “Triple Entente” wurde und dem kontinentalen Dreibund aus Deutschland, Österreich-Ungarn und Italien entgegengesetzt war.


Das geteilte Europa: Triple Entente gegen Dreibund

Weltkrieg: Die Entente gegen die Mittelmächte

Mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges lagen die beiden europäischen Machtblöcke im direkten Konflikt gegeneinander, und beide konnten bei der Erweiterung ihrer Machtsphären Erfolge verbuchen. Der Entente gelang es, Italien auf seine Seite zu ziehen, die deutschen Kolonien an sich zu reißen und die Mittelmächte vom Zugang zu den Weltmeeren abzuschneiden. Die Mittelmächte dagegen eroberten den ganzen Balkan, schnitten ihrerseits Rußland vom Welthandel ab und warfen das durch innere Unruhen und mangelnden Nachschub geschwächte Land schließlich nieder. Erst der Kriegseintritt der USA entschied den Konflikt zugunsten der Entente.


Nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandes in Compiègne 1918

Das Schicksal der Entente

Nach dem Krieg bestand die Entente weiter und wurde um die neuen Staaten Osteuropas erweitert, die Bündnisse mit Frankreich gegen Deutschland und Rußland schlossen. Die neue Sovietunion hingegen schied aus dem Bündnis aus. Die 20er Jahre sahen die Vorherrschaft Frankreichs und seiner Bündnispartner in Europa. Diese Hegemonie zerfiel aber in den 30er Jahren mit der Weltwirtschaftskrise und der nachfolgenden politischen Radikalisierung immer mehr, die europäischen Staaten verwandelten sich mehrheitlich in autoritäre Diktaturen. 1940 folgte das endgültige Aus der Vorherrschaft der alten Entente: die Deutschen eroberten Frankreich sowie fast das gesamte europäische Festland und hatten nur noch England zum Gegner. Das Dasein der Entente cordiale als Militärallianz war zu Ende.


Deutsche Generäle nach dem Einmarsch in Paris 1940

05. April 2004 - 21:05
( Jagdpanther )

Deutsche Foren >> Kommentare > 100 Jahre Entente cordiale
Antwort erstellen
 Autor Thema: 100 Jahre Entente cordiale
Wilmo
09.04.2004 um 00:47 QuoteProfileSend PM

Clan: Sturmfront-Kaarst
Postings: 2569

FCK
Respekt, schöner Artikel, Jagdpanther

Bin ich um einiges an erfahrung weiter
__________________
Wir wissen, wo ein Krieg beginnt, aber wir wissen nicht, wo er endet - Otto von Bismarck

played for myChanges - BF2 EPS VII
 
SturmSoldat
09.04.2004 um 14:37 QuoteProfileSend PM

Clan: [-|FS|-]
Postings: 90

Ich frage mich, warum uns so viel nach dem ersten WK im osten abgeschnitten wurde, obwohl wir in Russland ziemlich weit vorgedrungen waren...
__________________

!!!Besucht uns!!!
 
Rommel
09.04.2004 um 15:26 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
Postings: 260

In dem Frieden von Brest-Litowsk sicherten die neue Sowjetunion und das deutsche Reich sich zu die im Krieg erschaffene neue Grenzziehung zu erhalten, also wurde uns von den Russen sicher nichts weggenommen. Allerdings mussten wir auf Druck der Westmächte Gebiete abtreten, Ostpreußen wurde weitgehend an das neugegründete Polen abgetreten, das Sudetenland an die Tschechesslowakei. Wozu diese Abtretungen dann geführt haben, dürfte allgemein bekannt sein. Also je nachdem wie man es bezeichnen würde, war der Ostfeldzug sogar erfolgreich, aber zumindest ohne Gebietsverluste, da die Sowjetunion durch die Revolution auch geschwächt war und einen schnellen Frieden wollte, nahm sie eben die aktuelle Grenzziehung als Status Quo (aktuell= 1918 ), die Gebietsverluste waren auf Drängen der Westmächte!
__________________
Stalin
The death of one man is a tragedy. The death of millions is a statistic
 
Vellern
09.04.2004 um 16:29 QuoteProfileSend PM


Clan: The Ameland Rockers
Postings: 1943

Nach dem deutsch-russischen Friedensschluß wären auch weite Gebiete Rußlands von Deutschland annektiert worden. Dieser Vertrag war übrigens auch nicht bedeutend besser als der Versailler Vertrag. Aber da Deutschland den Krieg im Westen verlor, diktierten nun diese Mächte wie Europa auszusehen hatte. Und nach Wilsons 14-Punkte Plan hatte jedes Volk ein Recht auf Selbstbestimmung. Somit konnte Polen wieder als Staat auferstehen auf kosten Rußlands und Deutschlands, die ihn ja auch vernichtet hatten. Deshalb die Gebietsverluste im Osten.
__________________
TAR-Homepage: http://www.tar-clan.de
Inside1918: http://www.inside1918.net

Nur der exzessive Konsum von Kyuss wird euch Frieden und Wohlstand bringen !

 
Rommel
09.04.2004 um 16:41 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
Postings: 260

Da liegst du etwas falsch, Wilsons 14-Punkte wollten die Amerikaner zwar verwirklichen, allerdings setzten sich die Engländer und Franzosen im Versailler Vertrag durch, nahezu die einzige Verwirklichung war Gründung des Völkerbunds, allerdings wurde Deutschland der Zutritt vorerst durch den Kriegschuldparagraphen verwehrt.
Zu Polen, du meintest die Deutschen und Russen hätten es den Polen weggenommen, allerdings gab es vor dem ersten Weltkrieg nie ein Polen in dem Sinne bzw. das Königreich Polen war soweit mir bekannt untwer preußischer oder österreichischer Verwaltung und dies schon seid längerem.
__________________
Stalin
The death of one man is a tragedy. The death of millions is a statistic
 
Vellern
09.04.2004 um 17:56 QuoteProfileSend PM


Clan: The Ameland Rockers
Postings: 1943

Ich habe nicht behauptet das die 14-Punkte gleichbedeutend mit dem Versailler Vertrag sind. Diese wurden auch nur in ganz wenigen Punkten umgesetzt, wie z.B. Völkerbund, Rückgabe des Elsaß usw.. Aber auch die Selbstbestimmung der Völker wurde zum Teil berücksichtigt, man denke an die Zerschlagung Österreich-Ungarns in ihre vielen Nationalstaaten oder die Abstimmung über deutsche Ostgebiete. Und zu Polen: geh mal auf www.info-polen.com oder hack einfach mal Teilung Polens bei google ein.
__________________
TAR-Homepage: http://www.tar-clan.de
Inside1918: http://www.inside1918.net

Nur der exzessive Konsum von Kyuss wird euch Frieden und Wohlstand bringen !

 
Rommel
09.04.2004 um 18:06 QuoteProfileSend PM

Clan: Kein Clan
Postings: 260

Aber die Selbstbestimmung wurde auch teilweise gravierend verletzt, Beispiele wären hier das Sudetenland, was sich dann später wieder zu Deutschland gegliedert hat und Teile Südtirols die Italien zugesprochen wurden, obwohl der Großteil der Bevölkerung eher dem Volke Österreichs zuzuordnen war.

http://www.hgb-leipzig.de/artnine/l...l/kreim.html#14
Vor 1918 gab es nur eine Provinz mit dem Namen Polen, die zu Ostpreußen und Russland gehörte, einen eigenstänigen Staat gab es nicht.
__________________
Stalin
The death of one man is a tragedy. The death of millions is a statistic
 
Vellern
09.04.2004 um 19:08 QuoteProfileSend PM


Clan: The Ameland Rockers
Postings: 1943

Natürlich wurde die Selbstbestimmung gravierend verletzt, alleine durch den Paragraphen das Österreich sich nicht Deutschland anschließen durfte. Das ganze fußte ja auch nicht auf grenzenloser Nächstenliebe der Siegermächte, sondern hatte meistens taktische Gründe( Wie heute auch noch). Und zu Polen: Wenn du deinen Link mal von oben nach unten durchgelesen hast wirst du feststellen das das nicht nur eine kleine abhängige Provinz war, sondern auch eigene Könige und sogar Parlamente hatte(sogar zeitweise eine der modernsten Verfassungen der Welt). Polen war in seiner Geschichte auch durchaus unabhängig. Vielleciht kann hier nicht von einem Staat aus heutiger Sichtweise gesprochen werden, verglichen mit damaligen Verhältnissen war es aber einer. Daher auch die nationale Identität der Polen, die auch Vorraussetzung für den Staat Polen nach dem 1.WK war. Damals wurde ja kein Reißbrettstaat aus der Taufe gehoben der jeder historischen Grundlage entbehrt.

__________________
TAR-Homepage: http://www.tar-clan.de
Inside1918: http://www.inside1918.net

Nur der exzessive Konsum von Kyuss wird euch Frieden und Wohlstand bringen !

 
SturmSoldat
10.04.2004 um 12:46 QuoteProfileSend PM

Clan: [-|FS|-]
Postings: 90

Zitat:
Zu Polen, du meintest die Deutschen und Russen hätten es den Polen weggenommen, allerdings gab es vor dem ersten Weltkrieg nie ein Polen in dem Sinne bzw. das Königreich Polen war soweit mir bekannt untwer preußischer oder österreichischer Verwaltung und dies schon seid längerem.


Polen gab es ab dem Jahr 1797 nicht mehr. Aber davor gab es Polen schon als unabhängigen Staat.

Ich find zwar keine gute Karte, aber ich hab hier eine zu Zeit der Tartarenzüge....lol



[Editiert von SturmSoldat am 10.Apr.2004 um 12:47]
__________________

!!!Besucht uns!!!
 
heni2000
10.04.2004 um 13:30 QuoteProfileSend PM

Clan: Schweizer
Postings: 198

heni2000
kann mir jmd erklären was genau preusen war? das kapier ich nur zur hälfte.
__________________



 
Jagdpanther
10.04.2004 um 16:42 QuoteProfileSend PM


Clan: Team Battlefield 1918
Postings: 3348

He's watching YOU...
Preußen war der Nachfolgestaat des mittelalterlichen Ordensstaates des Deutschen Ordens im Baltikum, verbunden mit Kurbrandenburg unter der Herrschaft der Hohenzollern. Dieser Staat dehnte sich durch geschickte Kriegs- und Bündnispolitik immer mehr aus, bis er den größten Teil des alten Deutschen Reiches bedeckte (ca. 60% der Fläche). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der deutsche Gliedstaat Preußen von den Alliierten aufgelöst, weil sie den preßischen Militarismus für den Aufstieg der Nazis verantwortlich machten.
__________________
Im Krieg verrohen die Sitten. Warum soll man eine Tür aufschließen, wenn man auch mit dem Sturmgeschütz dagegenfahren kann?


 
heni2000
12.04.2004 um 14:01 QuoteProfileSend PM

Clan: Schweizer
Postings: 198

heni2000
Vielen dank Panther !
__________________



 
General Erich von Falkenhayn
12.04.2004 um 14:40 QuoteProfileSend PM

Clan: 0
Postings: 38

Hallo!

Wer interresse am 1.Weltkrieg hat,und sich speziel für Verdun1916 interressiert,der sollte sich
folgende Hompage anschauen:

www.douaumont.de
 
[ Antwort erstellen ]
  WebSystem © 2003 by Griffon · DOTLAN · info @ dotlan.net · www.dotlan.net